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Jetzt kämpfen sie im Tal des Todes

Bad Segeberg Jetzt kämpfen sie im Tal des Todes

Die neue Karl-May-Saison am Kalkberg läuft. Eine gelungene Mischung aus Herz, Schmerz und Action.

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Zu jedem ordentlichen Western gehören viele Schlägereien: In dieser Szene muss sich Old Firehand (Ralf Bauer, mit Fellmütze) gegen eine Übermacht von Roulins Schurkenbande behaupten.

Quelle: Fotos: Petra Dreu

Bad Segeberg. Jan Sosniok schwingt sich auf sein Pferd, als wäre er von Geburt an Indianerhäuptling Winnetou gewesen. Dirc Simpson schlüpft aus seiner Schurkenrolle, um erstmals Sam Hawkens zu mimen, und Heinz Erhardt wird im Kalkbergstadion zu neuem Leben erweckt: Gestern Abend führte das Karl-May-Ensemble das Premierenpublikum erstmals ins „Tal des Todes“ — immer mit bangem Blick in den wolkenverhangenen Abendhimmel. Bei Andruck dieser LN-Ausgabe tobte noch der Kampf Gut gegen Böse in der ausverkauften Arena. Aber schon bei der Generalprobe am Freitag offenbarten sich die Highlights des neuen Stückes.

Viele Kampfszenen, gute Feuereffekte, etwas für das Herz und vor allem viel Humor hat die 64. Spielzeit am Kalkberg zu bieten. Erst zum dritten Mal in der Bad Segeberger Karl-May-Geschichte führen die Schauspieler ihr Publikum in das Tal des Todes. Drehbuch und der große humoreske Anteil lassen einmal mehr die Handschrift von Autors Michael Stamp erkennen. Die Generalprobe verfolgte er zufrieden neben Regisseur Norbert Schultze junior. „Danke für das schöne Stück“, rief ihm eine Frau zu, die wie andere auch von der Geschichte und den Effekten begeistert war.

Für das Stück hat sich der Kalkberg in eine Quecksilbermine verwandelt, in dem Publikumsliebling Joshy Peters als Bergwerksbesitzer Roulin seine Arbeiter wie Sklaven inmitten giftiger Dämpfe arbeiten lässt. Ebenfalls in eine Schurkenrolle ist mit Nicolas König ein weiterer Publikumsliebling geschlüpft, der als trunksüchtiger Häuptling „Eiserner Pfeil“ erst noch auf den rechten Weg gebracht werden muss.

Barbara Wussow dagegen zeigt als Senorita Miranda erst im Verlauf des Stückes ihr wahres Gesicht, was ihr bei der Generalprobe Buhrufe und Pfiffe einbrachte — wohlgemerkt nicht wegen ihrer schauspielerischen Leistungen. Sie hat schließlich dem guten Old Firehand (Ralf Bauer) Liebe und seinem Sohn Harry (Keno Fakhoury) mütterliche Gefühle vorgegaukelt, dabei jedoch ist sie genauso durchtrieben wie ihr Freund in der Quecksilbermine . . .

Ralf Bauer und Barbara Wussow sind die Gaststars. Und doch ist es ein anderer Stern, der wohl am Karl-May-Himmel aufgeht. Hinter ihm steckt keine hübsche Senorita, sondern ein untersetzter Mann, dessen Scheitel kurz über den Ohren beginnt und dessen Stimme so sehr an den längst verstorbenen Komiker Heinz Erhardt erinnert. Als Heinz-Egon Winzigmann sorgte Patrick L. Schmitz schon bei der Generalprobe für einen neuen Fanclub. „Gestik, Mimik, die Stimme — einfach alles. Das war Heinz Erhardt“, sagte Uwe Nobis aus Rendsburg, für den Patrick L. Schmitz die schönste Rolle verkörpert. Schmitz, der bereits in dem Musical „Monty Pythons Spamalot“ sein Tanz- und Gesangstalent unter Beweis gestellt hat, hält damit auch in Bad Segeberg nicht hinter dem Kalkberg zurück. Aber auch Jan Sosniok bekam von den Besuchern der Generalprobe gute Noten. „Er kann es endlich“, sagte Petra Groß aus Bad Segeberg, die damit die Reitkünste des Winnetou-Darstellers meinte. Während er in seiner ersten Saison noch etwas Mühe hatte, mit Hilfe von Steigbügeln aufs Pferd zu kommen, wurde er bereits im Vorjahr viel besser. Jetzt, in seiner dritten Saison, schwingt er sich auf sein Ross, als hätte er nie etwas anderes getan.

Beruhigt können übrigens die Besucher sein, denen Eintrittskarten auf dem Postweg zugeschickt werden sollen. Kommen sie bedingt durch den Poststreik nicht rechtzeitig an, werden sie an der Kasse neu ausgedruckt, hieß es seitens Kalkberg GmbH.

Mehr über die Premiere von „Im Tal des Todes“ lesen Sie in der Dienstagsausgabe der LN und auf www.ln-online.de.

Noch 71 Vorstellungen
Die Inszenierung „Im Tal des Todes“ wird erst zum dritten Mal in der Geschichte der Karl-May-Spiele gezeigt. Insgesamt gibt es bis zum 6. September noch 71 Vorstellungen jeweils donnerstags, freitags, sonnabends um 15 und 20 Uhr. Sonntags ist jeweils um 15 Uhr Vorstellung.

Vorverkauf und Reservierungen unter www.karl-may-spiele.de und Hotline 01 80 5/95 21 11. Die Preise reichen vom Bühnenplatz (27 Euro für Erwachsene/Kinder 21 Euro) bis zur Platzgruppe 2 (Erwachsene 16 Euro/Kinder 12,50 Euro). Familientickets ab vier Personen: Erwachsene 13,50 Euro, Kinder 11,50 Euro.

Petra Dreu

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