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Segeberg Kampf gegen Windmühlen: Blunker wittern Vertuschung
Lokales Segeberg Kampf gegen Windmühlen: Blunker wittern Vertuschung
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14:20 20.05.2017
Im Ort formiert sich der Protest. Wie zuvor in Groß Rönnau war auch in Blunk das Interesse an den Windpark-Plänen riesig. Etwa 120 Zuhörer verfolgten die Sitzung der Gemeindevertreter. Quelle: Fotos: Petra Dreu
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Blunk

Nach der Sitzung der Gemeindevertretung Groß Rönnau am 9. Mai hatte am Donnerstag auch die Nachbargemeinde Blunk die Stellungnahme zur Teilaufstellung des Regionalplans auf der Tagesordnung. Ähnlich wie in Groß Rönnau sogen 120 Bürger aus Blunk und den umliegenden Gemeinden die Informationen auf. Und wie in Groß Rönnau war die Gemeindevertretung weder durch die Landeigentümer noch durch den möglichen Investor informiert worden, der zwischen Blunk, Groß Rönnau und Daldorf elf Windkraftanlagen bauen möchte.

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Im Ort formiert sich der Protest. Wie zuvor in Groß Rönnau war auch in Blunk das Interesse an den Windpark-Plänen riesig. Etwa 120 Zuhörer verfolgten die Sitzung der Gemeindevertreter.

Ebenfalls wie es in Groß Rönnau bereits Bürgermeisterin Gesche Gilenski getan hat, fand auch Blunks Gemeindechefin Wiebke Bock (alle Gemeindevertreter Kommunale Wählergemeinschaft) deutliche Worte für das Vorgehen: „Ich habe bisher keine offiziellen Infos über einen möglichen Bau. Alles wurde im Geheimen besprochen. Was soll da eventuell vertuscht werden?“ Die Landwirte könne sie verstehen, denn es werde ihnen sehr viel Geld versprochen. „Aber auch sie sollten offen über alles sprechen, bevor sie mit solch geheimen Aktionen viel Unruhe in unsere Dörfer bringen und damit viele gute Gemeinschaften auseinandertreiben“, sagte Bock.

238 Hektar sind die Teilflächen groß, die sich zum größten Teil auf Blunker Gemeindegebiet befinden. Sie sind als abgelehnte Potenzialflächen im Regionalplanentwurf ausgewiesen. Dass die einstige Ablehnung nicht für immer Bestand hat, haben auch die Blunker Gemeindevertreter erst durch Zeitungsartikel erfahren müssen. Bereits beim ersten Entwurf hatte sich die Gemeinde gegen Windkraft auf ihrem Gebiet ausgesprochen, was jedoch bei den Planern keine Berücksichtigung fand.

„Ich lebe seit 40 Jahren in Blunk und möchte hier ruhig wohnen bleiben“, sagte Hendrik von Pein, der zusammen mit Gemeindevertreter Armin Blankenstein eine leicht verständliche Präsentation erarbeitet hatte. Sie zeigte auf, um welche Flächen es genau geht, wie weit der Schatten der Anlagen im Sommer und im Winter reicht und was jeder Einzelne tun kann, um einen möglichen Windpark zu verhindern.

Dass auch die Landesplaner mal Fehler machen, zeigte Andrea Wätjen aus Pettluis auf: „Die Horste von Großvögeln sind nicht richtig angegeben. Nach ihren Daten steht ein Horst mitten in unserem Herrenhaus. Da ist aber nichts. Dadurch haben wir 300 Meter gegen Windkraft gewonnen.“ Ihr pflichteten weitere Bürger bei, die anregten, GPS-Daten der Horste in der Stellungnahme zu benennen.

Alt-Bürgermeister Detlef Pape ist davon überzeugt, dass auch die Beeinträchtigungen durch die Biogasanlage ein Argument gegen Windkraft auf Gemeindegebiet ist: „Der zusätzliche Lieferverkehr bereitet uns schließlich jetzt schon Sorgen.“ Kreisjägermeister Klaus Rathje aus Groß Rönnau plädierte dafür, an Politiker heranzutreten: „Schließlich hatten wir gerade Wahlen und sollten die Politiker an ihre Wahlversprechen erinnern.“ Einstimmig votierten schließlich die Gemeindevertreter für eine negative Stellungnahme zum Regionalplan.

Hendrik von Pein lud die Einwohner ein, in einer Arbeitsgruppe mitzuarbeiten. Die Treffen finden regelmäßig montags ab 19.30 Uhr im „Alten Schweinestall“ von Klaus Rathje in Groß Rönnau statt.

 Petra Dreu

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