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In Todesfelde fällt bald der letzte Schuss

Todesfelde In Todesfelde fällt bald der letzte Schuss

Die Standortschießanlage wird in diesem Jahr geschlossen. Im aufgelösten Munitionsdepot nebenan will eine Privatfirma künftig explosive Stoffe lagern.

Sicherheit wurde immer groß geschrieben auf der Schießanlage am Ortsrand von Todesfelde. Doch wegen eines neuen Schießkonzeptes gilt die Anlage als nicht mehr zeitgemäß. Was aus ihr wird, ist offen.

Quelle: Christian Spreer

Todesfelde. Selbst durch die Ohrschützer sind die Schüsse auf die Schießscheiben nicht zu überhören. Der kleine Trupp Soldaten, der auf der Standortschießanlage weit außerhalb von Todesfelde den Umgang mit Waffen und Munition übt, dürfte mit zu den letzten gehören, der hier seine Fähigkeiten testen kann. Denn die Anlage wird noch in diesem Jahr dicht gemacht. Dem direkt angrenzenden Munitionsdepot ist es bereits 2014 so ergangen. Dort hat sich die Bundeswehr längst zurückgezogen. Doch demnächst dürfte es eine Folgenutzung geben: Eine Firma aus Baden-Württemberg will in den „Bunkern“ explosive Stoffe lagern.

LN-Bild

Die Standortschießanlage wird in diesem Jahr geschlossen / Im aufgelösten Munitionsdepot nebenan will eine Privatfirma künftig explosive Stoffe lagern.

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490000 Hektar

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) ist eine der größten Immobilieneigentümer Deutschlands. Ihr gehören Grundstücke mit einer Gesamtfläche von rund 490000 Hektar und 38

000 Wohnungen. Aufgaben der Bima sind unter anderem die Verwaltung und Vermarktung bundeseigener Immobilien, vor allem solcher, die vom Bund nicht mehr gebraucht werden.

Wie Oberstleutnant Ullrich Burchardi, Leiter der Informationsarbeit beim Landeskommando Schleswig-Holstein in Kiel, den LN bestätigte, werde die Schießanlage in Todesfelde später vermutlich von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) verkauft werden. „Im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr sind viele Standorte aufgegeben worden.“ Das treffe jetzt auch Todesfelde. Grund: „Mangelnde Nutzung durch die Bundeswehr.“ Dann werde es im Kreis Segeberg nur noch eine Schießanlage geben, die in Boostedt. Für die vor allem aus Wald bestehende Fläche einen Käufer zu finden, dürfte nicht allzu einfach sein. Todesfeldes Bürgermeister Mathias Warn hat schon abgewunken: „Kein Interesse“.

Der Verkauf hat bei dem 2014 aufgegebenen Munitionsdepot immerhin funktioniert. Die baden-württembergische Firma hat das rund zwölf Hektar große Anwesen von der Bima erworben. Wie Marco Fritzsche vom Amt Leezen den LN sagte, „sind Anträge zur Lagerung von Pyrotechnik“ gestellt worden. Bürgermeister Warn hat nichts gegen eine derartige Neunutzung. Und auch das Amt Leezen sehe darin kein Problem, so Fritzsche: „Was für Munition gut war, dürfte auch für Pyrotechnik gut sein.“ Tests soll es auf dem Gelände allerdings nicht geben, habe die Firma versichert.

Der Kreis Segeberg hat sich ebenfalls bereits mit dem Thema befasst. Wie der Chef des Kreis-Bauamtes, Thomas Falck, auf Anfrage sagte, habe der Antrag auf Lagerung von explosionsgefährlichen Stoffen nach dem Sprengstoffgesetz „konzentrierende Wirkung“. Das heiße, dass dort die Baugenehmigung gleich mitgeregelt werde. Letztlich zuständige Genehmigungsinstanz sei jedoch die Staatliche Arbeitschutzbehörde in Lübeck, nicht der Kreis Segeberg. Er sei jedoch von den Lübeckern am Genehmigungsverfahren beteiligt worden. Falck: „Wir haben das vor allem unter dem Blickwinkel des Brandschutzes geprüft und entsprechende Auflagen formuliert.“ Die Lagerung soll in mehreren, erdüberdeckten Gebäuden erfolgen. Die seien dafür geeignet. Falck: Das Anliegen der Firma sei „offenbar genehmigungsfähig“. Zumal sich aus der Besonderheit der Stoffe (explosives Material) eine besondere Privilegierung aus dem Baurecht ergebe. „Auch planungsrechtlich ist das Ganze nicht zu beanstanden“, meint Falck, der über die Menge der zu lagernden Stoffe nichts sagen wollte. Die Stellungnahme des Kreises an die Staatliche Arbeitsschutzbehörde bei der Unfallkasse Nord sei vorgestern abgeschickt worden.

Zurück zur Schießanlage: Obwohl sie immer weniger genutzt wird, bedauert Stabsfeldwebel René Bauermeister ihr bevorstehendes Aus. „Die Bundeswehr hat umgestellt und ein neues Schießausbildungskonzept entwickelt. 2015 hatten wir nur 29 Schießtage, das ist nicht viel, aber die neuen Übungen dürfen hier aus Sicherheitsaspekten nicht geschossen werden.“

Von Christian Spreer

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