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Segeberg Jetzt hilft der WZV beim Gelbe-Säcke-Problem
Lokales Segeberg Jetzt hilft der WZV beim Gelbe-Säcke-Problem
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20:28 05.10.2017
Quelle: dpa
Bad Segeberg

Dabei ist der Wege-Zweckverband dafür eigentlich nicht zuständig. Doch bei ihm rufen die wütenden Kunden an. Und Verbandsvorsteher Jens Kretschmer ist vom Tüten-Fiasko bedient: „Der Kunde verbindet dieses Thema immer mit dem WZV, jede dritte Beschwerde bei uns bezieht sich auf gelbe Säcke.“ Bei ihm füllen sich die schwarzen Restmülltonnen, wenn Verbraucher keine „Gelben“ mehr für ihre Joghurtbecher und Milchkartons bekommen.

Die gefüllten Wertstoffsäcke werden im Auftrag der Wirtschaft eingesammelt. Die Wertstoffentsorgungsfirma Optisys sei dafür zuständig. Im Abfallwirtschaftsausschuss habe, so berichtete Jens Kretschmer, der Geschäftsführer der Firma eingeräumt, dass nicht genügend gelbe Säcke zur Verfügung gestellt worden seien. Gründe dafür seien: Im Sommer habe die Firma innerhalb weniger Tage die Wertstoffsammlung im Kreis Steinburg zusätzlich übernommen. Nun seien Säcke, die eigentlich für Segeberg bestimmt waren, auch im Kreis Steinburg verteilt worden, so Kretschmer. Damit nicht genug:

Auch bei der Abholung habe es Probleme gegeben. Erfahrene Entsorger mussten im Kreis Steinburg aushelfen, seien hier abgezogen worden. Unerfahrene Mitarbeiter hätten gelbe Tütenberge übersehen.

Es habe auch Probleme bei der Herstellung der Säcke gegeben. Schuld seien die Chinesen, die hätten nicht genügend Rohmaterial für die Tüten geliefert, erzählt Kretschmer aus der Sitzung. So konnte das Unternehmen seinem Auftrag nicht nachkommen. Die Firme Optisys habe im Abfallwirtschaftsausschuss nun aber zugesagt, bis Jahresende wieder alle Ausgabestellen ausreichend mit Säcken zu versorgen, teilte Kretschmer mit. Acht Millionen (!) seien bestellt worden.

Nun möchte der WZV auch selbst kontrollieren, ob die 130 Ausgabestellen im Kreis Segeberg auch ordentlich mit Tüten versorgt werden. Außerdem soll jetzt dafür gesorgt werden, dass die gelben Säcke nicht für andere Zwecke missbräuchlich verwendet werden. Angedacht sei, dass Kunden Coupons bei den Ausgabestellen abgeben und nur dafür gelbe Säcke bekommen. Damit soll offenbar die ungezügelte Tütenabgabe etwas eingeschränkt werden. Kretschmer („Das ist keine Rationierung“) ist nicht abgeneigt, diese Coupons den 90 000 WZV-Abfallkalendern für das neue Jahr beizulegen. Würden alle Coupons wie geplant eingelöst, wären das über das Jahr 14 Millionen Säcke für den Kreis Segeberg. Damit wäre Segeberg landesweit Spitzenreiter im Gelbe-Tüten-Verbrauch.

 Von Wolfgang Glombik

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