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Segeberg Junger Mann stalkte seine Partnerin
Lokales Segeberg Junger Mann stalkte seine Partnerin
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22:00 18.12.2015

Sie konnten nicht mit- und nicht ohne einander: Fünf Jahre lang dauerte die „On-Off-Beziehung“ zwischen Fred K. (24) aus Wahlstedt und Kathrin P. (23, beide Namen geändert) aus Bad Segeberg. Den wohl endgültigen Schlusspunkt dieser Beziehung setzte nun ein Prozess vor dem Bad Segeberger Amtsgericht, in dem sich Fred K. wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und des Nachstellens seiner ehemaligen Partnerin verantworten musste.

Im letzten Jahr ihrer Beziehung hatte sich die junge Frau mehrmals von dem Angeklagten getrennt und war aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen, was der Angeklagte nicht verwinden konnte. Im September 2013 und im August 2014 hatte die junge Frau jeweils einen Gerichtsbeschluss nach dem Gewaltschutzgesetz erwirkt, das dem Angeklagten verbot, sich ihr zu nähern oder in irgendeiner Form Kontakt zu ihr aufzunehmen.

Der Angeklagte setzte sich über die gerichtlichen Verbote hinweg. Von September 2013 bis September 2014 stellte er seiner Ex-Partnerin nach, bombardierte sie an manchen Tagen mit bis zu 14 Anrufen, belästigte sie auf einem Fest in Bad Segeberg und fuhr an einem Tag Mitte Oktober 2013 stundenlang mit seinem Wagen vor dem Elternhaus der jungen Frau, in dem diese Zuflucht gefunden hatte, mit quietschenden Reifen und aufheulendem Motor hin und her. Anfang Dezember 2013 zerstörte der Angeklagte das fast neuwertige, 400 Euro teure Handy von Kathrin P.

Zu Beginn der Gerichtsverhandlung zu seinen persönlichen Verhältnissen befragt, verblüffte der Angeklagte mit der Aussage, dass er mit eben jener Kathrin, die das Opfer seiner Nachstellungen war, jetzt verheiratet sei.

K. räumte die Anklagevorwürfe ein und erzählte, dass sich das Paar im Dezember 2013 wieder vertragen habe, im April hätten sie dann geheiratet. Einige Zeit sei alles bestens gewesen, aber dann habe seine Frau ihn im August überraschend verlassen. „Ich habe alles für sie bezahlt, ihr sogar ein neues Auto gekauft, aber sie hat mich nur ausgenutzt“, beklagte sich der junge Mann.

Bei näherem Nachfragen stellte sich heraus, dass Kathrin P. eifersüchtig auf das Kind ihres Partners war. Dieses hatte K. mit einer anderen Frau, der Vorgängerin von Kathrin P. Als sie selbst schwanger gewesen sei, habe er den Zeitpunkt für falsch gehalten, so dass P. abgetrieben habe, berichtete der junge Mann. Im August 2014 hatte der Angeklagte seine Frau geschubst und am Rücken so stark gekratzt, dass bis heute Narben zurückgeblieben sind. Nach dem Auszug gab es dann an zwei Tagen noch vermehrte Anrufe und Kontaktversuche, die abrupt Anfang September 2014 endeten.

Das Opfer der Nachstellungen bestätigte im Wesentlichen die Darstellung ihres Noch-Ehemannes. Beide gaben vor Gericht an, jetzt überhaupt keinen Kontakt mehr zu haben, das Scheidungsverfahren laufe. Mit Hilfe einer Therapie hat es der Angeklagte mittlerweile geschafft, die Trennung einigermaßen zu verarbeiten und Kathrin P. nicht mehr zu belästigen.

Da sich die Angelegenheit beruhigt hat, entschloss sich die Richterin, das Verfahren trotz einiger Vorstrafen des Angeklagten — unter anderem wegen Diebstahls, Unterschlagung und Beleidigung — einzustellen. Der Wahlstedter erhält die Auflage, 600 Euro an die Segeberger Einrichtung „Frauenzimmer“ zu zahlen. mka

LN

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