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Segeberg Buntes Fest der Kulturen in Bad Oldesloe
Lokales Segeberg Buntes Fest der Kulturen in Bad Oldesloe
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14:23 04.09.2018
Interkulturelle Woche Quelle: Dorothea von Dahlen
Bad Oldesloe

Der Gedankenaustausch zwischen Menschen aus anderen Nationen bereichert das Leben. Das zu vermitteln ist den Veranstaltern der Interkulturellen Wochen in Bad Oldesloe angesichts der jüngsten fremdenfeindlichen Aufmärsche in Chemnitz besonders wichtig. Sie wollen zeigen, dass die Kreisstadt bunt ist und bleiben will. „Wir leben in Zeiten, in denen die Fundamente unseres Zusammenlebens infrage gestellt werden. Zivilisatorische Errungenschaften, wie das friedliche Miteinander in einem geeinten demokratischen Europa, sogar die universelle Geltung der Menschenrechte, scheinen an Gewicht zu verlieren. Rechtspopulistische, ja rassistische Strömungen gewinnen an Zulauf“, zitierte denn auch Hartmut Jokisch vom Forum für Migration aus dem Grußwort der evangelischen, katholischen und orthodoxen Kirchen in Deutschland.

Initiativen, Vereine und Institutionen der Stadt haben insgesamt 21 Veranstaltungen organisiert, die zwischen dem 15. und 30 September steigen. „Die Vielfalt ist gigantisch. Wer da nichts findet, was ihn interessieren könnte, dem ist nicht zu helfen“, lobte Bürgermeister Jörg Lembke. Und in der Tat reichen die Angebote von Reiseberichten über Autorenlesungen, Tanzvorführungen, Spielenachmittagen bis hin zu Ausstellungen. Der Journalist Reinhard Pohl schildert, dass Flucht und Vertreibung mit dem Wechsel der Regime seit 40 Jahren in Afghanistan an der Tagesordnung sind und stellt das Aufenthaltsrecht infrage. Die Q8-Quartiersentwicklung lädt zu einem Color-Dinner vors Hochhaus im Oldesloer Hölk ein (20. September). Aus seinen Kurzgeschichten und Gedichten liest der Iraner Mahmood Falaki unter dem Motto „Ich bin Ausländer –und das ist auch gut so!“ vor. Zu erleben sind auch Tänze und mythologische Artefakte aus Thailand sowie eine heilende Zeremonie der Peruanerin Fatima Mahrkens Sanchez. Ein Referent der Universitätsgesellschaft blickt zurück bis ins Mittelalter, um zu dokumentieren, dass Schleswig-Holstein seit jeher Einwanderungsland war. Beleuchtet werden die Partnerschaften zwischen Bad Oldesloe und dem israelischen Beer Yaacov sowie dem palästinensischen Jifna. Letzteres erfährt derzeit Unterstützung von den Oldesloer Stadtwerken beim Ausbau des Abwassersystems. Gemeinsames Kochen und Frühstück runden das Angebot ab. Im Willkommenscafé tritt übrigens der neu gegründete Chor „Gesang der Kulturen“ auf mit Sängern aus Bad Oldesloe, Syrien, Afghanistan und Armenien. „Darauf freuen sich die Familien schon ganz doll“, sagte Mitorganisatorin Gudrun Behnsen-Katenhusen. „Wir würden uns freuen, wenn noch mehr Oldesloer herkommen.“

Erstmals ist auch die Faire Woche Bestandteil des Veranstaltungsreigens. So wird es im KuB eine Ausstellung zum Thema „Konsumwandel“ geben. Das „Eine-Welt-Bündnis“ zeigt Strategien auf, wie solidarisches Wirtschaften eine bessere Welt schaffen könnte. In der Stadtbibliothek wird über Müllvermeidung im Alltag sowie Foodsharing, Bienenhaltung sowie erhaltenswerte Geflügel- und Gemüsesorten informiert.

„Unser Symbol ist der Engel der Kulturen“, wies Pastor Volker Hagge auf den Interkulturellen Gottesdienst hin, den Katholiken, Evangelen und Muslime gemeinsam gestalten. Er ist stets ein Höhepunkt der Festwochen. „Wir haben schon ein Friedensnetz gewebt, Seifenblasen steigen lassen und getanzt“, berichtete Kefrig-Blase vom Mehrgenerationenhaus Oase. Was für dieses Jahr geplant ist, mochte sie noch nicht verraten.

