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Segeberg Investor muss auf Tiefgarage verzichten
Lokales Segeberg Investor muss auf Tiefgarage verzichten
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20:40 20.09.2016
Die Wohnblocks sollen sich in die Umgebung mit Einfamilienhäusern einfügen. Noch ist die Erschließungsstraße nicht gebaut. Quelle: Wilkening

Eine teure Tiefgarage für Wohnblöcke in Bad Segeberg? Nichts da, das ist doch Provinz, nicht Hamburg! Die Bank wollte offenbar nicht mitspielen, als Investor Werner Reimers plante, auf einem relativ kleinen Grundstück mit 3500 Quadratmetern 54 Wohnungen zu bauen. Die Autos sollten untertage in der Tiefgarage verschwinden, die Stadtpolitiker waren im Herbst vergangenen Jahres begeistert von dem Vorhaben. Nun muss Reimers sein ehrgeiziges Projekt mit den vier sogenannten „Punkthäusern“ abspecken.

„Mit einer Tiefgarage kann man für das Objekt keine Rentabilität erlangen.“Werner Reimers , Bauinvestor

Ein Wohnblock soll nicht gebaut werden, dafür sollen dort 14 Stellplätze im Freien und 14 in einer – immerhin begrünten – Carport-Anlage entstehen. Kürzlich stellte Bauinvestor Reimers mit dem Architektenbüro Laabs aus Lübeck die geänderte Planung für das Bauleitverfahren vor. Im Neubaugebiet Burgfelde, südlich vom Resthof Meins gelegen, erreichbar über die Graf-Gerhard-Straße, sollten ursprünglich Einfamilienhäuser oder Reihenhäuser entstehen. Auf der Fläche hätte die Stadt aber gerade einmal sechs Grundstücke für Häuslebauer verkaufen können. Da bietet Geschosswohnungsbau in dieser Größenordnung schon mehr Menschen eine Bleibe.

Reimers sei aber bei der detaillierten Planung draufgekommen, dass die Baukosten für eine Tiefgarage zu hoch seien und so „keine Rentabilität für dieses Objekt“ erlangt werden könne. Statt der ursprünglich geplanten vier Wohnblöcke sollen nun drei entstehen – mit 38 Wohneinheiten. Architektin Maike Oldenburg erklärte die Planung: Die drei Gebäude sind dreigeschossig, das dritte Geschoss wird als Staffelgeschoss mit begrüntem Pultdach ausgebildet. Wichtig: Die drei Blöcke dürfen nicht höher werden als die ursprünglich dort geplanten Einfamilienhäuser (maximal 9,50 Meter), müssen sich also in die Umgebung einfügen.

Duschen und Balkonübergänge sollen barrierefrei sein. Die Wohnungen seien über Treppe und Aufzug erreichbar, die gesamte Wohnanlage mit Teilunterkellerung werde über eine zentrale Anlage beheizt. Pro Wohnung sei ein Stellplatz vorgesehen, führte Maike Oldenburg aus. Wolfgang Juhls (Unabhängige) wandte ein, dass es bei Familien die Regel sei, dass nicht nur eines, sondern zwei oder gar drei Autos dazugehörten. Aber mehr Stellplätze muss der Vermieter laut Baugesetz nicht bereitstellen. Joachim Wilken-Kebeck (SPD): „Schade, dass es mit der Tiefgarage nicht geklappt hat, aber wir sollten zufrieden sein, dass in Bad Segeberg Wohnungen geschaffen werden.“ Reimers plant übrigens Mietwohnungen.

In Bad Segeberg zählt er nun schon zu den größeren Vermietern. In der Theodor-Storm-Straße hat er gerade einen neuen Wohnblock hochgezogen. Der ist fast ausgebucht, obwohl die Außenanlagen noch gar nicht fertig sind. Zwei Wohnungen seien noch zu vergeben, erklärte Architektin Oldenburg. Zusätzlich hat Oldenburg in der Nachbarschaft ältere Wohnblöcke saniert, Dachgeschosse ausgebaut. 90 Wohnungen vermietet Reimers dort mittlerweile.

In seiner neuen Wohnanlage in Burgfelde sollen Wohnungen ab 50 bis zu 100 Quadratmeter entstehen. Die Änderungen im Bebauungsplan fanden den Segen des Bauausschusses, das letzte Wort hat aber die Stadtvertretung.

Bevor Reimers loslegen kann, muss noch die Verbindungsstraße zwischen Graf-Gerhard-Straße und Kaiser-Lothar-Allee gebaut werden. Von hier aus wird die Fläche erschlossen. Bei der Stadt rechnet man damit, dass Reimers im kommenden Sommer mit dem Bau der Punkthäuser beginnen kann.

Wolfgang Glombik

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