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Segeberg Jetzt Kronsheide: Schon wieder Schadstoffe in Wahlstedter Kita
Lokales Segeberg Jetzt Kronsheide: Schon wieder Schadstoffe in Wahlstedter Kita
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12:16 21.07.2016
„Uns liegt das Wohl der Kinder sehr am Herzen“, betont Leiterin Britta Huckfeldt, die das volle Vertrauen der Eltern genießt. Da nur ihr Büro über Grenzwert belastet ist, soll die Kita an der Kronsheider Straße mit einem konsequent einzuhaltenden Lüftungsplan bis 2017 weiterbetrieben werden.

 Das haben jüngste Messungen ergeben, deren Ergebnisse der Kirche als Träger seit Kurzem bekannt sind. Am Dienstagabend wurden die Eltern informiert – sowohl über das Gutachten als auch über die daraus resultierenden Konsequenzen.

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Formaldehydbelastung im Kita-Büro und Schimmelpilz im Keller – Gruppenräume aber eher unauffällig – Intensives Lüften soll zunächst helfen – Später Umzug in Container.

Einige Eltern der derzeit 64 Kinder fühlen sich an die Situation der Kita an der Kirche erinnert. Die wurde 2014 nach langem Hin und Her dicht gemacht. Seither sind die Kinder in Containern an der Segeberger Straße untergebracht. „Wir haben das identische Grundproblem: ein altes Okal-Haus. Aber wir haben mit den anderen Messwerten auch eine andere Ausgangsposition“, umreißt der Sachverständige Matthias Griem, dass es trotz vordergründiger Ähnlichkeiten große Unterschiede in beiden Fällen gibt. So ergaben die Messungen unter Bedingungen, die den schlimmsten Fall (acht Stunden ungelüfteter, geschlossener Raum) darstellen sollten, das lediglich das Büro stark belastet ist. In anderen Räumen gebe es nur leichte Erhöhungen von Formaldehyd in der Luft. Statt normaler 40 µ/m3  habe man 53 µ/m3 und 83 µ/m3 gemessen, so Griem. Werte, etwa die der für muffigen Geruch verantwortlichen Chloranisole, seien dagegen kein Thema.

Deutlich professioneller ging die Kirche als Träger dieses Mal mit den Fakten um. Neben Gutachter Griem standen am Dienstagabend in einer eiligst einberufenen Informationsveranstaltung alle Beteiligten zu einem frühen Zeitpunkt Rede und Antwort. Darunter Pastor Alf Kristoffersen, Jürgen Wittig als Leiter der Kitas des Kirchekreises Plön-Segeberg, der zum Januar die Trägerschaft übernehmen soll, sowie Propst Daniel Havemann. Vor allem die Sorge,dass es womöglich bald keine Kirchen-Kita mehr in der Stadt geben könnte, trieb die 30 Eltern um, die in den Gemeindesaal gekommen waren. Zwar gebe es die Angst vor einem ähnlichen Szenario, wie jüngst in der Einrichtung an der Kirche, aber man vertraue auf den Träger und die Kita-Leitung, so der Tenor. „Ich hoffe, dass die Kirchengemeinde weiter so zackig am Ball bleibt“, fasst Marcel Billhofer, Vater zweier Kinder, die Stimmung zusammen.

Das weitere Vorgehen wurde so umrissen: Das Kita-Büro wird sofort geschlossen. Ein strenger Lüftungsplan soll selbst winzige Auffälligkeiten minimieren. Alternativ bietet die Kirche Eltern, denen das Vorgehen nicht zusagt, an, eine Gruppe im Gemeindezentrum einzurichten. Wenn im Frühjahr 2017 die Jungen und Mädchen die Container an der Kirche verlassen, um in den Neubau der Lebenshilfe einzuziehen, sollen die Kinder der Kita Kronsheide in diese Container nachrücken. Dafür bedarf es noch der Baugenehmigung. Bis dahin wollen die Kirchen-Gremien das weitere Vorgehen ausloten, etwa ob eine Sanierung möglich oder ein Neubau erforderlich ist.

Schadstoffmessung in der Landwirtschaftskammer: Ergebnis im August erwartet

Verdacht auf Formaldehydbelastung ist auch bei der Landwirtschaftskammer in Bad Segeberg der Grund dafür, das hier am Dienstag Messungen vorgenommen wurden. Das bestätigte Dienststellenleiter Hans-Jürgen Sturies. Aufmerksam geworden sei man aufgrund einer Allergieerkrankung einer Mitarbeiterin. Man wisse um die Problematik alter Fertighäuser, „und auch unser Gebäude ist ein Okal-Bau“, so Sturies. Darum habe man zunächst einen Schnelltest durchgeführt, dessen Ergebnis den Verdacht nahelege, dass auch in der Landwirtschaftskammer an der Hamburger Straße eine Belastung mit dem Schadstoff vorliege.

In vier Wochen soll das Messergebnis vorliegen. „Wir erwarten es mit einer gewissen Spannung, denn wenn da jetzt was Schlimmes herauskommt, werden wir weitere Messungen vornehmen müssen“, so Sturies. Und die könnten bei deutlichen Grenzüberschreitungen starke Auswirkungen auf die für 2017 geplante Sanierung der Gebäude, vor allem ihrer Außenfassaden, nehmen. Nun seien die Planungen erst einmal gestoppt. hil

 Heike Hiltrop

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