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Segeberg Joachim Brunkhorst: Segebergs neuer Mann für den Radverkehr
Lokales Segeberg Joachim Brunkhorst: Segebergs neuer Mann für den Radverkehr
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21:26 21.04.2016
Sein Fahrrad hat Joachim Brunkhorst fast immer dabei. Quelle: Nadine Materne

Sein Fahrrad hat Joachim Brunkhorst fast immer dabei. Er nutzt es zum Einkaufen, auf dem Weg ins Rathaus und zur U-Bahn. Zusammengeklappt passt es in den Kofferraum. Als Stadtvertreter in Norderstedt und Vorsitzender des Umweltausschusses engagiert sich der 65-Jährige für eine fahrradfreundliche Infrastruktur. „Das hier ist das erste Dokument der Radförderung“, sagt Brunkhorst und deutet auf das erste Radparkhaus der Stadt. Zukünftig will er den Radverkehr im ganzen Kreis vorantreiben — als ehrenamtlicher Radverkehrsbeauftragter.

Die zuständige Kommission hat ihn für den Job einstimmig empfohlen, berichtet Arne Hansen, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag, die die Idee des Radverkehrsbeauftragten vorangetrieben haben — den ersten für einen Kreis im Land. Brunkhorst, vorgeschlagen vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Norderstedt, sei letztlich der einzige Kandidat gewesen und trotzdem eine Idealbesetzung, betont Hansen: „Er ist aktiver Radfahrer und hat als Stadtvertreter in Norderstedt und aktives Mitglied im ADFC schon einiges für den Radverkehr auf die Beine gestellt.“ Er wisse wie Verwaltung arbeitet und habe Kenntnisse von Radverkehrsplanung und -förderung. Hansen: „Wir haben wirklich Glück, dass er sich beworben hat.“

Die Grünen im Kreistag hätten den Posten am liebsten mit einem Hauptamtlichen besetzt, eine Mehrheit gab es aber nur für eine ehrenamtliche Position. Trotzdem hat sich Brunkhorst zur Verfügung gestellt. Er ist kein grüner Idealist, wie man vielleicht denken könnte, sondern CDU-Mitglied. „Mir macht Radfahren Spaß“, sagt der Pensionär. Dies sollten auch andere genießen. Vor allem Öffentlichkeitsarbeit wird nötig sein, um den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr im Kreis zu erhöhen. Lediglich zehn Prozent seien das bisher, so Hansen. 20 seien das Ziel. Städte wie Kiel, die einen Radbeauftragten haben, erreichten diese Größenordnung. „Das ist kein Zufall“, so Hansen, sondern liege an einer fahrradfreundlichen Infrastruktur.

Und diese soll nun Brunkhorst vorantreiben, der, sobald er vom Landrat offiziell eingesetzt ist, auch einem Radverkehrsbeirat aus Experten vorsitzt, der sich am 9. Juni konstituiert und an Verkehrs- Entscheidungen mitarbeiten soll.

Im ersten Schritt wolle er das mittlerweile veraltete Radfahrkonzept des Kreises auf seine Aktualität überprüfen, so Brunkhorst. Die Förderkulisse hat sich verändert. Teure Überlandradwege werden kaum noch gebaut. Aber wo es geht, könnten etwa Radschutzstreifen eingerichtet werden. Denn, so Brunkhorst: „Die Straße ist für alle da.“ Gerade mit der Zunahme von E-Bikes könnten Radfahrer auf der Straße mithalten. Er habe ganz schön geguckt, als er einmal von einer älteren Dame auf einem solchen Rad überholt worden sei. „Das bin ich nicht gewöhnt.“

Da der Ausbau im Radverkehr eine Aufgabe der Kommunen ist, will Brunkhorst in Gespräche mit Bürgermeistern treten und vor Ort weitere Radverkehrsbeauftragte rekrutieren. Es gehe darum Bewusstsein zu schaffen für die gesundheitlichen und ökologischen Vorteile des Radfahrens — bei Autofahrern, Entscheidungsträgern, ganz normalen Menschen. 20 Prozent Radfahrer auf den Straßen — das sei möglich, sagt Brunkhorst. „Aber das ist eine Generationsaufgabe.“

Von Nadine Materne

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