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Segeberg Integration mit Schlauch und Hydroschild
Lokales Segeberg Integration mit Schlauch und Hydroschild
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20:20 05.03.2016
Thorsten Thiele (r.), stellvertretender Wehrführer in Fahrenkrug, zeigt Asylbewerbern und Paten, wie der Wasserstrahl richtig eingesetzt wird.

Die Freiwillige Feuerwehr Fahrenkrug geht den direkten Weg der Integration: Bereits zweimal haben sich die Fahrenkruger Brandschützer den im Ort wohnenden Asylbewerbern präsentiert. Während eines regulären Dienstabends warteten sie mit allem auf, was Feuerwehr ausmacht — und weckten damit das Interesse der Gäste.

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Die Freiwillige Feuerwehr Fahrenkrug geht den direkten Weg der Integration: Bereits zweimal haben sich die Fahrenkruger Brandschützer den im Ort wohnenden Asylbewerbern präsentiert.

„Die Feuerwehrleute in Afghanistan werden zwar schlecht bezahlt, dennoch leben sie davon.“ Jafar Mohammadi (26)

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Wer sich für Flüchtlinge engagieren möchte, kann sich an Leeza Lorenz wenden. Zu erreichen ist sie unter ☎ 04551/951762 oder per E-Mail:

Leeza.Lorenz@kreis-se.de

Weitere Kontakte:

Wahlstedt: E-Mail: fluechtlinge@wahlstedt.de

Trappenkamp: Harald Krille, ☎ 04323/91 4116

Amt Itzstedt: Silke Telemann, ☎ 04535/509-174.

Amt Leezen: Holger Pirdzuhn, ☎ 04552/997727.

26 Kinder und Erwachsene waren es beim ersten Treffen. Nur auf Erwachsene war jetzt das zweite Treffen ausgerichtet, mit dem die Feuerwehr ihren Beitrag zur Integration der Flüchtlinge leistet. Die Anzahl der Besucher aus Afghanistan, Syrien und dem Irak hatte sich zwar reduziert, ihr Interesse an der Feuerwehr aber war ungebrochen. „Schon beim ersten Besuch haben sie viele Fragen gestellt, die von zwei Dolmetschern übersetzt wurden“, erzählt der stellvertretende Wehrführer Thorsten Thiele, der alle 14 Tage bei den Treffen des Fahrenkruger Helferkreises die Feuerwehr vertritt.

Die Besucherrunden für die Asylbewerber hat Thorsten Thiele, zu dessen Wehr 35 Aktive gehören, organisiert, um ihnen nach den Kriegserlebnissen, die viele der Flüchtlinge erfahren mussten, Ängste zu nehmen. „Wir haben ihnen Atemschutzgeräteträger gezeigt, damit sie wissen, was los ist, wenn sie einem solchen mal begegnen sollten“, so Thiele. Die Geräte und Feuerwehrautos wurden präsentiert und die Bedeutung der Notrufnummer 112 erläutert. Inzwischen wissen die Flüchtlinge auch, wie sie sich selbst in einem Notfall verhalten sollten und welche Angaben für einen Notruf wichtig sind. Zum Abschluss des ersten Treffens durften die Gäste sogar eine Runde im Feuerwehrauto durch Fahrenkrug drehen.

„Das war ein gelungener Abschluss. Insgesamt waren wir alle total überrascht, wie offen und positiv die Asylbewerber alles aufgenommen haben“, so Thiele, der beim zweiten Treffen das zuvor Erlernte „abgefragt“ hat. Anschließend zeigten die Aktiven der Wehr, wie eine Schlauchleitung aufgebaut und wozu ein Hydroschild gebraucht wird und wie groß der Druck ist, mit dem das Wasser durch die Schläuche schießt. Sogar einen Schrott-Pkw hatten die Feuerwehrleute organisiert, um die Bandbreite der technischen Hilfeleistungen zu demonstrieren.

Für die meisten Flüchtlinge sind die Aufgaben der Feuerwehr völliges Neuland, denn in ihren Heimatländern gibt es keine Freiwilligen Feuerwehren. In größeren Orten sind hauptamtliche Wehren für den Brandschutz zuständig. In ländlichen Gebieten sind es freiwillige Helfer, die sich zwar einbringen, für die Aufgaben aber nicht ausgebildet sind. Dass die in den Freiwilligen Feuerwehren tätigen Aktiven für ihren Einsatz nicht bezahlt werden, war für sie ebenfalls neu. „Die Feuerwehrleute in Afghanistan werden zwar schlecht bezahlt, dennoch leben sie davon“, erzählt Jafar Mohammadi (26), der mit seiner Frau und drei Kindern bereits seit fünf Jahren in Deutschland lebt und sich gut auf Deutsch verständigen kann.

Die Besuche bei der Feuerwehr haben das Interesse des jungen Afghanen geweckt. Er überlegt, selbst Mitglied zu werden und strahlt über das ganze Gesicht, als ihm Thorsten Thiele probeweise einen Feuerwehrhelm aufsetzt. Noch lieber aber würde Mohammadi, der bereits arbeiten darf, eine Ausbildung zum Karosserie- oder Metallbauer beginnen. Wer ihm eine Ausbildung ermöglichen würde, kann sich bei der Feuerwehr Fahrenkrug melden.

Von Petra Dreu

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