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Segeberg Jägertag 2017: Gute Stimmung bei Waidmännern und -frauen
Lokales Segeberg Jägertag 2017: Gute Stimmung bei Waidmännern und -frauen
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20:41 11.04.2017
Oliver Jürgens, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, bedankt sich bei Hans-Peter Sager (l.) für die Zusammenarbeit der vergangenen Jahre. Im September gibt Sager das Amt des Kreis-Naturschutzbeauftragten ab. Quelle: Fotos: Vogt

Die Straßen rund um das Restaurant Alter Bahnhof in Blunk waren am Montagabend dicht zugeparkt. Die Kreisjägerschaft hatte dorthin zu ihrem Jägertag 2017 geladen und viele waren gekommen. Neben 100 Jägerinnen und Jägern aus dem Kreis auch einige Ehrengäste – wie Landrat Jan Peter Schröder, die SPD-Landtagskandidatin Cordula Schultz oder der Naturschutzbeauftragte des Kreises, Hans-Peter Sager. Alles in allem war die Stimmung unter den Waidmännern und -frauen gut bis sehr gut, viele dunkle Wolken gibt es für sie derzeit nicht am Horizont. Nur bei den Beiträgen müssen sie ab dem kommenden Jahr eine saftige Erhöhung hinnehmen.

Die Geflügelpest ebbt ab, größere Probleme sind derzeit nicht in Sicht: Die Kreisjägerschaft erwartet ein gutes Jahr – trotz Erhöhung der Beiträge.

Landrat Schröder lobte in seiner Ansprache die hervorragende Zusammenarbeit der Kreisverwaltung mit der Jägerschaft. Den Ausbruch der Geflügelpest im Kreis habe man in enger Zusammenarbeit gut bewältigt, der Einsatz der Jäger für den Naturschutz bringe die Gesellschaft insgesamt nach vorne, führte das Kreisoberhaupt aus. „Die Öffentlichkeitsarbeit muss aber noch weiter gestärkt werden, um Vorurteilen zu begegnen, die leider immer noch vorhanden sind“, kritisierte Schröder das häufig negative Bild der Jagd in der Öffentlichkeit. Für die Verfehlung eines Autofahrers würde niemand alle Autofahrer verantwortlich machen; hingegen färbe die Verfehlung eines Jägers immer auf alle ab, versuchte der Landrat das Problem zu veranschaulichen.

Hans-Peter Sager, der im September aus Altersgründen das Amt des Naturschutzbeauftragten niederlegen wird, gab den Anwesenden derweil eine Bitte mit auf den Weg: „Setzen Sie sich doch dafür ein, dass nicht auch noch die letzten Ecke der Reviere mit Windrädern zugepflastert werden.“ Der volle Saal quittierte das mit anerkennendem Tischklopfen.

Bei den Wildtierstrecken des vergangenen Jagdjahres, die Kreisjägermeister Klaus Rathje vorstellte, gab es keine großen Überraschungen – mit einer Ausnahme: Die ursprünglich aus Ostasien stammenden Marderhunde breiten sich auch im Segebergischen aus. So wurden 272 dieser Tiere in der Saison 2015/2016 geschossen oder bei Unfällen getötet. Der höchste Wert seit zehn Jahren. Im Jagdjahr 2006/2007 waren es noch fünf.

Rathje mahnte seine Jägerkollegen dazu, in ihren Anstrengungen bei der Regulierung der Wildbestände nicht nachzulassen. Trotz wachsener Bestände sei die Rehwildstrecke im vergangenen Jahr gesunken.

Auch bei Wildschweinen sei mehr Regulierung erforderlich, insbesondere zur Vorbeugung der afrikanischen Schweinepest. „Denn über kurz oder lang wird dieses Virus auch bei uns auftreten“, prognostiziert Rathje.

Unterm Strich hofft Oliver Jürgens, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, auf ein ruhiges Jagdjahr 2017. Nicht vermeiden lasse sich aber eine Beitragserhöhung. Insgesamt 120 Euro pro Jahr sollen Segebergs Jägerinnen und Jäger künftig an den Deutschen Jagdverband, den Landesjagdverband und die Kreisjägerschaft zahlen. Bisher hatte die jährliche Belastung bei 80 Euro gelegen. Für die Erhöhung gebe es aber gute Gründe, führte Jürgens aus. Der vereinseigene Jäger-Schießstand Wolfsberg in Hasenmoor, der laut Jürgens als einziger seiner Art in Deutschland internationalen Anforderungen entspricht, wurde in den vergangenen Jahren vollständig modernisiert. Trotzdem stehen auch in diesem Jahr Investitionen an. So soll der „laufende Keiler“ ersetzt, ein Lagerraum für Munition eingerichtet werden. 75000 Euro sind dafür im Haushalt eingeplant.

Die Kreisjägerschaft kann sich das erlauben. Allerdings habe die Jagdbehörde bereits angekündigt, in Zukunft weniger Zuschüsse für Schießstände zu zahlen. Der Verein müsse Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben bilden, „damit wir auf einem soliden finanziellen Fundament bleiben“, sagte Jürgens. Eine Erhöhung der Beiträge sei dafür die einzige Möglichkeit. Das konnten die Anwesenden offenbar akzeptieren. Ohne viel Diskussion stimmten sie der Erhöhung bei nur zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen zu.

Oliver Vogt

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