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Innenminister Studt in Boostedt: „Rückstau abgearbeitet“

Boostedt Innenminister Studt in Boostedt: „Rückstau abgearbeitet“

Belegung der Erstaufnahme für Flüchtlinge reduziert — In Boostedt leben derzeit 900.

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Minister Stefan Studt in der Erstaufnahme Boostedt: Maria von Glischinski, Lolita Ludwig (DRK, v.l.) und Fariba Malek zeigen die Nähstube.

Boostedt. Ungewohnt ruhig war es gestern in der zur Flüchtlingserstaufnahme umfunktionierten Rantzau-Kaserne zum Besuch von Innenminister Stefan Studt. Nur 887 Asylbewerber sind derzeit in den ehemaligen Kompaniegebäuden untergebracht. Bis zu 2500 Plätze gibt es in Boostedt. Die Flüchtlingszahlen seien leicht gesunken. Doch noch immer bekomme das Land täglich 50 Asylbewerber zugewiesen, sagte Studt. Dazu kämen 200 bis 300, die so ankommen. „Das sind immer noch ungefähr 6000 im Monat“, so Magdalena Drywa, Sprecherin des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten. „Unklar ist, ob die Zahlen stabil bleiben“, betonte Studt, der derzeit alle Erstaufnahmen im Land besucht, um sich bei den Mitarbeitern und Ehrenamtlichen zu bedanken.

Gut 50 Mitarbeiter hat das DRK, das die Unterkunft betreut, beschäftigt, sagte Leiterin Maria von Glischinski beim Rundgang mit Studt. Das Gelände ist weitläufig. Um das tägliche Fitnessprogramm müssten sich die Mitarbeiter hier also nicht sorgen. Auf dem Weg zum alten Stabsgebäude G6, wo Fußball gespielt wurde, schaute die Gruppe noch in der „Nähstube“ von Lolita Ludwig herein. Es gebe zwar ein großes Kleiderhaus auf dem Gelände, wo allein über 33 Ehrenamtliche und konstant auch 20 Bewohner mithelfen würden, doch die Kleidung sei oft zu groß. Bei Ludwig können Hosen und Ärmel gekürzt werden. Neben zwei DRK- Mitarbeitern seien auch zwei Boostedterinnen ehrenamtlich aktiv.

Dann zog der Tross mit Landrat Jan Peter Schröder, Ministeriumsmitarbeitern und der SPD-Abgeordneten Serpil Midyatli weiter zum Fußball. In einem ehemaligen Schulungsraum laufen einige Jungen dem Ball hinterher. Täglich von 10 bis 14 Uhr wird hier Fußball angeboten, wie auf einem Zettel am Eingang auf Englisch erläutert wird. „Wir nutzen alle Räume, die wir haben“, so Glischinski. Eine Bibliothek mit gespendeten Büchern gebe es, eine Holzwerkstatt werde eingerichtet, sogar ein Fitnessraum sei vorhanden. Weitere Angebote seien in Arbeit auch in Kooperation mit örtlichen Vereinen.

Die Zusammenarbeit sei sehr gut. Gerne würde man die Turnhalle nutzen — genau wie Bürgermeister Hartmut König, der auf ein Kurzgespräch vorbeischaute. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben habe einen Mietvorschlag gemacht, berichtete er. „Das müssen wir machen“, sagte Studt. Auch die Nutzung durch Ehrenamtliche wäre dann möglich.

Gähnende Leere herrschte im Wartesaal der Registrierung. Über die Weihnachtstage solle Boostedt nicht weiter belegt werden, so Studt. Damit Ruhe einkehren könne. Den Rückstau bei der Flüchtlingsaufnahme habe man abarbeiten können im Land. In Neumünster sei es gelungen die Belegung auf 1400 zu verringern. Dabei soll es auch bleiben, damit die Gebäude nach und nach saniert werden können. Zwischenzeitlich war die Erstaufnahme Neumünster mit 5000 Flüchtlingen völlig überfüllt gewesen. Nach einer dreiviertel Stunde zog Studt weiter — nach Kellinghusen.

„Über die Feiertage wird Boostedt nicht weiter belegt. Damit Ruhe einkehren kann.“
Innenminister Stefan Studt

Nadine Materne

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