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Segeberg Itzstedter fordern mehr Transparenz
Lokales Segeberg Itzstedter fordern mehr Transparenz
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22:03 11.02.2017
Volker Delfs wünscht sich von der Politik mehr Tranzparenz und Offenheit bezüglich des Kaufs von „Juhls Gasthof“. Quelle: Foto: Domann
Itzstedt

Für Volker Delfs und Uwe Vossemer sind Offenheit und Transparenz die wesentlichen Merkmale von Demokratie. Doch derzeit vermissen die beiden Itzstedter diese Kennzeichen in ihrer Gemeinde beim Thema „Juhls Gasthof“. „Für den Bürgerentscheid müssen alle Fakten auf den Tisch“, betont Delfs, ehemaliges Mitglied der Wählergemeinschaft UBI und von 1986 bis 1998 selbst Gemeindevertreter. Wie berichtet, entscheiden die Itzstedter am 19. Februar darüber, ob die Gemeinde den Gasthof samt Nebenflächen kaufen soll.

Als politisch aktive Bürger wundern Vossemer und er sich, wo die Million für den Kauf des Gasthofes herkomme, denn Geld für Straßenreparaturen oder Radunterstände sei nicht vorhanden. „Wir haben das Gefühl, dass manches unter den Teppich gekehrt oder nicht darüber berichtet wird“, erzählt Delfs. Und deshalb hat er selbst recherchiert und nachgefragt. Zwei Sachverhalte seien ihm dabei aufgefallen: ein Eintrag im Altlastenkataster und eine Ausweisung als Wasserschongebiet.

Die Wurfscheibenwiese, die zur Verkaufsfläche gehört und derzeit vom Schützenverein genutzt wird, ist laut Auskunft des Kreises der Bodenschutzbehörde als aktiver Betrieb bekannt und wird in einer Prüfliste als möglicher „Altlastenfall“ geführt. Untersuchungen zu einer möglichen Belastung gebe es bisher aber nicht.

„Auf der Wiese wurde viele Jahre mit Bleimunition geschossen, und die Tontauben waren mit cadmiumhaltiger Farbe gestrichen“, sagt Delfs. Schadstoffe, die in den Boden gelangt seien. Daraufhin habe er die Bodenschutzbehörde des Kreises kontaktiert. Dort sei ihm bestätigt worden, dass von der Fläche eine Gefährdung ausgehen könnte. „Solch eine Gefährdung muss ausgeschlossen werden, bevor die Gemeinde das Grundstück kauft“, fordert Delfs. Erst nach einer Bodenuntersuchung mit negativem Ergebnis dürfe die Gemeindevertretung über einen Kauf nachdenken. Schließlich hätten sich Bürgermeister und Gemeindevertreter verpflichtet, dem Gemeinwohl zu dienen und Schaden von der Gemeinde abzuwenden.

Der zweite kritische Punkt sei, dass die besagte Fläche im Flächennutzungsplan als Wasserschongebiet ausgewiesen sei. „Ein Wasserschongebiet eignet sich zur Wasserversorgung und kann bei Bedarf zu einem Wasserschutzgebiet erklärt werden“, erklärt Delfs. Jedoch nicht, wenn der Boden belastet sei. „Niemand weiß, wie hoch die Folgekosten sein werden, doch ist es die Aufgabe der gewählten Vertreter, diese von der Gemeinde abzuwenden“, sagt Delfs.

Auf die Kontamination des Bodens angesprochen erklärt Bürgermeister Peter Reese (CDU) gegenüber den LN, dass die Belastung allseits bekannt sei. Deshalb kaufe auch die Gemeinde nicht diese spezielle Grundstücksfläche, sondern der Schützenverein. „Wir binden uns doch keinen Knüppel ans Bein.“ Der Schützenverein Itzstedt werde Eigentümer der Liegenschaft, vielleicht müsse der Verein gar nicht das Darlehen (66000 Euro) annehmen, das die Gemeinde dem Verein bei einem Kauf für die Gesamtanlage gewähren würde. sd

LN

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