Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Immobilienmakler ersteigert Schramms Gasthof
Lokales Segeberg Immobilienmakler ersteigert Schramms Gasthof
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:13 02.03.2016
Axel Wandel zeigt das Gutachten über den Gasthof Schramm. Quelle: pd

Bereits zum 31. Dezember 2014 hatte der Traditionsgasthof Schramm im Seedorfer Ortsteil Kembs seine Türen für immer geschlossen. Die Insolvenz hatte in Seedorf für Bestürzung gesorgt, denn der Ruf des Gasthofes war gut. Besonders seine Grünkohl- und Fischgerichte hatten „Schramms Gasthof“ auch über die Grenzen Seedorfs hinaus bekannt gemacht. Was aus seinem Gasthof nun wird, wird der letzte Inhaber aber nicht mehr erfahren. Er verunglückte einen Tag vor der Zwangsversteigerung tödlich.

„Den Gasthof, seine Lage und die Ländereien kann ich mir sehr gut als Reiterhof vorstellen.“

Axel Wandel, Immobilienmakler

„Hätte ich das gewusst, hätte ich nicht geboten“, sagte der Trappenkamper Immobilienmakler Axel Wandel, der neben einem weiteren Interessenten aus Ahrensbök Gebote für den Gasthof mitsamt 3,3 Hektar Frei- und Waldflächen abgegeben hatte. Ein Gutachten hatte den Verkehrswert der Immobilie mit 221000 Euro beziffert. Belastet war es mit 260 000 Euro Grundschulden zugunsten der Sparkasse Südholstein. Weitere Forderungen über 2200 Euro hatte das Amt Trave-Land für nicht gezahlte Grundsteuern geltend gemacht. Nach der Eröffnung der Bieterstunde durch Rechtspflegerin Katja Kestin dauerte es nicht lange, bis sich die beiden Bieter von den 120 000 Euro als Erstgebot hochgehangelt hatten. Den Zuschlag bekam schließlich der Makler aus Trappenkamp für 175000 Euro. Verkündet wurde das Versteigerungsergebnis nicht wie sonst üblich an Ort und Stelle. Wegen des Todesfalls legte Katja Kestin stattdessen einen neuen Termin zur Verkündung am 10. März um 11 Uhr im Amtsgericht fest.

Immobilienmakler Axel Wandel hat einst in dem Gasthof selbst das ein oder andere Fest gefeiert. „Zu Objekten, die ich bislang ersteigert habe, habe ich immer eine persönliche Beziehung gehabt. Begeistert war ich gerade dort immer von der Gastfreundschaft der Familie Schramm. Außerdem kam meine erste Liebe aus der Gegend“, erzählte der Makler. Besonders interessant sei das Objekt für ihn wegen der Ländereien, die dazugehören. Genaue Pläne will er zwar noch nicht haben, kann sich dort aber sehr gut einen Reiterhof vorstellen. Vorerst soll der Gasthof in den Immobilienbestand übernommen werden. Er geht davon aus, den Hof später für 250000 Euro verkaufen zu können.

Dass die Gemeinde andere Nutzungsweisen für den Gasthof in Erwägung gezogen hatte, ist auch Axel Wandel zu Ohren gekommen. „Wir haben schließlich gerade eine Wohnungsnot“, so der Makler, der sich zumindest vorübergehend eine Nutzung des Gasthofes zur Unterbringung von Asylbewerbern vorstellen kann.

Petra Dreu

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige