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Jugendakademie: Büffeln in den Ferien

Bad Segeberg Jugendakademie: Büffeln in den Ferien

Lernen als Urlaubsvergnügen: 60 Schüler bilden sich im Sommer in Biologie, Robotik, Journalismus und Theater fort.

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Im Robotik-Kurs: Nele Junge und Jana Nissen (v.l.) helfen Lena und Melina (v.l.) beim Programmieren eines Roboters aus Lego.

Quelle: Fotos: Kim Meyer

Bad Segeberg. Die Fühler tasten vorsichtig den Arm ab, dann flitzt die Fauchschabe über den Pullover von Carlotta. Die 13-Jährige verfolgt begeistert, was das Krabbeltier, das eigentlich in Madagaskar beheimatet ist, treibt. Als das Tier zu weit kriecht, packt sie es vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger. Plötzlich macht die Schabe ihrem Namen alle Ehre: das Insekt faucht, als ginge es um ihr Leben. „Das machen sie, wenn sie sich angegriffen fühlen“, erklärt Biologe Fabian List, der seine gepanzerten Haustiere mit in den Biologie-Kurs der Jugendakademie gebracht hat.

LN-Bild

Lernen als Urlaubsvergnügen: 60 Schüler bilden sich im Sommer in Biologie, Robotik, Journalismus und Theater fort.

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„Wir haben in dieser Woche viel gelernt.“ Marla (12)

Mitten in den Sommerferien bilden sich 60 Mädchen und Jungen der 6. und 7. Klassen von verschiedenen Schulen aus ganz Schleswig-Holstein freiwillig zehn Tage lang in Bad Segeberg weiter. Neben dem Biologie-Kurs konnten sich die Schüler auch für Kurse in Robotik, Theater oder Journalismus bewerben. Gisela Walter leitet die Jugendakademie, die vom 18. bis 27. August stattfindet. Die pensionierte Schulleiterin sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Gerade macht sie eine Stippvisite bei den kleinen angehenden Biologen.

„Wir waren im Wald und haben Insekten gesammelt“, erzählt ihr die zwölfjährige Tamara. In Alkohol oder mit Ethylacetat – „Das riecht wie Nagellackentferner“, erklärt Luca – wurden die Tiere getötet und unter dem Binokular bestimmt, um anschließend auf Styropor aufgespießt und beschriftet zu werden. „Wir versuchen durch die rechte Schulter zu stechen, um keine Organe zu verletzten“, sagt der 13-jährige Tom. „Jeder darf ein Tier in Gießharz mit nach Hause nehmen“, erklärt Biologie-Studentin und Kursleiterin Jennifer Ahrens.

„Die Kinder sind so ambitioniert“, sagt Gisela Walter, als sie sich auf dem Weg zum nächsten Kurs macht – Robotik. Ein Junge liegt auf dem Bauch auf dem Boden im Kursraum und verfolgt mit prüfendem Blick ein Schiff aus Lego-Steinen, das auf einem schwarzen Klebestreifen fährt. Plötzlich stottert es und bleibt stehen. „Der Roboter soll der Linie folgen, aber wie man hört, stimmt da was nicht“, erklärt er fachmännisch.

„Sie sollten sich eine Transportkette ausdenken. Dafür musste ein Roboter programmiert und aus Lego-Steinen ein Transportmittel gebaut werden“, sagt Nele Junge. Sie studiert Logistik und Mobilität und leitet mit Jana Nissen, die Informatikingenieurwesen studiert, den Kurs. „Die Kinder haben sich viel mehr ausgedacht als erwartet“, sagt sie.

Einige Türen weiter ist gerade Redaktionssitzung. Gemeinsam mit Fotografin Lena Fingerle und Journalist Sebastian Hofer überlegen die Kinder, was für Reportagen sie schreiben könnten, die sie später dann auf einem Blog veröffentlichen wollen. „Die Themen müssen auch bebilderbar sein“, erinnert Fingerle. „Wer ist denn jetzt noch alleine ohne Partner?“ Helene meldet sich zu Wort: „Wenn meine Pokémon-Idee nicht klappt, würde ich bei Merle mitmachen.“

„Jeder findet natürlich sein Thema am besten, das dauert bis die reduziert sind“, sagt Gisela Walter, während sie über den Flur Richtung Theaterbühne geht. Dort proben die Schauspieler Erkki Hopf und Michael von Bennigsen mit ihren Schülern eine Kampfszene. Das an „Romeo und Julia“ angelehnte Stück soll erst den Konflikt zwischen den Familien Capulet und Montague zeigen – und anschließend eine Möglichkeit, wie man den Streit hätte anders lösen können. „Ihr müsst große Gesten machen“, erklärt Hopf. Die Experten zeigen den Schülern Lockerungs- und Atemübungen sowie Sprechtechniken. „Es gefällt mir, wie man mit dem ganzen Körper sprechen kann“, sagt Maximilian und Marla ergänzt: „Wir haben in dieser Woche viel gelernt.“

Kim Meyer

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