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Interessante Tour durch die Tücken des Denkmalschutzes

Bad Segeberg Interessante Tour durch die Tücken des Denkmalschutzes

Zum Tag des offenen Denkmals führte Christine Braun durch die Jugendakademie.

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Wie im Maschinenraum eines Dampfers fühlten sich Christine Braun (l.) und ihre Besucher im Heizungskeller der Jugendakademie.

Quelle: Fotos: Domann

Bad Segeberg. Wenn die Einhaltung von Denkmalschutzrichtlinien zur Auflage wird, kann die Umgestaltung eines Gebäudes schwierig sein, erfuhren die sechs Besucher der Bad Segeberger Jugendakademie, die am Sonntag zum Tag des offenen Denkmals geöffnet hatte. Christine Braun, Geschäftsführerin des Vereins für Jugend- und Kulturarbeit (VJKA), führte die Gruppe durch das Gebäude und berichtete aus der Umbauphase der ehemaligen Erwachsenenbildungsstätte in eine für Jugendliche. „Die Bildung erfolgt ähnlich, doch Erwachsene benötigen Ruhe. Jugendliche müssen sich wohlfühlen“, erklärte Christine Braun. Außerdem bedeute jugendgerecht auch strapazierfähig. „Wir hätten gern mehr Farbe für eine warme Atmosphäre gehabt, doch die ehemalige evangelische Akademie Nordelbiens war kühl und nüchtern.“ Als das Gebäude mit dem Verkauf an den Kreis unter Denkmalschutz gestellt worden sei, hätte derVJKA kaum noch Gestaltungsmöglichkeiten gehabt.

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Wie im Maschinenraum eines Dampfers fühlten sich Christine Braun (l.) und ihre Besucher im Heizungskeller der Jugendakademie.

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Architekt Helmut Striffler hatte in den 1960er Jahren die Akademie als Licht durchflutetes Bauobjekt konzipiert. Weiße Wände, viele Fenster, besondere Beleuchtungsanlagen und Glastüren zu den verschiedenen Räumen setzen lebendige Lichtakzente. Doch im Betrieb fällt auf, dass Akustiktüren angebrachter sind als die Glastüren, um ungestörter arbeiten zu können. „Bei Musikproben müssen wir die Belegung der Räume besonders planen und wenn hier Jugendgruppen durchrennen, schallt alles durch die Glastüren“, sagte Christine Braun. Die gesamte Eingangshalle steht unter Denkmalschutz, so mussten Fußboden, Tische, Stühle, Wandteppiche und Lampen übernommen werden. „Bei der Deckenfarbe hatten wir ein wenig Spielraum, die musste dunkler als die Farbe der Wände sein. So haben wir uns für dunkel lila entschieden.“ Bleiben musste auch der Glockenturm, der nur vom Treppenhaus des Verwaltungstraktes zu sehen ist. Er funktioniert nicht, ist aber zum Wohnhaus von Schwalben geworden.

Unter Denkmalschutz steht der Kiosk in der Eingangshalle. „Der wird nicht angenommen, wir haben jetzt dahinter Getränke- und Snackautomaten versteckt.“ Weiter führte die Tour zu den beiden Bettentrakten. Statt eines dunklen Graugrüns erscheinen die Decken in einem Hellgrau, damit die Räume nicht zu gruftig wirken. Nach langen Diskussionen mit dem Denkmalschutzamt in Kiel durfte auch eine vierte Verstrebung am Treppengeländer angebracht werden. „Wir haben hier auch jüngere Kinder zu Gast, die hätten durch den Zwischenraum fallen können.

Erst als wir sagten, dass die Behörde bei Unfällen zahlen müsse, durften wir das Gelände verändern“, erzählte Braun den kopfschüttelnden Besuchern. „Die Führung ist sehr interessant, ich war noch nie im Gebäude“, sagte Ute Stoltenberg aus Garbek. Sie habe nicht gedacht, dass das Gebäude so groß sei und zu welchen Komplikationen Denkmalschutz führen könne.

Zum Abschluss gab es noch einen Blick in den Heizungsraum. „Der sieht aus wie bei einem alten Dampfer“, sagte Christine Braun. Und sei so warm, dass bei einer Übung der Feuerwehr eine dort deponierte Puppe mittels Wärmekamera nicht entdeckt werden konnte. „Die Führung ist gut vorbereitet. Man merkt, dass da Herzblut drinsteckt“, sagte Ernst-Eberhard Strasdat aus Düsseldorf. Er zieht demnächst nach Bad Segeberg und wollte sich schon mal informieren, was die Stadt zu bieten hat.

Silvie Domann

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