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Segeberg Bad Segeberg: Neues Hallenbad mit 45 Wohnungen?
Lokales Segeberg Bad Segeberg: Neues Hallenbad mit 45 Wohnungen?
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18:19 28.11.2018
Die Idee: Das Bad Segeberger Hallenbad wird abgerissen. Dafür entstehen dort 45 Wohnungen und ein neues Hallenbad. Quelle: GLOMBIK
Bad Segeberg

 Noch ist nicht viel nach außen gedrungen – von der Idee, eine neue Schwimmhalle von privater Hand in Bad Segeberg bauen zu lassen. Am Dienstag im Sozialausschuss sollte das Geheimnis um die Pläne und möglichen Investoren für eine neue Schwimmhalle endlich gelüftet werden. Doch Ralf Schaffer von der Wählergemeinschaft BBS, die sich schon vor sechs Wochen mit einem Investor in kleinem, geheimem Kreise zusammengesetzt hatte, wollte noch keine Details mitteilen.

Nur so viel: Ein Investor habe das Projekt durchgerechnet. Geplant sei ein neues Hallenbad auf dem Grundstück des jetzigen, sanierungsbedürftigen Bades. Geplant sei ein Becken mit den Maßen 25 mal zwölf Meter. In den oberen Stockwerken sollen 45 Wohnungen untergebracht werden. Die Gesamtkosten für das neue Hallenbad mitsamt den Wohnungen beliefen sich auf rund 16 Millionen Euro. Der Anteil für das neue Hallenbad würde zwischen sechs und sieben Millionen Euro liegen, bemerkte Schaffer. Die Stadt wäre bei Verwirklichung des Vorhabens „finanziell erheblich erleichtert“. Diese würde das Bad pachten, es betreiben.

Durfte nicht viel sagen: Ralf Schaffer (BBS) hatte in der Sozialausschuss-Sitzung einen schweren Stand. Quelle: LN-ARCHIV

Nachteil des Vorhabens wäre, dass Bad Segeberg während der Abriss- und Neubauphase, also etwa über zwei Jahre, keine Schwimmhalle hätte, das Schulschwimmen und der Schwimmsport des MTV würden entfallen. Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld merkte auch an, dass für diesen Fall die Mitarbeiter der Schwimmhalle ja ohne Arbeitsplatz dastünden.

Politiker der anderen Fraktionen sahen das meist skeptisch. Udo Nickel (Grüne) merkte an, dass die Pläne der Stadt den Erhalt des Nichtschwimmerbeckens sowie Kleinkindbecken vorsähen. Das sei bei diesen Plänen offenbar nicht der Fall. Bürgermeister Dieter Schönfeld stellte auch klar, dass, wenn die Stadt bei dem Vorhaben in irgendeiner Funktion mit auftrete, das Bauvorhaben europaweit ausgeschrieben werden müsste. Tatsächlich ist von den Initiatoren vorgesehen, dass die Stadt später das neue Hallenbad mieten und betreiben soll. Magnus Wittern (SPD) begrüßte, dass sich der BBS dafür engagiere. Für ihn gebe es aber noch „Unsicherheitsfaktoren“. Wittern stellte auch klar, dass die Stadt schon Geld in das jetzige Schwimmbad investiert habe.

Der potenzielle Investor nehme das Projekt wirklich ernst, das sei keine Luftblase, beteuerte Schaffer, dem auferlegt worden war, keinesfalls den Investor zu nennen, auch nicht über Details zu reden. Anna Patricia Thomsen (FDP) fand die Idee „total nett“, hielt es aber schon wegen der Dimensionen mit 45 Wohnungen plus Hallenbad auf dem Grundstück für „nicht realisierbar“. Jens Lichte (SPD) war gar empört, fühlte sich vom BBS „verschaukelt“. „Wir kommen mit großer Erwartung hierher, und es gibt wieder nur blaue Luft.“ So könne man nicht mit den Stadtvertretern umgehen, schimpfte er.

Der Ausschuss entschied sich schließlich – sicherheitshalber – dafür, eine der schon vorliegenden Varianten zu empfehlen, das städtische Hallenbad für 5,6 Millionen zu sanieren. Das ist ein Vorschlag, der nach mehrmonatiger Arbeit der Schwimmbad-Expertin Dr. Nicole Riedle in einer detaillierten Expertise herausgefiltert wurde. Vorteil hier: Der Schwimmbetrieb könnte mit Einschränkungen weiterlaufen. Aber Entscheidungen werden in der Stadtvertretung gefällt.

Bauausschussvorsitzender Wolfgang Tödt (BBS) stellte am Mittwoch gegenüber den LN klar, das es hier erst nur um „eine Idee“ gehe. Daran hätten viele gearbeitet. Gespräche mit der Verwaltung seien sehr gut gelaufen, jetzt müssten die Politiker nur motiviert werden, den Weg mitzugehen. Vorteil sei es, dass die Stadt erst in drei bis vier Jahren mit Kosten, also der Pacht, belastet werde. Ziel sei es jetzt, die Verwaltung zu beauftragen, eine Ausschreibung für dieses Grundstück vorzubereiten.

Wolfgang Glombik

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