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Segeberg Im Tierheim ist immer „Weltkatzentag“
Lokales Segeberg Im Tierheim ist immer „Weltkatzentag“
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10:48 08.08.2016
Katze „Nora“ ist absolut schüchtern. Das fünfjährige Tier sucht ein ruhiges Zuhause ohne Kinder, aber mit Freigang. Quelle: Fotos: Domann
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Bad Segeberg

Morgen, am 8. August, ist „Weltkatzentag“. Seit 2002 feiern Katzenfreunde diesen Tag mit ihren Samtpfoten. Zahlreiche Tierschutzorganisationen nutzen die Gelegenheit, um auf Missstände aufmerksam zu machen. So auch der Verein „Tasso“, der darauf hinweist, dass etwa zwei Millionen Tiere auf der Straße leben. Sie seien weder kastriert noch geimpft.

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Von dem morgigen Gedenktag hält der Tierschutzverein Bad Segeberg wenig – Zurzeit landen wieder viele Stubentiger im Heim.

75 Euro Schutzgebühr

Wer einer Katze aus dem Tierheim ein neues Zuhause geben möchte, kann sich an den Tierschutzverein Bad Segeberg, Neuland 2, unter der Telefonnummer 04551/6551 wenden.

Gegen eine Schutzgebühr von 75 Euro erhält man ein entflohtes, entwurmtes, kastriertes, gechiptes und geimpftes Tier.

Infos: www.tierschutz-bad-segeberg.de sd

Außerdem kritisiert die Tierschutzorganisation, dass Katzen für Tierversuche genutzt und von Jägern geschossen werden dürften. Ein großes Leid in den Augen von „Tasso“.

Für den Tierschutzverein Bad Segeberg und Umgebung ist der 8. August allerdings kein besonderer Tag. „Wen interessiert solch ein Gedenktag wirklich? Es ist doch wichtig, dass jeden Tag vernünftig mit Tieren umgegangen wird“, sagt Stationsleiterin Anja Steffen und ergänzt, dass für sie und ihre beiden Mitarbeiterinnen jeder Tag Weltkatzentag sei.

Etwa 350 bis 400 Katzen werden laut Anja Steffen jährlich ins Bad Segeberger Tierheim gebracht. Es sind Fundtiere, Katzen, deren Besitzer erkrankt oder verstorben sind, auch durch einen Amtsveterinär beschlagnahmte Stubentiger landen beim Tierschutzverein. Derzeit ist gerade Hochsaison. „Ich glaube nicht, dass es an den Ferien liegt“, betont die 37-Jährige und erklärt: „Es ist gerade Katzenwelpen-Zeit.“ Außerdem seien im Sommer die Menschen vermehrt draußen unterwegs, da fallen Fundtiere eher auf.

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LN-Leser stellen zum "Weltkatzentag" ihre Lieblinge vor.

Anja Steffen hat absolut kein Verständnis dafür, dass Menschen Haustiere aussetzen. Wer Urlaub oder einen Umzug plane, könne sich frühzeitig um den Verbleib des Tieres kümmern. „Ein Anruf genügt und wir helfen weiter. In der Nebensaison haben wir auch Plätze für Pensionskatzen, jetzt in der Hochsaison können wir das nicht leisten. Doch wir vermitteln an Tierpensionen“, sagt die Tierpflegerin. Wenn man diese Planung versäumt habe und das Aussetzen als letzte Lösung ansehe, dann solle man die Tiere wenigsten an Plätzen lassen, wo diese umgehend gefunden werden können; nicht auf Rastplätzen oder im Wald.

Damit entlaufende Katzen einfacher und schneller ihren Besitzern zurückgegeben werden können, rät Anja Steffens, die Tiere beim Deutschen Haustierregister anzumelden. „Der Chip allein genügt nicht, es ist auch die Registrierung erforderlich.“ So konnte sie beispielsweise am Freitag eine gefundene Katze zurückgeben. „Das Tier war registriert, wir konnten den Chip auslesen und die Besitzer anrufen“. Etwa einen Monat war das Tier irgendwo unterwegs. Außerdem bietet der Tierschutzverein eine Kastrationsaktion für wildlebende Katzenpopulationen an. Vor allem Landwirte nutzten das Angebot.

Katzen zum Mäusefangen seien gut und schön, doch dürften sie sich nicht beliebig weiter vermehren. Das führe zu Katzenelend. Denn solche Welpen seien anfälliger gegen Katzenschnupfen. „Gegen einen Obolus kastrieren wir die Tiere. Ist ein Wurf Katzenjunge dabei, vermitteln wir diese“. Welpen seien niedlich und flauschig, „die gehen gut“.

 Silvie Domann

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