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Kampf den Wohnungseinbrechern

Bad Segeberg Kampf den Wohnungseinbrechern

Polizei bildet eine zwölfköpfige Ermittlungsgruppe, die Einbrecherbanden das Handwerk legen soll. Grund dafür sind immer mehr Einbrüche und die sehr geringe Aufklärungsquote von 6,7 Prozent. Jetzt will die Polizei massiver als je zuvor ermitteln.

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Viele Bürger machen es Einbrechern einfach zu leicht, in ihre Wohnung zu kommen.

Quelle: Fotolia

Bad Segeberg. „Insgesamt sehr zufrieden“ ist der stellvertretende Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg, Jan Lewering, mit den Zahlen der Kriminalitätsstatistik für 2015. Er hat die Zahlen gestern mit dem stellvertretende Leiter der Kriminalinspektion Bad Segeberg, Stefan Kiehl, der Presse präsentiert. Die Zahl der erfassten Straftaten hat — wie schon in den vergangenen zehn Jahren — abgenommen. Allerdings: die Aufklärungsquote ebenfalls. Von den 15252 im Kreis Segeberg registrierten Straftaten wurden nur 45,5 Prozent aufgeklärt. Der Landesdurchschnitt liegt bei immerhin 52,1 Prozent.

LN-Bild

Polizei bildet zwölfköpfige Ermittlungsgruppe, die Einbrecherbanden das Handwerk legen soll.

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Doch mehr als die schwächelnde Aufklärungsquote treibt die beiden Polizeichefs das Deliktfeld Wohnungseinbruchdiebstahl um. Hier sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg von 762 (2015) auf 832. Schlimmer noch: Die Aufklärungsquote ist von 12,5 Prozent (2014) auf 6,7 Prozent „massiv gesunken“, wie Kiehl einräumt. Das sind gerade mal 56 aufgeklärte Fälle. Dass dies viel zu wenige sind, ist der Polizei klar. Aber zum Teil auch begründbar. Denn 2014 war deshalb so erfolgreich, weil man ganze Einbruchsserien aufdecken konnte.

Das sei extrem schwer, so Lewering: „Wenn wir einen Einbrecher auf frischer Tat stellen, können wir ihm nur diese Tat vorwerfen“ — womöglich war er aber an 30 oder 50 anderen Einbrüchen beteiligt.

Gesteht er die nicht, bleiben die Einbrüche unaufgeklärt — so würde sich die magere Aufklärungsquote erklären.

Zu tun hat es die Polizei in diesem Deliktfeld fast ausschließlich mit Einbrecherbanden, die großenteils aus Albanern bestehen. Banden sei sehr schwer das Handwerk zu legen, so Kiehl, weil sie in einer Nacht oft über hunderte Kilometer ihr „Einsatzgebiet“ wechseln. „Sie werden auch immer raffinierter“, so Kiehl, „sie hinterlassen so gut wie keine Spuren“, und sie seien sehr vorsichtig, scheuten das Risiko: Ist jemand im Haus, dringen sie nicht ein. Vor allem seien sie in Ballungsgebieten unterwegs. Lewering: „Da fallen fremde Autos und Personen nicht so auf wie in Dörfern“, wo mehr soziale Kontrolle gegeben sei. Außerdem schätzen die Einbrecher in größeren Städten die Fluchtmöglichkeiten. In 39 Prozent der Fälle wurde 2015 am Tag eingebrochen. Die Banden, die meist aus drei Personen bestehen — einer sichert draußen mit dem Handy am Ohr, zwei steigen ein, von denen einer in Handyverbindung mit dem Komplizen draußen steht — gehören nach Polizeierkenntnissen nicht zu einem „Oberboss“, der mehrere Banden steuert. Das Motto aller dieser Täter laute: „Schnell rein, schnell raus“, so Kiehl.

Den Polizisten ist bewusst, dass Opfer von Wohnungseinbrüchen oft lange psychisch leiden würden. Manche könnten nicht mehr in ihren eigenen Wohnungen leben, müssten umziehen. Daher wird in diesem Bereich „jetzt Gas ohne Ende gegeben“, versprach Kiehl. So sind am Donnerstag erneut in Norderstedt 200 Autos kontrolliert worden. So sollten potenzielle Täter in Fahrzeugen auf den Ein- und Ausfallstraßen, aber auch in Wohngebieten, an Bahnhöfen und Bushaltestellen abgeschreckt und identifiziert werden. Festnahmen habe es zwar nicht gegeben. Aber nach so einer Kontrolle würden erfahrungsgemäß mehrere Tage kaum Einbrüche verübt.

Wie Kiehl weiter sagte, schicke man jetzt auch Zivilfahnder los. Zudem arbeite man intensiv mit der Kieler Staatsanwaltschaft zusammen, wo ein Dezernent speziell für diese Delikte zuständig sei. Ziel sei es, Einbrecher schneller vor Gericht zu bringen. Und: „Wir bauen gerade eine zwölfköpfige Ermittlungsgruppe auf, die in den Kreisen Pinneberg und Segeberg speziell dieses Deliktfeld bearbeitet — wir tun hier so viel wie nie zuvor.“

Die Statistik

15252 Straftaten gab es im Kreis 2015 (571 weniger als im Jahr zuvor), davon wurden 6945 aufgeklärt. Die sogenannte Häufigkeitszahl ist die Anzahl der Straftaten, hochgerechnet auf 100000 Einwohner. So kann man verschieden große Kommunen in puncto Kriminalität vergleichbar machen. Die Zahl gibt an, wie wahrscheinlich es für Bürger ist, Opfer einer Straftat zu werden. Für den Kreis Segeberg beträgt sie 5756, liegt somit weit unter dem Landesdurchschnitt (7157). Für Neumünster beträgt sie 22449, für Lübeck 10671, für Bad Segeberg 9139, für Norderstedt 6629.

2015 hat die Polizei 5786 Tatverdächtige ermittelt. Mehr als drei Viertel waren männlich. Der insgesamt verursachte Schaden durch Straftaten betrug 18,4 Millionen Euro.

Zwei Morde und vier Totschlagdelikte hat die Polizei bearbeitet — und alle aufgeklärt. 75 Prozent der Sexualdelikte, 2015 waren es 162 (-5), wurden aufgeklärt. Auch die Zahl der Rohheitsdelikte (2058) wie Körperverletzung und Raub war rückläufig. 2014 waren es 2108.

Von Christian Spreer

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