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Segeberg Intensivtäter: „Konsequent handeln“
Lokales Segeberg Intensivtäter: „Konsequent handeln“
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00:00 19.10.2012
Segeberg

Hätte der Todessturz von Evita R. verhindert werden können, wenn die Justiz strenger auf den als Intensivtäter bekannten Artur W. Einfluss genommen hätte? Nach einer Verurteilung wegen zweifacher Körperverletzung im Jahr 2010 war der heute 18-Jährige lediglich zu Arbeitsstunden und einem Anti-Aggressionstraining verurteilt worden. Offenbar reichte das nicht aus. „Im Umgang mit kriminellen Jugendlichen und jugendlichen Intensivtätern muss der Staat konsequent handeln und zugleich helfen“, fordert jetzt Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breiter (SPD). Jungen Kriminellen müssten demnach klare Grenzen gesetzt, Strafverfahren möglichst schnell nach der Tat eingeleitet und abgeschlossen werden. Repression und Prävention sind zwei Seiten der gleichen Medaille. „Wir dürfen aber keinen kriminellen Jugendlichen verloren geben“, mahnt Breitner. „ Ich rufe insbesondere die Schulen, Jugendhilfe und die Justiz auf, gemeinsam mit der Polizei vor Ort konkrete Maßnahmen zur Prävention und Repression von Jugendkriminalität zu erarbeiten und umzusetzen.“Detlef Hardt, Vorsitzender des Opferschutzverbandes „Weißer Ring“ in der Hansestadt Lübeck, spricht dagegen von einer „Ohnmacht des Staates vor Intensivtätern“. Angesichts von Gewaltopfern, die von jugendlichen Intensivtätern bedroht und brutal zusammengeschlagen würden, müsse man sich fragen, ob der Erziehungsgedanke des Jugendgerichtsgesetzes noch Aufrecht erhalten werden könne. „ Den Tätern wurden durch vorausgegangene Verurteilungen oft, zu oft, Mahnfunktionen aufgezeigt. In vielen Fällen erfolglos“, sagt Hardt. Es könne aber nicht hingenommen werden, dass weiterhin Intensivtäter unter den Augen der Strafverfolgungsbehörden Angst und Schrecken verbreiteten. Intensivtäter, die die Mahnungen und Angebote des Staates ignorieren, müssen Zwangsmaßnahmen hinnehmen. Dazu gehörten auch Freiheitsstrafen. ov

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