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Segeberg Jugendliche basteln an ihrer Stadt
Lokales Segeberg Jugendliche basteln an ihrer Stadt
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19:14 09.06.2016
Ein schöner Strandabschnitt mit Schwimmkissen und Sonnenschirmen war ganz nach dem Geschmack der Arbeitsgruppe. Quelle: Fotos: Dreu

Sie haben Ideen zusammengetragen und mit viel Kreativität Modelle ausgearbeitet. 50 junge Menschen waren in der Zukunftswerkstatt des Projektes „Jugendgerechte Kommune“ aktiv (die LN berichteten). Inzwischen sind die Jugendlichen einen Schritt weiter und haben Vertretern von Vereinen, Schulen, Verwaltung und Politik ihre Wunschmodelle vorgestellt.

In der Zukunftswerkstatt des Projekts „Jugendgerechte Kommune“ werden Wunschmodelle erarbeitet.

Die Arbeiten der Jugendlichen können sich dabei sehen lassen. Mit viel Liebe zum Detail und ohne Tabus haben sie ihre Wünsche in Form gegossen: So entstanden ein völlig neues Jugendzentrum auf der Backofenwiese mit Medien-, Theater- und Aufenthaltsräumen und als Alternative ein weiteres, das die Jugendlichen gern zentral in dem alten Möbel-Kraft-Gebäude neben der Feuerwehr sehen würden. Ein Skaterpark mit Half- und Quarterpipes und anderen Schikanen hätte auf dem Gelände auch noch Platz und steht neben Kommunikation und Medien ganz oben auf der Liste.

Aber auch ein Beachclub mit einem auf Vordermann gebrachten Strandabschnitt am Großen Segeberger See oder am Ihlsee mit Beach-Volleyball-Feld, Grillplatz, Strandbar mit Liege- und Sitzplätzen, einer riesigen Schaukel und einem Floß, um trocken zum Schwimmponton zu gelangen, spiegelt die Wünsche der Jugendlichen wider. Sogar Gedanken zur Verkehrsführung haben sie sich gemacht und zur Lösung des ganz normalen Verkehrswahnsinns die B 206 kurzerhand unter die Erde verfrachtet.

Da Bad Segeberg als Leuchtturmprojekt für Schleswig-Holstein ausgesucht worden ist, schauten Vertreter der Arbeitsgemeinschaft für jugendgerechtes Handeln besonders den Vertretern von Verwaltung und Politik auf die Finger. Sie müssen schließlich unter Beweis stellen, dass sie mit gutem Beispiel für eine Beteiligung von Jugendlichen vorangehen und die damit verbundenen Fördergelder zu Recht erhalten.

Die Begeisterung bei der Präsentation der Modelle jedenfalls war groß. „Es sind ganz tolle Ideen dabei. Ganz bewusst sind den Jugendlichen dabei keine Grenzen vorgegeben worden“, sagte Bad Segebergs Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD), der den Ideengebern für die unterirdische Bundesstraße zu bedenken gab: „Das dauert wenigsten 20 Jahre.“ Doch selbst davon ließen sich die Jugendlichen nicht bremsen. Die Reaktion von Justus: „Dann müssen wir ja jetzt langsam mal anfangen.“

Während Sebastian Schmodgenski (14) als erstes Projekt gerne die Strandanlage umsetzen würde, plädiert Helena Wagemann (16), Vorsitzende des Kinder- und Jugendbeirates, für den Skaterpark. Da jedoch nicht nur in Bad Segeberg die Skateranlagen das größte Konfliktpotenzial in sich tragen, ist die Euphorie bei Dieter Schönfeld gebremst: „Wir müssen natürlich den Schutz der Nachbarn bedenken. Aber vielleicht gelingt es ja, die ein oder andere Toleranzschwelle zu optimieren.“ Ob und was von ihren Ideen umgesetzt wird, wissen die Jugendlichen nicht. „Ich bin gespannt. Die Veranstaltung war total super. Jetzt muss es losgehen“, hofft Ole Käbel (19). Er kann sich an eine Stadtvertretersitzung erinnern, in der Schönfeld gesagt habe, dass die Jugendlichen den Ball auf dem Elfmeterpunkt liegen hätten. Käbel: „Es fühlt sich jetzt eher an, als hätte er den ersten Pass gespielt und wir gerade den Strafraum betreten.“ Auch Projektleiter Thomas Minnerop hofft, dass etwas von den Ideen umgesetzt wird: „Sonst verlieren die Jugendlichen die Lust daran.“

So geht es weiter

Das Projekt „Jugendgerechte Kommunen“ symbolisiert die neue Jugendpolitik auf Bundesebene, mit der junge Menschen aufgefordert werden, in der Lokalpolitik mitzumischen, sich Gehör zu verschaffen und Ideen einzubringen. Mit dem Einbringen allein ist es jedoch nicht getan. Die Jugendlichen müssen dafür sorgen, dass die Politik hinter ihnen steht und die nötigen Finanzmittel bereit gestellt werden.

Ab August beginnen die Haushaltsberatungen der Stadt Bad Segeberg mit der Weichenstellung für die Jahre 2017/2018. Ziel ist ein Doppelhaushalt, der dann entsprechende Mittel beinhalten sollte. pd

Petra Dreu

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