Alle Termine der Interkulturellen Wochen

Samstag 15. September 11-22 Uhr, Bella Donna-Saal, Bahnhofstraße 12, Thailändische Symbole und Artefakte mit Regine Lüdemann; 18 Uhr, Mai-Thai-Restaurant, Bahnhofstraße 12, Thai-Tanz: Suwannamatcha und Hanuman;

Montag 17. September 11 Uhr, Foyer im KuB, Beer-Yaacov-Weg 1, Vernissage zur Ausstellung „Konsumwandel“, Vamos e.V., BEI SH e.V., Faire Stadt Bad Oldesloe

Donnerstag 20. September 9.30 Uhr, Oase, Ratzeburger Straße 20, Interkulturelles Frühstück mit Freunden und Freuden; 15 –18 Uhr, Platz vor dem Hochhaus Im Hölk 2, Picknick-Meile von Q8-Quartiersentwicklung, tohus gGmbH, Ev. Kirche; 19.30 Uhr, Historisches Rathaus, Beer-Yaacov-Weg 1, Faironomics - öko, fair und frei! Mit den beiden Buchautoren und Aktivisten Ilona Koglin und Marek.

Freitag 21. September 17 - 19 Uhr, Oase, Ratzeburger Straße 20, Gerd-Günter Finck aus dem Roman des Erfolgsautors Frederik Forsyth „Die Faust Gottes“ mit Diskussion; 19 Uhr, BOart, Mühlenstraße 9-10, Ich bin Ausländer - und das ist auch gut so!, Kurzgeschichten und Gedichte von Mahmood Falaki. Veranstaltung ausverkauft; 19 Uhr, Stadtbibliothek, Königstraße 32, Müllvermeidung im Alltag.

Samstag 22. September 11 bis 15 Uhr, Vor und in dem KuB, Beer-Yaacov-Weg 1, Ernte Deine Stadt - nachhaltig, naturnah, regional. Foodsharing-Gruppe Bad Oldesloe.

Sonntag 23. September 11-14 Uhr, Bürgerhaus, Mühlenstraße 22, Faires Frühstück mit syrischen Spezialitäten. Prof. Dr. Gerold Rahmann (Leiter des Thünen-Instituts in Trenthorst) . zu Reisanbau und fairem Handel. Kostenbeitrag 5 Euro.

Dienstag 25. September 19.30 Uhr, Bürgerhaus, Mühlenstraße 22, Flucht aus Afghanistan - Asyl in Deutschland, Referent: Reinhard Pohl (Journalist aus Kiel), Service- und Beratungsstelle für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe, Kreis Stormarn und Forum Migration und Integration Bad Oldesloe,

Donnerstag 27. September 8.15 Uhr, Schule am Kurpark, Am Kurpark 16, Gemeinsames, interkulturelles Kochen und Feiern zum „Tag des Flüchtlings“, Schulsozialarbeit DaZ-Zentrum Theodor-Storm-Schule; 20 Uhr, Bürgerhaus, Mühlenstraße 22, Schleswig-Holstein als Migrationsland im Mittelalter. Mit Prof. Dr. Oliver Auge vom Historischen Seminar der Philosophischen Fakultät der Universität Kiel, Universitätsgesellschaft, Sektion Bad Oldesloe, Eintritt 5 Euro (ermässigt 2 Euro).

Freitag 28. September 15.30 Uhr, OASE , Ratzeburger Straße 20, Erzählsalon - Vielfalt in meinem Leben; 19.30 Uhr Doppelveranstaltung im Bürgerhaus, Mühlenstraße 22, Israel zu Fuß - auf Jesus‘ Spuren, Friedrich Westerworth (72) wanderte auf dem Israel National Trail von Tel Aviv bis zur syrischen Grenze. Außerdem berichtet Hartmut Jokisch mit Bildern über die Entwicklung in Beer Yaacov und Jifna.

Sonnabend 29. September 15 –18 Uhr, Bürgerhaus, Mühlenstraße 22, Willkommenscafé.

Sonntag 30. September 10.15 Uhr, St. Vicelin, Vicelinstraße 1, Messe zum Thema „Verfolgte Christen weltweit“ anschließend Veranstaltung im Gemeindehaus mit Stefan Stein vom Hilfswerk „KIRCHE IN NOT“; 11.30 Uhr, Haus der Begegnung, Poggenseer Weg 28, Gottesdienst zur interkulturellen Woche, Motto: „Vielfalt verbindet“. Im Anschluss Imbiss. Ev.-Luth. und kath Kirchengemeinde sowie Islamische Gemeinde Mevlana-Moschee.

Mittwoch, 3. Oktober 14 bis 18 Uhr, Tag der offenen Moschee, Turmstraße 2.

Dorothea von Dahlen

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