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Insolvenz: Bekommen Senioren ihr Geld zurück?

Bad Oldesloe Insolvenz: Bekommen Senioren ihr Geld zurück?

Der Zusammenbruch des Bad Oldesloer Pflegeheimes St. Jürgen-Stift bedeutete für viele ältere Menschen eine Katstrophe.

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Von 1877 bis Juli 2016 diente das St.-Jürgen-Hospital als Altenheim. Künftig soll hier ein Wohnquartier entstehen.

Quelle: Foto: Britta Matzen

Bad Oldesloe. Vor einem Jahr brach die Stiftung St. Jürgen in Bad Oldesloe zusammen. Ihre Pleite trieb die Bewohner des Pflegeheims damals zur Verzweiflung. Nicht nur, dass die betagten Senioren innerhalb von wenigen Tagen ihr Zuhause verlassen und sich eine neue Einrichtung suchen mussten, auch ihr Geld war futsch. Rentenzahlungen wurden von St. Jürgen einbehalten. Mittlerweile sind die Gebäude am Kirchberg verkauft. Der Investor Argos GmbH aus Bad Segeberg hat die Immobilien erworben. Doch von ihrem Geld haben die ehemaligen Heimbewohner immer noch keinen Cent gesehen.

„Ich halte es schlicht für unverantwortlich, alle Betroffenen so lange im Unklaren zu lassen“, schimpfte Hans-Ulrich Raab, dessen Mutter Brigitte Forderungen gegenüber St. Jürgen hat. „Es dreht sich um 1700 Euro, die einbehalten wurden – 1500 Euro Miete für den Monat Juli 2016 und 200 Euro Taschengeld“, so Raab. Obwohl seine Mutter bereits am 3. Juli 2016 ausgezogen sei, sei sie gezwungen worden, für den vollen Monat Juli zu bezahlen. „,Das Geld bekommen Sie mit der Augustrechnung zurückerstattet‘, hat man ihr damals gesagt.“ Doch das Geld habe sie bis heute nicht wieder gesehen.

Also hat Raab sich jetzt an den Insolvenzverwalter Tjark Thies gewandt. „Ich bitte Sie, nun endlich die Angehörigen beziehungsweise die Betroffenen selbst, soweit sie noch in der Lage sind, über den weiteren Fortgang des Verfahrens zu informieren“, schrieb Raab in seinem Brief an den Hamburger Insolvenzverwalter.

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Zunächst folgte eine Rechtfertigung für die Schließung des Heims: „Meine Ermittlungen im Insolvenzverfahren haben ergeben, dass die Entscheidung des Vorstands wirtschaftlich richtig war, da die laufende Unterdeckung aus dem Heimbetrieb von der Stiftung nicht länger abgefangen werden konnte.“ Weiter teilte Thies mit, dass die Immobilien am Kirchberg veräußert werden mussten aufgrund der Verbindlichkeiten gegenüber der Bank und der eingetragenen Grundschulden. „Nach meiner vorläufigen Einschätzung gehe ich davon aus, dass die Insolvenzgläubiger der Stiftung nach dem Abschluss des Verfahrens aus den Miet- und Pachteinnahmen oder aus dem Erlös von Immobilienverkäufen voll befriedigt werden können.“ Allerdings werde die Auszahlung an die Gläubiger erst am Ende des Verfahrens in Abstimmung mit dem Insolvenzgericht erfolgen. „Wann genau dies der Fall ist, kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht seriös abschätzen. Vor Ende 2018 wäre dies aber bereits ein Erfolg“, teilte Thies mit. Insolvenzverfahren dieser Größenordnung könnten auch mal 15 oder 20 Jahre dauern, so Thies gegenüber den LN.

Raab ist mit dieser Aussicht gar nicht glücklich. „Zwei Jahre zu warten, finde ich nicht fair. Die alten Leute sind doch auf das Geld angewiesen. Das tut denen doch weh, wenn sie es nicht haben. Und wer weiß, ob sie 2018 überhaupt noch leben. Einige der Heimbewohner, die von St. Jürgen noch Geld bekommen sollten, sind ja bereits verstorben.“

69 Gläubiger haben laut dem den LN vorliegenden Insolvenzbericht Forderungen in Höhe von insgesamt 3,2 Millionen Euro angemeldet. Die höchsten Beträge entfallen auf das Versorgungswerk Bund und Länder (VBL) mit 1,397 Millionen Euro, auf die Sparkasse Holstein mit 1,195 Millionen Euro und die Bundesagentur für Arbeit in Höhe von 300000 Euro. Im Vergleich zu diesen Summen sind die Forderungen der Heimbewohner gering. Doch es sind gerade die privaten Leute und die kleinen Handwerksbetriebe, die darauf angewiesen sind, möglichst schnell ihr Geld zurück zu erhalten. Eine Abschlagszahlung hält Raab deshalb für die bessere Lösung: „Das Geld für die Immobilien am Kirchberg steht doch zur Verfügung.“

Britta Matzen

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