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Segeberg Immissionsmessungen nahe Asphaltmischwerk in Wahlstedt: Anwohner skeptisch
Lokales Segeberg Immissionsmessungen nahe Asphaltmischwerk in Wahlstedt: Anwohner skeptisch
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16:45 11.03.2019
Anwohner Christoph Mülker und Corda Jacobsen am Gartenzaun: Fachleute haben Lärm-Messungen im Heideweg vorgenommen. Quelle: Heike Hiltrop
Wahlstedt

 Zu laut, zu dreckig, und stinken tut es auch: Seit Langem fühlen sich die Anlieger nahe der Doktor-Hermann-Lindrath-Straße von Immissionen aus dem Gewerbegebiet extrem belästigt. Gärten könnten im Sommer nicht genutzt werden, scharfkantige Stäube zerkratzten Fenster, und regelmäßig lege sich eine dicke Staubschicht auf alles, so lauten ihre Vorwürfe. Die zielen vor allem in Richtung des Asphaltmischwerks ab, denn die Belastungen träten regelmäßig nur dann auf, wenn dies in Betrieb sei. Nun zeigt ihr Gang an die Öffentlichkeit Wirkung.

Umweltpolizei hat Ermittlungen aufgenommen

Die Stadtverwaltung und das Unternehmen, die Wegener GmbH, haben sich zusammengesetzt. Außerdem ermittelt Segebergs Umweltpolizei gegen Unbekannt. Während eines Probebetriebes hat die Prüfgesellschaft Dekra Lärmmessungen in einem Garten am Heideweg und an der Dr.-Hermann-Lindrath-Straße vorgenommen. Die Beschwerdeführer sind skeptisch: „Es kommt kein Zug, es wird gar nicht entladen. Es ist nahezu windstill, und die anderen Betriebe arbeiten auch nicht“, sagt Christoph Mülker. Er sehe darin eher Laborbedingungen statt Messungen unter den sonst üblichen Bedingungen. Nachbarin Corda Jacobsen stimmt ihm zu. „Außerdem gaben sich an dem Tag alle besonders viel Mühe. keinen Krach zu machen“, habe sie beobachtet.

Hellhörig ist mittlerweile auch die Wahlstedter Politik geworden, denn an der Dr. Hermann-Lindtrah-Straße liegt die Kindertagesstätte des Kinderschutzbundes, und dort steht der dringend benötigte Anbau auf der Agenda. Die Baugenehmigung ist erteilt, Fördermittel liegen bereit. „Wir wollen erst wissen, was es mit den Luftbelastungen auf sich hat“, betont Klaus Harm (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses. „Das muss geklärt werden“, mahnt Sozialausschuss-Vorsitzender, Heinrich Westphal (WfW). „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir Kinder gefährden.“ Er fordert aber, eine feste Messstation zu errichten. Das Problem sei, dass die Stadt nicht zuständig sei, sondern das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Die Stadt müsse dringend aktiv werden und auf das LLUR zugehen.

Altes Gutachten hat keine Belastung festgestellt.

„Das Thema ist uns bekannt, und wir beobachten alles mit der nötigen Sorgfalt“, sagt Lars Petersen, Geschäftsführer der Kinderschutzbund gGmbH, dem Kita-Träger, auf LN-Nachfrage. Er verweist auf ähnliche Probleme vor gut fünf Jahren. Damals habe der Kinderschutzbund ein Gutachten in Auftrag gegeben, seinerzeit sei nichts gefunden worden. „Ich gehe davon aus, dass, wenn jetzt etwas wäre, wir dann informiert werden. Und was den Staub angeht: Die Kita ist umgeben vom Gildewald, da staubt es auch.“

Sprinkleranlage soll Staub verhindern

„Die Fördermittel für den Kita-Anbau müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt verbaut sein. Die Zeitschiene ist sehr eng, deshalb arbeiten wir an den Plänen parallel zu den Untersuchungen weiter“, erklärt Wahlstedts Bauamtsleiter Torsten Maaß. Dabei konzentriere man sich auf den Boden. „Wenn es Probleme gibt, dann sind sie dort auch, und wir werden sie finden.“ Die nächste Frage, die dann zu klären wäre, sei die, welcher der ansässigen Betriebe dafür verantwortlich sei, denn dass das Asphaltmischwerk Schuld an Umweltbelastungen sein könnte, sei lediglich eine Mutmaßung. Maaß: „Die Firma Wegener hat kein Interesse an einem Konflikt mit den Anliegern.“ Er sei vor Ort gewesen, derzeit werde eine Sprinkleranlage installiert, um „jeden entstehenden Staub niederzuschlagen“, wenn die Anlage etwa Mitte April ihren Betrieb wieder voll aufnimmt. „Dann müsste gemessen werden. Denn der Betrieb darf von sechs Uhr morgens bis 22 Uhr gehen, davor graust uns jetzt schon“, sehen Mülkers und die anderen Anlieger dem mit gemischten Gefühlen entgegen.

Heike Hiltrop

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