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Segeberg Investor will drei Windkraftanlagen bauen
Lokales Segeberg Investor will drei Windkraftanlagen bauen
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19:56 11.09.2018
Das Interesse der Nehmser an dem Vortrag von Neubürger Daniel Pelzer (re.) war groß. Quelle: Petra Dreu
Nehms

Der Aufschrei in Nehms war wahrscheinlich bis Kiel zu hören, als der neue Entwurf des Regionalplans veröffentlicht wurde. 43 Hektar sind darin als Windvorrangfläche ausgewiesen. Womit keiner gerechnet hat: Während einer Infoveranstaltung im Bürgerhaus präsentierten die acht Eigentümer der betreffenden Flächen völlig überraschend bereits einen möglichen Investor.

250 Einwohner informierten sich während einer Infoveranstaltung über die derzeit ausgewiesene Windeignungsfläche auf Nehmser Gemeindegebiet.

Ungläubig schauten sich die versammelten Einwohner an, als Günter Kannecht, einer der Grundstückseigentümer, nach einem Fachvortrag von Daniel Pelzer nach vorne trat und Jörn Wöhlk als Investor des Husumer Unternehmens für erneuerbare Energie „Gewi“ vorstellte. Manche glaubten, nicht richtig gehört zu haben. Auch Bürgermeister Ernst-August Lawerentz wusste nicht, wie ihm geschah, denn bis zu dem Zeitpunkt waren nahezu alle Nehmser davon ausgegangen, dass es noch keinen Investor gibt. Das jedoch war ein Irrtum. „Ich habe Ende 2017 Kontakt zu den Grundstückseigentümern aufgenommen“, verriet Jörn Wöhlk, der wie viele andere Projektentwickler auch derzeit in ganz Schleswig-Holstein unterwegs ist, um sich Flächen für neue Windkraftanlagen zu sichern.

Groß ist die Fläche in Nehms nicht, aber dennoch offensichtlich interessant genug für die Errichtung von drei Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe knapp unter 200 Metern. 4,2 Megawatt soll jede Anlage bei idealer Auslastung produzieren können. Die Gewerbesteuer soll zu 70 Prozent in Nehms bleiben, hieß es, über den Rest kann sich Husum als Firmensitz des Windkraft-Unternehmens „Gewi“ freuen.

Darum geht es

Die im aktuellen Entwurf des Regionalplans ausgewiesene Windvorrangfläche westlich der geschlossenen Wohnbebauung ist etwa 43 Hektar groß. Eigentümer sind acht Landwirte, an die das Husumer Windprojekt-Unternehmen „Gewi“ bereits Ende 2017 herangetreten ist. Die Firma möchte dort drei 180 Meter hohe Windkraftanlagen mit einer Leistung von 4,2 Megawatt errichten.

Manche Einwohner zeigten deutlich, dass sie alles andere als begeistert von Windkraftanlagen vor ihrer Haustür sind. Andere aber fragten nach Investitionsmöglichkeiten. „Bei einzelnen Anlagen ist das durchaus möglich“, so Wöhlk, der aber keine Antwort auf die Frage hatte, warum Windkraftanlagen errichtet würden, wenn es noch gar keine Möglichkeiten gebe, den produzierten Strom abtransportieren zu können.

Wie sehr den Nehmsern das Thema Windkraft unter den Nägeln brennt, zeigte der Andrang an Zuhörern. 250 Menschen kamen, die nicht alle Platz im Bürgerhaus fanden, sondern auf Bierzeltbänken vor der geöffneten Tür sitzen mussten. Sie alle waren gekommen, um das weitere Vorgehen abzusprechen und zu hören, was sie erwarten könnte.

Dazu hatte sich Daniel Pelzer Gedanken gemacht, der als Projektleiter bei einem Energieversorger in Nordrhein-Westfalen arbeitet. Mit seiner bald sechsköpfigen Familie habe er sich ganz bewusst für Nehms als neuen Wohnort entschieden und ein Grundstück gekauft. Seine Augen leuchteten, als er dem halben Dorf von seinen Kindern erzählte, mit denen er gerne die vielen Greifvögel bestimme, die ständig über Nehms kreisten.

„Ich war mir absolut sicher, dass hier keine Windkraftanlagen gebaut werden können“, sagte der Familienvater, dessen Haus erst vor nicht ganz einem Jahr fertig geworden ist. Die Gemeinde habe sich zuvor eindeutig gegen Windkraft ausgesprochen, die Nähe zum Naturpark „Holsteinische Schweiz“ und die vielen Greifvögel vom Rotmilan bis zum Seeadler – all das habe für ihn gegen eine Windvorrangfläche in Nehms gesprochen.

Er und viele andere Einwohner hoffen, genug Argumente gegen das Vorranggebiet liefern zu können. Weitere Informationen gibt es unter der Mailadresse: gegenwindnehms@outlook.com.

Petra Dreu

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