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Segeberg Chips für die Tonnen, Mülldeponie kommt auf den Prüfstand
Lokales Segeberg Chips für die Tonnen, Mülldeponie kommt auf den Prüfstand
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20:27 27.11.2018
Ab 2020 werden vom Wege-Zweckverband nur noch Tonnen mit Chip geleert. Quelle: GLOMBIK
Bad Segeberg

Sie hat im Abfallbereich an der Uni in Hamburg promoviert. Sie hat schon als Studentin für eine wissenschaftliche Arbeit im dreckigen Segeberger Restmüll gewühlt und sortiert. Seit dem 1. März ist Dr. Julia Hobohm für den Abfallbereich beim Wege-Zweckverband zuständig und räumt jetzt auf im Verband, investiert beim WZV in digitale Technik, verantwortet auch eine kräftige Gebührenerhöhung von 17,7 Prozent, die noch von der Verbandsversammlung genehmigt werden soll. Sie hat schon einige Pflöcke eingeschlagen, setzt Sparmaßnahmen durch. Dabei sieht die selbstbewusste 38-Jährige eher aus wie 25. Zumindest hört sie das oft.

Nicht alle Segeberger werden das ohne Murren hinnehmen: Ab dem 1. Januar 2019 wird zum Beispiel die bei Gartenbesitzern lieb gewordene Strauchgutentsorgung ersetzt durch ein Abrufsystem, wie die Kunden es auch vom Sperrmüll kennen. Auch bei der Befüllung der teuren Deponie Tensfeld zieht sie die Notbremse. Ohnehin dürfen dort nur „behandelte Abfälle“ entsorgt worden. Gewerbliche Abfälle dürfen dort neuerdings nicht mehr abgelagert werden, nur noch hoheitliche, also die Reste des verbrannten Hausmülls der Gebührenzahler.

Erweiterung der Deponie wird geprüft

Immer wieder wurde in vergangenen Jahren beteuert, dass sich der Kreis Segeberg hier noch über Jahrzehnte keine Sorgen machen müsse. Nun scheint alles offen: Noch will Hobohm nicht mit Zahlen über das bestehende Restvolumen herausrücken. Gibt es die Möglichkeit bei der Deponie in die Höhe aufzuschichten? Geprüft werde auch, ob die Deponie in dem Kiesgruben-Gebiet erweitert werden könne. Technische Details wie die Abdichtung des Deponiebodens, die mögliche Zusammenarbeit mit anderen Entsorgungsverbänden müssten erst noch geklärt werden. „Im März oder April kommenden Jahres haben wir ein erstes Bild und gehen dann in die Diskussion“, kündigte sie gegenüber den LN an.

Investieren will Julia Hobohm in die Digitalisierung der Müllentsorgung. Wie berichtet, sollen ab dem 1. Januar 2020 alle Tonnen – wenn ein Versuchjahr in Ellerau klappt – kreisweit gechipt werden. Der Chip, groß wie ein Zwei-Euro-Stück ist für Hobohm quasi der Ehering. Denn die Tonnen werden mit den Grundstücken „verheiratet“, berichtet sie zum Vergnügen der Kreispolitiker im zuständigen Aussschuss. Um im Bild zu bleiben: Manche Tonnen „gehen auch fremd“. Den Kreispolitikern erklärte sie die Tricks und Kniffe mit denen Bürger bisweilen ihren Müll entsorgen. Hobohm wettet darauf, dass drei bis sieben Prozent „schwarze Tonnen“ zur Abholung bereitstünden. „Schwarze Tonnen“ können auch braun oder blau sein. Das kann so passieren: Kunden rufen beim WZV an und melden ihre Tonne als verloren oder vermisst. Sie bekommen eine neue, und plötzlich stünden da doppelte Tonnen.

Kunden tricksen zuweilen bei der Müllabfuhr

Häufiger käme es auch vor, dass Leute mit ihrer Tonne „spazieren gehen“. Montags wird an der einen Straße die Tonne zur Abholung hingestellt, dienstags werde sie neu gefüllt an anderer Straße abgestellt, wenn dort das Müllfahrzeug vorbeikomme. Beliebt sei auch, so Hobohm, beim WZV anzurufen, mit der falschen Angabe, das Leeren der Tonne sei vergessen worden. Mit den Chips an der Tonne könne nicht mehr getrickst werden. „Das hätte auch den Charme, dass weniger Restmüll zu entsorgen wäre.“ Das neue Chipsystem werde sich so schon nach drei Jahren rechnen, ist Hobohm überzeugt. Die Digitalisierung sei da ein großer Schritt, um die Tonnen-Entleerung unter Kontrolle zu bringen. Von Deponie bis Chip: Die neue Abfallchefin bringt neuen Elan mit: „Ich habe hier einen Bereich vorgefunden, der hat mich super eingearbeitet.“

Wolfgang Glombik

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