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20:34 18.09.2017
Streitbar in der Sache, freundlich im Umgang: Kandidaten und Leser beim LN-Speed-Dating im Bad Oldesloer Bürgerhaus. Quelle: Fotos: Albord(5)/dreu
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Bad Oldesloe

„Ich will im Gespräch tolle Leute kennenlernen“, hatte Ulrike Täck (Die Grünen) zu Beginn erklärt und freute sich am Ende, dass ihr das auch gelungen war. „Beim Gegenübersitzen und einander in die Augen schauen führt man die besten Gespräche“, fand die Politikerin.

Die Erwartungen an das LN-Speed-Dating waren bei Politikern wie bei Lesern hoch, und am Ende haben sie sich erfüllt – Wähler und Direktkandidaten aus dem Walkreis 8 Segeberg-Stormarn-Mitte waren sich über Parteigrenzen hinweg einig, dass die Veranstaltung gelungen war.

Tobias Mährlein (FDP) war in Bad Oldesloe das erste Mal bei einem Speed-Dating dabei. „Das Format ist für mich neu“, sagte er hinterher, „ich war überrascht, wie schnell die sieben Minuten um waren.“

Die Fragenden seien sehr gut vorbereitet gewesen, „zweimal musste ich passen, weil ich mich nicht auskannte. Aber es gefällt mir, herzlich gerne wieder“.

Gero Storjohann (CDU) kannte das Format schon in etwas anderer Form. „Es hat mir gut gefallen“, sagte der Politiker aus Seth, der schon lange im Bundestag sitzt. „Schade ist nur, dass ich jetzt nicht weiß, was die anderen Kandidaten denken.“ Heiko Evermann, der für die AfD antritt, bezeichnete das Speed-Dating als „sehr interessant. Ich fand es gut, so viele verschiedene Fragen beantworten zu müssen“.

Kein Abdriften möglich

Miro Berbig, der für die Linke kandidiert und aus Norderstedt kommt, empfand das Speed-Dating als harte Arbeit. „Es ist anstrengend, jedem gerecht zu werden, und eine Herausforderung, weil kein Abdriften erlaubt ist“, urteilte er nach der Fragerunde. „Sonst wollen Bürger immer nur ihre Vorurteile bestätigt haben, hier gab es echte Gespräche.“ Alexander Wagner (SPD) zeigte sich beeindruckt davon, wie gut die Leute vorbereitet gewesen seien. „Es macht Spaß, mal mit fremden Menschen zu reden und zu hören, was sie so bewegt.“

Auch die Leser zeigten sich vom Speed-Dating angetan. „Es ist etwas ganz Anderes, ob man Politiker auf dem Plakat sieht oder ihnen gegenübersitzt“, sagte Andrea Mandt aus Bad Oldesloe. „Das ist ein tolles Format. Ich will versuchen, etwas davon an meine Schüler weiterzugeben.“

Durchgehend gab es auch Lob für die Kandidaten. „Alle sechs Kandidaten haben sich sehr gut geschlagen“, urteilte Manfred Lieder aus Oldesloe, „mir hat das Speed-Dating gut gefallen.“Auch Antje Lennartz aus Pölitz lobte das sehr spannende Format. Sie sitzt selber im Gemeinderat und ist politisch aktiv. „Ich habe beim Speed-Dating durch die vielen Gespräche noch einen Impuls für meine Wahlentscheidung bekommen.“

An jeden Kandidaten hatte der Sozialtherapeut und Diakon Udo Reichle-Röber aus Barnitz die gleiche Frage gestellt: Warum sollte ich meine wertvolle Zweitstimme Ihrer Partei geben? Die Antworten darauf waren unterschiedlich. „Vielen Dank für klare und deutliche Antworten“, sagte Reichle-Röber im Anschluss. „Ich weiß inzwischen, wem ich meine Zweitstimme gebe, verrate es aber nicht.“ Er freute sich, dass seine Fragen ernst genommen wurden. „Ich habe auch alle gefragt, welche Partei sie wählen würden, wenn es ihre Partei nicht gäbe. Bis auf einen haben alle ehrlich darauf geantwortet.“

Viele staunten darüber, wie schnell die sieben Minuten um gewesen seien. „Das war eine sehr gute Gelegenheit, die Leute mal direkt zu sprechen“, so Jörg Jokisch aus Segeberg. Um mit den Kandidaten persönlich ins Gespräch zu kommen, war der Unternehmer extra von Bad Segeberg nach Bad Oldesloe gefahren. „Ich habe mir die Fragen ausgesucht, die für die jeweilige Partei am unangenehmsten waren.

Insgesamt war die Veranstaltung für mich sehr erhellend.“Neue Erkenntnisse habe er aber nicht gewonnen.

„Das ist eine gute Gelegenheit, den Kandidaten auf den Zahn zu fühlen“, so Jokisch weiter, dem in den vergangenen Monaten vor allem die Ungleichbehandlung von kleinen, mittelständischen und großen Unternehmen gegen den Strich gegangen ist.

Die Reinfelderin Ivonne Stresius (52) war von der Gelegenheit, die Bundestagskandidaten persönlich kennenzulernen, begeistert. „Ich finde das Format sehr interessant. Politik wird von Menschen gemacht. Das kam gut rüber. Überraschende Aussagen allerdings blieben aus“, resümierte die Lebensmittelchemikerin und Umweltingenieurin, die seit zehn Jahren in der Forschung arbeitet. Wen sie nicht wählen wird, hat Ivonne Stresius bereits vor dem Speed-Dating gewusst. Ob ihr danach eine Entscheidung leichter falle, ließ die Reinfelderin offen: „Überraschende Aussagen der Kandidaten blieben aus.“ Das Wichtigste sei, so Ulrike Täck in der Schlussrunde, dass jeder wählen gehe.

Von B. Albrod und P. Dreu

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