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Segeberg Jamaika: So richtig dafür sind nur die Grünen
Lokales Segeberg Jamaika: So richtig dafür sind nur die Grünen
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20:37 25.09.2017
Bad Segeberg

Ulrike Täck, 49-jährige Wissenschaftlerin aus Boostedt, freut sich nicht allein über die 10,9 Prozent der Grünen im Wahlkreis 8, die über den 9,1 Prozent im Bundesschnitt liegen. „Im Kreis sind wir also besser dran und deutlich vor der AfD“, sagt sie. Sollte es in Berlin zur Jamaika-Koalition kommen, die sie trotz aller Unterschiede und Differenzen zwischen CDU, FDP und Grünen durchaus für möglich hält, gelte es, Unebenheiten in klugen Verhandlungen auszugleichen. „Kiel kann da ein gutes Beispiel sein, da ist uns das doch nach anfänglichen Schwierigkeiten großartig gelungen“, sagt die Sprecherin des Grünen-Kreisverbandes. In jedem Fall gehöre der Kieler Umweltminister Robert Habeck in die Berliner Verhandlungskommission: „Der hat sein Geschick für Koalitionsverhandlungen in Kiel eindeutig bewiesen.“

Jamaika ist weit weg – bleibt aber nach dem Rückzug der SPD aus der Regierungsverantwortung wohl die einzige Option einer Koalition. Von den Segeberger Direktkandidaten der Farben Schwarz-Gelb-Grün ist eigentlich allein Ulrike Täck (Grüne) uneingeschränkt dafür.

„Mir persönlich wäre eine Jamaika-Koalition am liebsten“, sagt auch MdB Gero Storjohann (CDU). Doch zugleich scheint er die Hoffnung auf einen Sinneswandel bei den Sozialdemokraten noch nicht aufgegeben zu haben: Es sei nicht auszuschließen, dass die SPD sich doch noch eines anderen besinne, meint er. Seine CDU aber habe als stärkste Fraktion ganz klar den Auftrag zur Regierungsbildung. Das gehe nun einmal nicht ohne Koalition, aber bis sich ein Jamaika-Bündnis aus CDU, FDP und Grünen herausbildet, werde es eine ganze Weile dauern, vermutet der Christdemokrat, der nun zum fünften Mal in den Bundestag einzieht: „Für dieses Jahr rechne ich nicht mit einem Abschluss der Verhandlungen.“

Tobias Mährlein (57) von der FDP vertritt eine interessante Meinung zur Jamaika-Koalition: „Mit den Grünen mag das ja gehen – aber mit der CSU?“ Die Spanne der politischen Vorgaben zwischen den Christsozialen und den Grünen sei am Ende dann doch recht groß. „Und dann . . . wir als FDP mitten dazwischen?“, fragt der Norderstedter. Der Freidemokrat ist zwar insgesamt skeptisch, meint aber trotzdem, dass man im Sinne des Wählerwillens Gespräche zwischen Union, FDP und Bündnis 90/Grüne aufnehmen sollte. Eines, so Tobias Mährlein, freue die Segeberger Freidemokraten bei allem ganz besonders: „Vor allem sind wir vor Ort im Kreis Segeberg drittstärkste Kraft und eindeutig vor der AfD. Wenn das doch bundesweit auch so wäre!“ ark

LN

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