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Segeberg Im Kreistag mach‘ ich jetzt mit!
Lokales Segeberg Im Kreistag mach‘ ich jetzt mit!
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23:15 07.09.2013
16 Jahre jung und schon erfahren in Kommunalpolitik: Die parteilose Svenja Polonji sitzt für den Kinder- und Jugendbeirat seit drei Jahren in Ausschüssen der Stadt. Jetzt will sie sich mit anderen Jugendlichen auch in die Kreispolitik einbringen. Mitstreiter werden gesucht. Quelle: Foto: Glombik

Nein, cool ist das nicht. So ein Kreistagssitzungssaal ist kein Ort für Jugendliche. In langatmigen quälenden Debatten werden Tagesordnungspunkte abgearbeitet, gefallen sich in der Mehrzahl Männer fortgeschrittenen Alters anderen Fraktionen eins auszuwischen oder altväterliche Lebensweisheiten abzugeben. Kommunalpolitik ist Schwarzbrot, langatmig und anstrengend.

Wer inhaltlich nicht mitkommt, hat Pech gehabt. Naive Fragen wagt in derartigen Gremien mit abstrakten Themen niemand zu stellen. — Doch jetzt schicken sich mutige Jugendliche an, in die Phalanx der „Ü 50“-Kreispolitiker einzubrechen.

Nachdem in Bad Segeberg schon der Kinder- und Jugendbeirat den Rathäuslern auf die Finger schaut, wollen jetzt auch auf Kreisebene Jugendliche mitmischen. Zusammen mit Tabea Preuß aus Bad Segeberg und Nina Kirschstein aus Rickling sowie fünf anderen möchte Svenja Polonji (16) hier mitreden. Dazu werden noch Mitstreiter gesucht.

Zur Kreistagssitzung am Donnerstag, 12. September, 18 Uhr, soll die Bildung einer „Kreisjugendkommission“ (KJK) offiziell beschlossen werden. Die Kommission wird aus jungen Menschen bis zu 25 Jahren gebildet, ihr können jederzeit junge Menschen ohne Beschränkung beitreten, die Mitglieder der Kommission haben Zugang zu allen öffentlichen Sitzungen. Nach Absprache mit den Ausschussvorsitzenden sollen sie auch Rederecht zu einzelnen Tagesordnungspunkten erhalten. Sie können aber auch — wenn Kreispräsident Winfried Zylka zustimmt — eigene Themen vorstellen. Für Zylka soll die Jugendkommission „einen privilegierten Status“ in der Arbeit des Kreishauses bekommen.

„Wir möchten mitreden“, bekräftigt Svenja Polonji. Trotz ihrer 16 Jahre ist sie in der Kommunalpolitik schon erfahren. Seit drei Jahren sitzt sie in den Ausschüssen der Stadt Bad Segeberg und fällt immer wieder durch kritische Nachfragen auf. An eine Partei gebunden ist die Sprecherin des städtischen Kinder- und Jugendbeirat nicht. „Mit meinen 16 Jahren weiß ich gar nicht, in welche Partei ich gehen sollte. Ich vertrete nur die Meinung der Jugendlichen“, sagt die selbstbewusste Schülern des Städtischen Gymnasiums.

Kontinuierliche politische Arbeit mit Jugendlichen scheitert immer wieder daran, dass diese nach der Schule andernorts studieren oder eine Ausbildung machen. Deshalb sei die Gründung einer Kommission mit viel Freiraum, ohne langfristige Verpflichtung und ohne Mandat viel lebensnäher für Jugendliche, sagt Svenja Polonji. Zylka spricht gar von politischer Arbeit „Hop On and Hop Off“. Es sollte dabei nicht so viel reglementiert werden.

Die Themen liegen auf der Hand. Die jungen Segeberger möchten die Politik nicht allein den Senioren überlassen. Denn die Schulden, die jetzt imKreis aufgetürmt werden „müssen wird als junge Generation zurückzahlen“, sagt Svenja Polonji. Gerade die Politik auf Kreisebene habe Relevanz, „dort möchten wir unsere Meinung vertreten“. Warum sollen Schüler ihre Nöte mit dem grassierenden Unterrichtsausfall in naturwissenschaftlichen Fächern nicht auch den Kreispolitikern mitteilen? Die Politiker müssen keine Angst haben, dass ihnen die Youngsters die Zeit stehlen. „Wir wollen nicht eine halbe Stunde in Anspruch nehmen, sondern vielleicht mal fünf Minuten“, so Svenja Polonji. Für Kreispräsident Zylka ist klar, dass die Mitarbeit der Jugendlichen ermöglicht werden soll, „ohne an Grundfesten der Kreisordnung zu rütteln“. Sie dürfen also nicht mit abstimmen. Zylka: „Wir wollen durch die jungen Leute die politische Arbeit bereichern.“

Dass Politiker mit Wasser kochen, hat Svenja Polonji zur Genüge erfahren. Sie störe es, dass zum Beispiel viele Kommunalpolitiker über die Segeberger Bahnhofspläne klagen, aber vorher, als das Thema zur Entscheidung anstand, alle dafür gestimmt haben.

• Kontakt:

Wer Lust hat, kann sich unter Jugendkommissionsegeberg@gmail. com anmelden und Ideen mitteilen.

Wolfgang Glombik

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