Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Jetzt wird der alte Eschenhof bebaut
Lokales Segeberg Jetzt wird der alte Eschenhof bebaut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:31 31.10.2013
Ein prächtiges Anwesen war einst der Eschenhof der Familie Wrage. Ein Teil steht heute noch. Die Scheune und die Schweineställe sind längst abgerissen. Wo sie standen, werden bald Wohnhäuser gebaut. Quelle: hfr
Itzstedt

Über gut zwei Wahlperioden hat die Gemeinde Itzstedt versucht, das Gelände des ehemaligen Bauernhofes der Familie Wrage, den Eschenhof, bebauen zu lassen. Die Lage mitten im Ortskern sei ideal, wie Bürgermeister Peter Reese und Bauausschussvorsitzender Helmut Thran gestern den LN sagten. Doch daraus wurde bisher nichts. Jetzt, zwei Insolvenzen von möglichen Bauträgern später, tut sich was auf dem etwa 1,5 Hektar großen Areal: Die Erschließung ist fast abgeschlossen.

Wie Reese und Thran im Anschluss an eine Baubesprechung sagten, seien die Grundstücksanschlüsse für insgesamt zwölf Einfamilienhäuser bereits so gut wie fertig. Die Landgesellschaft ist dafür zuständig; sie vermarktet die 500 bis 800 Quadratmeter großen Grundstücke auch. Wie hoch der Preis sein wird, ist den beiden Gemeindevertretern nicht bekannt. Üblich seien in Itzstedt etwa 110 Euro je Quadratmeter.

Das Baugebiet ist großenteils von einem Wall umgeben, auf dem mächtige Bäume stehen. Eine über 300 Jahre alte Buche habe allerdings gefällt werden müssen, sagte Reese, weil sie befallen gewesen sei und ein Gutachter ihr noch eine nur fünfjährige Standzeit gegeben habe. „Die war hochgradig umsturzgefährdet“, ergänzte Thran. Eine Esche werde wohl auch dran glauben müssen, weil sie großenteils morsch sei und in eine Rotbuche hineinwachse. „Die wollen wir unbedingt erhalten“, sagte Thran. Sie markiert eine kleine Verkehrsinsel, die gerade entsteht. Von der Straße Am Ehrenmal wird eine neue angelegt, die um das gesamte Baugebiet führen soll. Sie wird wohl Eschenweg heißen. Sowohl Am Ehrenmal als auch der Eschenweg sollen gepflastert werden. Die Oberflächenentwässerung für das Gebiet ist bereits gelegt worden. Auch die Abwasserleitung liege schon, die Telekomleitungen und die für das Breitband sollen noch folgen. Statt „Am Ehrenmal“ wieder neu zu asphaltieren, will die Gemeinde auch dort lieber pflastern. „Das haben wir nach und nach überall in Innern des Ortes vor“, sagte Thran. Wie die Nachfrage nach den Grundstücken ist, konnten weder Reese noch Thran beantworten. Ab und zu würden Interessenten auf dem Gelände gesichtet, hieß es.

Gerade für Eltern mit Kindern sei die Gegend bestens geeignet: „Der Kindergarten ist auf der anderen Straßenseite, hier herrscht Tempo 30, zum Einkaufen, zur Bushaltestelle und zur Bundesstraße sind es nur einige Schritte“, heben die beiden Kommunalpolitiker hervor. Die Bauvorschriften in dem noch namenlosen Baugebiet sind liberal. „Wenn man im Baufenster bleibt, kann man hier bauen, wie man will, allerdings nicht höher als Erdgeschoss plus Dachgeschoss“, sagten sie. Zu enge Vorgaben habe man im Ort von jeher abgelehnt. Nach der Baubesprechung eilten Reese und Thran weiter zur nächsten Baustelle: Beim gemeindeeigenen Lindenhof war Bauabnahme angesagt. Für 50 000 Euro hat die Gemeinde dort das Dach decken und energetisch sanieren lassen.

„Die war hochgradig umsturzgefährdet.“
Helmut Thran über eine gefällte Buche

Christian Spreer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!