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Segeberg Itzstedt ist die heimliche Heimat der Trolle
Lokales Segeberg Itzstedt ist die heimliche Heimat der Trolle
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00:00 21.10.2012
Segeberg

Itzstedt – Was für uns Frau Holle und Schneewittchen sind, ist für Norwegen der Troll. Die kleinen Männchen gehören zu dem Land wie Marzipan zu Lübeck oder Nüsse und Printen zu Weihnachten. Wo immer man sich in dem skandinavischen Land bewegt – Trolle sind allgegenwärtig. In den Touristenshops, in Kinderbüchern und in Bastelanleitungen. Eine solches Buch, das der Herstellung von Trollen aus gefilzter Wolle gewidmet war, hatte es Hilke Reese (63) angetan. Sie konnte kein Wort lesen, aber anhand der Bilder arbeitete sie sich in die geheimnisvolle Welt der Trolle vor.„So etwas kann man nur machen, wenn man Großmutter ist“, sagte die Mutter zweier Kinder und Großmutter von fünf Enkelkindern. Sie sprüht vor Kreativität, die sie früher in ihrem Beruf als Floristin ausleben konnte. Seit 1996 ist sie nicht mehr berufstätig, drehte dafür mit ihrem Geschick als Kunsthandwerkerin so richtig auf. Hardanger-Stickereien, bestickte Tischbänder, gestrickte Teddys, winzig kleine Männchen aus Perlen und Eichel-Hütchen und sogar Laubsägearbeiten in Tradition der Schwibbögen aus dem Erzgebirge hat sie gefertigt. Derzeit jedoch gehört ihr Herz den Trollen, die sie kunstvoll aus Wolle filzt.„In Norwegen geht nichts ohne Trolle. Sie gehören einfach dazu. Bei mir bekommen sie Namen und sie reden auch mit mir“, erzählt Hilke Reese mit einem Augenzwinkern. Vor drei Jahren hat sie bei einem Besuch des Pommerschen Heimatmuseums in Zingst einen Kursus für „Trockenfilzen“ belegt. Mit Hilfe spezieller Filznadeln, die mit feinen Widerhaken versehen sind, werden die Wollfasern in den Filz gedrückt. Durch wiederholtes Einstechen werden die Fasern miteinander verschlungen. Die Wolle kann so geformt werden, zudem lassen sich einzelne Teile auf gleiche Weise miteinander verbinden. So erhalten Gesichter Ohren und Nasen und so werden Arme an Trollkörper „genadelt“.Erstaunlich schnell kann sie mit den Filznadeln aus der gezupften Wolle das Rentier „Rudolf mit der roten Nase“ formen. Er bekommt einen Mantel aus brauner Wolle und eine Kugel als Gesicht. Die Ohren und die Nase werden separat geformt und hinterher durch ein paar Stiche mit der Filznadel mit dem Gesicht verbunden. Zum Schluss kommt das Geweih drauf. Die Augen bestehen aus wenigen Fasern schwarzer Wolle, für die Nase verwendet Hilke Reese rote Wollfäden. „Fertig ist der Eierwärmer“, – zufrieden schaut sie auf ihr neustes Werk.„Ich finde das Trockenfilzen viel vorteilhafter. Ich kann meine Arbeit überall mitnehmen, und ich muss nicht warten, bis alles trocken ist. Außerdem kann ich präziser arbeiten und ein Durcheinander wie beim Nassfilzen habe ich auch nicht“, sagt Hilke Reese. Mit ihren Trollen ist sie auf Kunsthandwerkermärkten, auf denen nass gefilzte Kleidungsstücke oder Hausschuhe schon längst Einzug gehalten haben, eine Besonderheit. Trocken gefilzte Trolle, Tierkinder, Obstkörbe oder Weihnachtsmänner dagegen sind eher selten zu finden. „Die Leute schauen immer ganz interessiert zu, wenn ich auf einem Kunsthandwerkermarkt sitze und filze. So etwas haben die meisten Besucher noch nicht gesehen“, sagt die 63-Jährige. Für sie ist das Filzen das richtige Mittel zum Abschalte – selbst nachts. „Wenn mein Mann zur Jagd ist, kann ich sowieso nicht schlafen. Dann filze ich eben“, verrät die Itzstedterin. Sie ist in diesem Jahr mit ihren Arbeiten auf gleich vier Kunsthandwerkermärkten zu finden. Drei davon finden noch statt.

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