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Segeberg Jugend hofft: Kommt jetzt die Skaterbahn?
Lokales Segeberg Jugend hofft: Kommt jetzt die Skaterbahn?
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21:19 24.08.2016
Skater fühlen sich in Bad Segeberg, wie ein Fisch auf dem Trockenen: Fridtjof Heins, FSJler von der „Mühle“ (l.), und die beiden Skater Dominik und Cedrick schlagen vor, auf der Grünfläche an den Fischteichen weit ab von größerer Wohnbebauung eine Skaterbahn zu bauen. Quelle: Fotos: Glombik

Vor Jahren haben Bad Segebergs Politiker den Jugendlichen nach dem Abriss der Skateranlage auf der Backofenwiese hoch und heilig versprochen, irgendwo eine neue aufzubauen. Bislang Fehlanzeige. Jetzt haben sich Jugendliche im Rahmen der Zukunftswerkstatt „Jugendgerechte Kommune“ selbst auf den Weg gemacht und geeignete Plätze erkundet. Ihr Favorit: Eine Fläche in der Grünanlage an den Fischteichen. Relativ einsam, aber doch gut erreichbar gelegen, weitab von größerer Wohnbebauung haben sie im Umfeld eines Bolzplatzes, eines Beachvolleyball- und Korbball-Feldes einen Platz gefunden. Vorgestern wurden diese und andere Vorschläge der Zukunftswerkstatt Politik und Verwaltung präsentiert.

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Bad Segeberg wäre gern „jugendgerechte Stadt“ – An Ideen mangelt es nicht, bislang aber an der Umsetzung.

„Hier stören wir nicht“, sind die Jugendlichen überzeugt. „Das soll kein Riesenteil werden. Nur ein paar Rampen, eine Halfpipe, das reicht uns“, erklären Dominik (15) und Cedrick (17). Bislang fahren sie mit ihrem Board auf der Straße. Bis nach Bad Oldesloe müssen sie reisen, wollen sie ihre Bretter auf einer Skateranlage austesten. Auch der FSJler am Jugendzentrum Mühle, Fridtjof Heins, ist überzeugt, dass eine Skateranlage für Bad Segebergs Kids nottut. Viele hätten mit dem Sport schon aufgehört, weil es in Bad Segeberg keine Möglichkeiten dafür gebe. 80 bis 90 Skater soll es in Bad Segeberg und Umgebung etwa geben.

Es bewegt sich aber was: Die Stadt hat sich mit Projektleiter Thomas Minnerop auf den Weg gemacht, eine jugendgerechte Kommune zu werden. „Bad Segeberg, Du kleine Stadt, bald jeder hat Dich satt“, spiegelt ein Poem aus der „Mühle“ das bittere Lebensgefühl hiesiger Jugend wider. 2200 junge Menschen im Alter von zwölf bis 27 soll es in der Kreisstadt geben.

Bei der Veranstaltung im Bürgersaal, zu der trotz Ferienzeit 40 Besucher kamen, gab es reichlich Modelle aus der Zukunftswerkstatt für ein jugendgerechtes Bad Segeberg. Die seien entstanden ohne Gängelung von Kommunalpolitikern, „die immer gleich Nein sagen“, hob Moderator Jens Lichte hervor. Da durften auch „bescheuerte Ideen“ gezeigt werden. Zum Beispiel neues Jugendzentrum auf der Backofenwiese. Zur Rubrik „bescheuert“ ist sicher auch der Vorschlag „kostenloses Kino für alle“ einzuordnen. Anderes scheint auch kurzfristig machbar. Warum gibt es kein WLAN in der Mühle? Warum noch keine gemeinsame Schülervertretung aller weiterführenden Schulen der Stadt?

Auch wüssten viele Jugendliche gar nicht, was in Bad Segeberg so alles los sei. Flyer und Plakate seien „old School“, so Minnerop. Es müsse nach Wegen gesucht werden, jugendrelevante Themen , die in der Politik oder Verwaltung behandelt werden, besser zu vermitteln. Wichtig wäre auch, dass in der von Jugendlichen gegründeten Arbeitsgemeinschaft Zukunft auch Stadtvertreter mitwirkten. Kleine Maßnahme – große Wirkung: Würde man den Ausgang hinter der Bühne in der Halle der „Mühle“ um 30 Zentimeter vergrößern, dürften dort statt der jetzt nur 199 Besucher an die 100 mehr zu Konzerten und Poetry-Slam kommen. Die Nachfrage sei riesig, so Minnerop.

Bessere Kommunikation zwischen Verwaltung und Jugend soll es künftig geben. Im Bürgersaal diskutierten schon Jugendliche mit Antje Langethal und Ute Heldt vom Bauamt. Minnerop ruft dazu auf, sich in anderen Städten, funktionierende Modelle anzusehen, um Jugend an Politik zu beteiligen. Es liege auch an den Themen in den Gremien, so gab Bauamtchefin Langethal zu, die „oft unheimlich langweilig“

seien – jetzt geht’s aber um die Skateranlage. Hier ist es die Nagelprobe, Dominik und Cedrick zu erklären, welche Klippen mit einer Baugenehmigung noch zu überwinden sind – bis eine Skateranlage entstehen könnte.

Jugend steht im Fokus

Projektleiter Thomas Minnerop ist zufrieden: „Ich bin froh, dass wir es geschafft haben, dass Jugend wieder ein Thema in Bad Segeberg ist“, sagte er den LN. Etwa 50 Jugendliche seien Ideensammler für eine „jugendgerechte Kommune“ gewesen. Es sei „fantastisch“, dass zur Präsentation trotz Ferienzeit vorgestern so viele in den Bürgersaal gekommen seien. Gerade in der Medien AG und der Konzert AG laufe sehr viel. Die Video-Clips zu den Themen seien hervorragend geworden. Auch in den Schulen sei das Projekt inzwischen angekommen. Jetzt sei es wichtig, bevor die Stadt den kommenden Doppelhaushalt beschließe, möglichst viele Jugendprojekte mit Hilfe der Politik anzuschieben, sagt Minnerop. Bei der SPD gibt es übrigens schon Überlegungen, den von den Jugendlichen vorgeschlagenen „Beachclub“ mit Grillplatz am Segeberger See zu unterstützen.

Wolfgang Glombik

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