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Segeberg Itzstedter See: Klare Regeln für den neuen Eigentümer
Lokales Segeberg Itzstedter See: Klare Regeln für den neuen Eigentümer
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21:17 08.06.2017
Das Itzstedter Freibad hatte früher bis zu 50 000 Besucher, inzwischen sind es pro Jahr 20000 bis 23 000. Quelle: Fotos: Kullack
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Itzstedt

Ökologisch sei der Itzstedter See auf einem guten Weg, und es gebe viele Ideen und Möglichkeiten, Wasserqualität wie Uferbereich zu verbessern. So das Fazit aller Gespräche in einer gemeinsamen Sitzung des Umweltausschusses der Gemeinde sowie des Ausschusses für die Schwimm- und Badestätte des Amtsausschusses, zu der die Experten der Unteren Naturschutzbehörde (Axel Timmermann), des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR, Angelika Bretschneider) und der Stiftung Naturschutz (Thorsten Deinert) gekommen waren.

Gemeinde und Besitzer wollen weiter in gesunde Ökologie investieren.

Auch die Familie des neuen See- Eigentümers, ein Unternehmer aus Tangstedt, war gekommen – das Gespräch mit der Familie aber lief im Anschluss an die reguläre Tagesordnung nicht öffentlich. Die neuen See-Eigner drängt es nicht in die Öffentlichkeit – im Vorfeld hatten sie jedoch zu erkennen gegeben, dass sie seit Langem viel mit dem See verbinde und dass man durchaus bereit sei, in eine gesunde Ökologie zu investieren.

Beim Kauf haben die neuen Eigner eine ganze Reihe von Rechten und Pflichten als „beschränkte persönliche Grunddienstbarkeit“ im Grundbuch festschreiben lassen – was allerdings auch eine Voraussetzung dafür war, dass das LLUR auf sein Vorkaufsrecht verzichtet hatte, das man sonst den Gemeinden übertragen hätte. Itzstedt und Nahe hatten sich bereit gezeigt, einen dafür nötigen Kredit in Höhe von rund einer Million Euro aufzunehmen und den aus den Zentralortsmitteln zu bedienen, die die Gemeinden vom Land für übergemeindliche Aufgaben erhalten. Zwar ist der 14 Hektar große Itzstedter See kein Naturschutzgebiet, gehört aber zum Flora-Fauna- Habitat (FFH-Gebiet). Thorsten Deinert von der Stiftung Naturschutz nannte die Punkte, die künftig zu den Verpflichtungen der See-Eigner-Familie gehören:

Fischerei darf nur für den persönlichen Bedarf betrieben werden (Angelika Bretschneider: „Durch die Angelvereine sind stets mehr Fische eingesetzt als herausgeholt worden“).

Der See darf nicht mit motorisierten Fahrzeugen (allenfalls mit Elektromotoren) befahren werden.

In den Schilfgürteln dürfen maximal zwei Stege stehenbleiben.

Bei Fahrten mit dem Schlauchboot oder ähnlichem ist ein Abstand zum Schilf einzuhalten.

Außerdem hat die Stiftung Naturschutz das Recht, das Gebiet um den See jederzeit zu betreten und Untersuchungen vorzunehmen. Geht es um Maßnahmen für den See, könnten Stiftung Naturschutz, Naturschutzbehörde und LLUR durchaus Hand in Hand mit den Eignern arbeiten und so manche Maßnahme auch finanzieren, nannte Axel Timmermann den Bad Segeberger Ihlsee als Beispiel für eine solche Zusammenarbeit.

Wie Ausschussvorsitzender Helmut Thran erklärte, hätte man sich von der Vorbesitzerin in manchen Dingen mehr Engagement gewünscht, sei aber nicht durchgedrungen – sowohl was ein Badeverbot im Schilfgürtel als auch das Abangeln des Sees angehe. Inzwischen habe man selbst etwa 100 Bäume gefällt, was der Schilfzone gut bekommen sei. Als nächstes wolle man sich auf maximal 20000 Badegäste pro Jahr verständigen – zum Höhepunkt in den 1960er-Jahren waren es bis zu 50000 Besucher.

Lothar Hermann Kullack

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