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In Rickling wird der Volkstrauertag reformiert

Rickling In Rickling wird der Volkstrauertag reformiert

Eine Woche, drei Veranstaltungen, ein Ziel: „Erinnern und Bewahren“ – Ein ganzes Team aus engagierten Ricklingern setzt sich für ein zeitgemäßes Gedenken ein.

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Christian Thomann (v. l.), Inge Tempel, Margot Santen, Birgit Schwirtz, Hartmut Kühl und Martin Rühe stellten das Programm vor.

Quelle: Hiltrop

Rickling. Ein stiller Gedenktag im Wandel: Am 13. November wird der Volkstrauertag begangen. Dann ziehen allerorten offizielle Vertreter aus Politik und Gesellschaft sowie die Männer und Frauen der Feuerwehren und der Bundeswehr in ihren Uniformen zur Kranzniederlegung an die Ehrenmale, halten Mahnwache, gedenken der Toten zweier Weltkriege und der Opfer von Gewaltherrschaft. Ein Ritual, das sich über Jahre nicht verändert hat – und vielleicht gerade deshalb kaum noch in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Ein Team für einen „anderen Volkstrauertag“ hat sich in Rickling zusammengefunden, um das Gedenken in der Gemeinde zu reformieren.

Angeschoben von Diakon Hartmut Kühl haben Margot Santen (Seniorenbeirat), Birgit Schwirtz (Landfrauen), Inge Tempel (Sozialverband), Andreas Harm (Ortshandwerkerschaft), Bürgermeister Christian Thomann und Pastor Martin Rühe drei Veranstaltungen zum „Erinnern und Bewahren“ auf die Beine gestellt. „Mit Ausbaupotenzial für die Zukunft“, wie Kühl unterstreicht, ursprünglich war seine Idee, das Thema über einen weit längeren Zeitraum zu beleuchten. „Es ist auf eine Woche zusammengeschmolzen – für den Anfang ganz gut.“

Ziel: Mehr Beachtung und eine zeitgemäße Wahrnehmung, bei der der Bogen zum Heute gespannt wird. Es solle eben nicht nur um Soldaten gehen. Dennoch werden bestimmte Rituale beibehalten. So habe sich die Feuerwehr mehrheitlich dagegen ausgesprochen, ganz auf den traditionellen Rahmen mit Uniform zu verzichten. Kühl: „Wir wollen das ja zusammen machen, darum akzeptieren wir das.“ Und Ricklings Bürgermeister Christian Thomann wirft ein, dass andere dagegen fragen würden, ob der Volkstrauertag überhaupt sein müsse. „Ich finde es wichtig, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen“, unterstreicht er.

Ein neues Gesicht soll das Gedenken durch die Themenstellung bekommen, die sich immer wieder ändern könne, so Kühl. Im Mittelpunkt der ersten Woche für den Volkstrauertag in Rickling steht zum einen Johann Georg Elser, dessen Attentat auf Adolf Hitler (8. November 1939 in München) scheiterte. Elser starb 1945 im Konzentrationslager Dachau. Den Auftakt macht der Film „Elser – er hätte die Welt verändert,“ in dem Regisseur Oliver Hirschbiegel das Porträt eines ganz normalen Mannes (gespielt von Christian Friedel) zeichnet, der zum entschiedenen Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus wird und scheitert.

Gemeinsam mit Andreas Harm habe er damit gleichzeitig den Startschuss für das Kommunale Kino in Rickling geben wollen, so Kühl. Begleitet wird der 2005 uraufgeführte Film von einer Ausstellung über seinen Protagonisten Elser.

Ein Vortrag des Historikers Dr. Harald Jenner zur Rolle des Landesvereins in den Kriegsjahren 1939 bis 1945 bildet den zweiten Teil. Denn zum dunklen Kapitel der Landesvereins-Geschichte gehört die Beschlagnahmung der „Ricklinger Anstalten“ (1941), die mit der Verlegung und dem frühen Tod vieler Patienten der Einrichtung einherging. Ein Gottesdienst mit Pastor Martin Rühe und Diakon Hartmut Kühl, in dem Bilder von einem Gott aufgezeigt werden, der den Frieden wahrt, ist zum Abschluss der Woche geplant. Eine Woche, die anschließend ganz traditionell mit dem Gang zum Mahnmal zu Ende gehen soll.

Elser im Mittelpunkt der „Volkstrauerwoche“

Erinnern und bewahren heißt es am Montag, 7. November, zum Auftakt der Woche für den Volkstrauertag: In der alten Schule in Rickling wird der Film „Elser – Er hätte die Welt verändert“

gezeigt und eine Ausstellung zu Elser eröffnet. Los geht es um 20 Uhr.

Am Donnerstag, 10. November , geht es ab 19 Uhr im Therapiezentrum auf dem Lindenhof in einem Vortrag um die Rolle des Landesvereins während des Zweiten Weltkriegs. Eintritt frei.

Am Sonntag, 13. November ab 10.30 Uhr ist ein Friedensgottesdienst mit anschließendem Gang zum Ehrenmal geplant. hil

Heike Hiltrop

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