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In Hartenholm formiert sich Widerstand

Hartenholm In Hartenholm formiert sich Widerstand

Einwohnerversammlung zum Thema Windkraft mit 250 Bürgern — Einflussnahme auf Staatskanzlei geplant.

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„Die BayWa wird in Todesfelde keinerlei Anträge stellen.“ Andreas Meier, Firma BayWa

Hartenholm. Bürgermeister Hans- Burkhard Fallmeier hatte den richtigen „Riecher“: „Ich habe 280 Stühle aufstellen lassen — ich hoffe, das reicht.“ Es hat gerade so gereicht bei der Einwohnerversammlung am Mittwochabend. „Fast ausverkauft“ war die Mehrzweckhalle in Hartenholm, wo etwa 1800 Menschen leben. Das Thema hatte die Besucher enorm mobilisiert: Der Plan, am Ortsrand von Hartenholm 14 Windkraftanlagen von etwa 190 Meter Höhe aufzubauen.

Ohne die beteiligten Kommunen — neben Hartenholm, wo keine Anlage geplant ist, sind dies Hasenmoor (4 Anlagen geplant), Schmalfeld (2), Struvenhütten (3) und Todesfelde (5) — oder den Kreis Segeberg einbinden zu müssen, haben sich in den Kommunen Windanlagenbetreiber und Grundeigentümer gesucht und gefunden. „Die Grundeigentümer sind die, die viel Geld kassieren würden, und die Masse der Bürger muss unter den Anlagen leiden“, sagte Fallmeier eingangs. 15000 bis 40000 Euro würden die Landbesitzer pro Jahr und Anlage von den Betreibern erhalten, führte er aus.

Was Fallmeier und seine Gemeindevertreter, die sich einstimmig gegen den Bau der Anlagen ausgesprochen hatten, empört, ist zum einen, dass niemand sie in den Deal eingebunden hat und dass die 14 Anlagen unmittelbar an der Ortsgrenze von Hartenholm geplant werden. „Das ist nicht fair“, sagte er. Inzwischen hat sich die Bürgerinitiative „Gegenwind Hartenholm“ gebildet, die die Anlagen verhindern will.

Dr. Susanne Kirchhof von der Initiative „Gegenwind Schleswig-Holstein“ berichtete von ihren Erfahrungen in ihrem Wohnort Holtsee, wo man von Windrädern umzingelt sei. Sie schilderte eindringlich die Belastungen der Bürger wie Lärm- und Schlafstörungen sowie blinkenden Lichtern, die das Leben der Dorfbewohner stark beeinträchtigt hätten. „Man kann dem dumpfen Klangteppich nicht entgehen.“ Sogar Fensterscheiben seien zu Bruch gegangen. Die Holtseer Gemeindevertretung habe betont, dass man heute solchen Anlagen nicht mehr zustimmen würde. Das Problem für alle Orte, die keine Windräder bei sich wollen, ist aber, dass ihre Gemeinde gar nicht erst gefragt wird, ob sie zustimmt oder nicht. Ihr Votum werde einfach ignoriert, hieß es auf der Versammlung.

Zwei Firmen wollen vor den Toren Hartenholms die Windräder aufstellen. Beide hatte Fallmeier am Mittwoch eingeladen. Die Firma „Naturwind“ hat beleidigt abgesagt. Wie Fallmeier ausführte, habe sie dies damit begründet, dass ohne Zustimmung der Gemeinde die Landesregierung ohnehin keine Sondergenehmigung zum Bau geben würde. Genau das aber befürchten die Gegner der Projekte. Nachdem die Regionalpläne gerichtlich für mangelhaft erklärt worden waren, könnten Windräder derzeit nur per Sondergenehmigung der Regierung gebaut werden. Und genau dies trauen die Hartenholmer vor allem Ministerpräsident Torsten Albig zu.

Die andere Windanlagenbetreiberfirma BayWa hat nicht gekniffen. Sie will in Todesfelde-Voßhöhlen fünf Windräder aufstellen. Ihr Projektentwickler Andreas Meier hat das Genehmigungsprozedere ausführlich geschildert. „Das letzte Wort hat Kiel“, stellte er fest. Seine Firma arbeite derzeit lediglich an einer „Projektidee“. Mit den Flächeneigentümern sei man sich zwar einig. Ob aber gebaut werde, sei derzeit noch offen. Dann sagte er einen Satz, den sich die Hartenholmer merken werden: „Die BayWa wird in Todesfelde keinerlei Anträge stellen, weil es Unsinn wäre. Wir werden darauf warten, ob die Regionalplanung unsere Flächen letztendlich ausweist oder nicht.“

So lange werden die Hartenholmer nicht warten. „Wir wollen bei der Staatskanzlei unseren Widerstand anmelden, Unterschriften sammeln und eine fundierte Stellungnahme verfassen“, zählte Bürgermeister Fallmeier auf. „Wir wollen, dass Kiel sagt: Es hat keinen Sinn, bei Hartenholm Windräder aufzustellen.“

Christian Spreer

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