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Segeberg In der dunklen Jahreszeit kommen die Langfinger
Lokales Segeberg In der dunklen Jahreszeit kommen die Langfinger
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20:51 31.10.2013
Landespolizeidirektor Burkhard Hamm: Es geschehen wieder mehr Einbruchsdelikte. Quelle: Fotos: Fuchs

Mit der dunklen Jahreszeit hat jetzt wieder eine Branche Hochkonjunktur, die niemand gern zu Hause antreffen will: die Einbrecher. Seit 2005 ist die Zahl der Einbruchsdelikte in Schleswig-Holstein kontinuierlich angestiegen, sagte gestern Landespolizeidirektor Burkhard Hamm in Norderstedt. 7654 Einbrüche seien es landesweit gewesen, 340 mehr als im Jahr 2011.

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Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote: „Ein wachsamer Nachbar ist der beste Einbruchsschutz.“

Im Kreis Segeberg waren es voriges Jahr 820 Einbrüche. „Bei bundesweit 144 000 Einbrüchen wird statistisch gesehen alle drei Minuten irgendwo in Deutschland eingebrochen“, so Polizeihauptkommissar Kay Katzenmeier. „Das ist eine erschreckend hohe Zahl an Straftaten.“ Um diese Entwicklung aufzuhalten, hat die Landespolizei 2012 erstmals einen Tag des Einbruchsschutzes eingeführt. In diesem Jahr wurde dazu im Norderstedter Herold-Center eine zweitägige Messe veranstaltet, wo Bürger Tipps bekommen, wie sie sich und ihre Wohnungen schützen können. Auch die Opferschutzorganisation Weißer Ring ist dabei. Die Messe ist in der De-Gasperi-Passage im Erdgeschoss des Herold-Centers zu besichtigen. Ausstellungsleiter Katzenmeier sagt: „Mechanik geht vor Elektronik. Das Wichtigste ist, dass die Täter erst gar nicht in die Wohnung kommen.“ Eine Liste mit 140 Handwerksbetrieben, die zertifizierten Einbruchsschutz gewährleisten, ist dort ebenfalls ausgelegt. Die Liste kann über www.polizei.schleswig-holstein.de unter der Rubrik Einbruchsschutz heruntergeladen werden.

Am heutigen Freitag gibt es ab 16 Uhr im Polizeirevier Norderstedt am Herold-Center einen Vortrag zu hören, der Besuch ist kostenlos.

Welchen Stellenwert Landesregierung und Polizei diesem Thema einräumen, wurde dadurch deutlich, dass Innenminister Andreas Breitner gestern die Einbruchsschutz-Messe eröffnete. Der Minister, der früher selbst Polizeibeamter war, appellierte an die Bürger, dieses Angebot zu nutzen und ihre Wohnungen und Häuser gegen Einbrecher besser zu schützen. Denn neben den materiellen und ideellen Schäden hätten die Opfer oft auch mit den psychologischen Folgen eines Einbruchs zu kämpfen. „Das kann soweit gehen, dass die Betroffenen erst nach einem Umzug wieder ihre persönliche Ruhe finden“, weiß Landespolizeidirektor Hamm aus Erfahrung. „Und dagegen gibt es keine Versicherung.“

Davon kann Norderstedts Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote ein Lied singen, wie er sagte. So habe er jahrelang entsprechende Hinweise und Ratschläge in den Wind geschrieben, bis er selbst eines Tages vor zwei Jahren Opfer eines Einbruchs geworden sei. Alles war durchwühlt, die Blumen umgeworfen. „Da bekommt man sofort ein komisches Gefühl in der Magengegend“, sagte der Verwaltungschef und ärgerte sich, dass er nicht vorher einige relativ preiswerte Maßnahmen ergriffen habe, um die Fenster und Türen in seinem Haus zu sichern. Das würde zwar einige hundert Euro kosten und vielleicht die Geschenke zu Weihnachten etwas einschränken, aber eine solche Investition zahle sich aus, riet Grote. „Denn die Uhr meines verstorbenen Vaters, die zwar nicht teuer war, aber für mich einen sehr hohen ideellen Wert hatte, werde ich nie wieder zurückbekommen.“

Burkhard Fuchs

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