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Segeberg In Fahrenkrug geht es den Ratten an den Kragen
Lokales Segeberg In Fahrenkrug geht es den Ratten an den Kragen
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20:46 23.10.2017
Bürgermeister Rolf-Peter Mohr hat Rattengift in Kästen gefüllt, die er an sicherer Stelle postiert, damit nur Nager herankommen. Quelle: Fotos: Hil, Dpa

Ratten gelten als Krankheitsüberträger und sie sind überall, denn ihr Tisch ist immer reich gedeckt: Das auf den Kompost geworfene Stück vom Sonntagsbraten, die im Klo heruntergespülten Essensreste.

Die Gemeinde Fahrenkrug hat am Montag ihre Rattenbekämpfungswoche gestartet. Immobilieneigentümer sind dazu verpflichtet, den Ratten mit Gift zu Leibe zu rücken. Dabei gibt es vieles zu beachten, damit andere Tiere oder gar Menschen auf keinen Fall zu Schaden kommt.

„Vieles muss beachtet werden. Heutzutage darf niemand einfach so Gift auslegen.

Marko Hegen

Schädlingsbekämpfer

Gut vorbeugen

Müll sollte ausschließlich in die gut zu verschließenden Abfallbehälter gepackt werden, nicht daneben. Gelbe Säcke bis zur Abholung geschützt aufheben. Speisereste gehören weder ins Klo noch in den Ausguss oder auf den Kompost, sondern in die Biotonne. Vögel nur im Winter füttern.

Aber auch das Vogelhäuschen, das trotz milder Temperaturen fleißig mit Körnern bestückt wird, weil es so niedlich ist, wenn Spatz und Co. vorbeischauen, wird zu 80 Prozent von Mäusen und Ratten frequentiert, sagen Fachleute.

In Fahrenkrug wurde gestern eine Rattenbekämpfungswoche gestartet, die bis zum 29. Oktober dauert.„Wir machen das seit weit über zehn Jahren, jeweils im Herbst“, sagt Bürgermeister Rolf-Peter Mohr und befüllt einen länglichen Kunststoffkasten, der in einer Ecke der Sattelkammer seines Reitstalls auf dem Boden steht, mit Giftködern. Der Behälter ist so positioniert, dass weder Kinder noch seine Katzen oder Hunde Zugang haben. Die Gemeinde ist die einzige im Amt Trave-Land, die auf diese Weise gegen die Nager vorgeht.

„Dass es nirgendwo im Amt Probleme mit Ratten gibt, liegt sicher auch daran, dass überall eine regelmäßige Prophylaxe in den Abwasserkanälen stattfindet“, sagt Verwaltungsleiter Rainer Andrasch. Auch in Fahrenkrug kann von einer Rattenplage zwar nicht die Rede sein. Aber eben weil die Gemeinde zur Tat schreite, ist sich Mohr sicher. „Die Regelmäßigkeit dieser Maßnahme ist der beste Schutz.“ So geht man hier auf Nummer sicher. Alle Grundstücke, die bebaut sind oder auf denen sich Abfall, Kompostplätze oder Lebensmittellager befinden, müssen mit Ködern versehen werden. Basis für die Anordnung an die Eigentümer ist das Infektionsschutzgesetz.

Die Gemeinde Fahrenkrug erinnert zudem daran, dass nur Mittel verwendet werden dürfen, die vom Bundesinstitut für Verbraucherschutz freigegeben sind. Und: „Auf das Auslegen ist deutlich hinzuweisen, wobei der Name und der Wirkstoff des Giftes anzugeben sind“, heißt es weiter.

Doch es gibt noch vieles mehr zu beachten im Umgang mit den auch für andere Tiere und Mensch gefährlichen Mitteln. „Heutzutage darf niemand einfach so Gift auslegen“, mahnt Schädlingsbekämpfer Marko Hegen aus Hardebek. Es gebe strenge Regelungen. Die Sicherheits-Köderboxen, die vom Fachmann verwendet werden, sind so verschließbar, dass niemand ohne weiteres an den Giftköder herankommt. Sie tragen deutliche Warnhinweise, stehen trocken und vor allem: Sie werden regelmäßig kontrolliert.

Zur reinen Prophylaxe hat Kammerjäger Marco Hegen weitere Alternativen parat, sogenannte Nontox-Köder. Sie werden genau so ausgelegt, sind aber ungiftig. „Erst wenn die Boxen nach ein, zwei Wochen kontrolliert werden und deutliche Fraßspuren einen positiven Befall anzeigen, dann kommt wirklich Gift zum Einsatz.“ Und zwar auch hier unter strenger Kontrolle alle sieben Tage. Wenn der Befall vorbei ist, müssen die Köder wieder entfernt werden. Das gilt auch für Fahrenkrug, wo die Gemeinde daran erinnert, dass nach der Aktion das Grundstück nach toten Ratten abzusuchen ist. Fachmann Hegen: „Wichtig ist, dass sie im Restmüllbehälter entsorgt werden, damit Katzen oder andere Tiere sie nicht fressen und Schaden nehmen.“

Heike Hiltrop

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