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Segeberg Kanalsanierung fast abgeschlossen
Lokales Segeberg Kanalsanierung fast abgeschlossen
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20:27 17.08.2016
Kanalsanierer Andreas Britt (Mitte) und seine Kollegen sind gerade an der Neumünsterstraße in Wahlstedt dabei, den Schmutzwasserkanal im Inliner-Verfahren zu sanieren. Das führt zwar derzeit zu Verkehrsbehinderungen, doch die Arbeiten sind so gut wie abgeschlossen. Quelle: Fotos: Heike Hiltrop

t. Eine Freude ist es derzeit für Verkehrsteilnehmer nicht, in Wahlstedt unterwegs zu sein: Die Neumünsterstraße kann quasi nur in Schlangenlinie durchfahren werden, weil Teile durch große Arbeitsfahrzeuge blockiert sind. Selbst Fußgänger müssen mitunter auf die Fahrbahn ausweichen. Während die Hauptachse der Stadt das Revier der Kanalsanierer geworden ist, fressen sich im östlichen Stadtbereich kleine Bagger für den Ausbau des Glasfasernetzes durch die Stadt. Das soll bis Februar 2017 dauern, die Kanäle sind dagegen nahezu fertig.

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Der Verkehr wird nur noch kurze Zeit behindert: Rund 1500 Meter Hauptkanal werden gerade im Gebiet des Zweckverbandes Bad Segeberg-Wahlstedt verlegt.

Verfahren spart viel Zeit

450 Meter gehärtete Schlauchliner können die Kanalsanierer an einem Tag schaffen, wenn die Strecke sauber, gerade und auch sonst problemlos ist.

1200 Millimeter Durchmesser sind für solche in Harz getränkten Glasfaserrohre zwar selten, aber machbar.

Andreas Britt klettert in einem weißen Schutzanzug aus dem Schacht in der Neumünsterstraße/ Ecke Graf-Spee-Straße, schaltet die Stirnlampe aus und bespricht mit seinen Kollegen am Spülwagen kurz das weitere Vorgehen. „Wenn wir da gut gereinigt haben, dann riecht das auch gar nicht so schlimm wie mancher meinen möchte. Oder wir merken das nur nicht mehr“, quittiert Spülwagenfahrer Wilfried Krause den fragenden Blick einer Passantin. 48 Meter in Kunstharz getränktes Glasfasergewebe soll unterirdisch bis zum nächsten Schacht geschoben werden. „Schlauchliner“

heißt diese Art der Rohrverlegung (siehe Info-Text). In diesem Fall ein DN 250, ein Kanal mit 25 Zentimetern Durchmesser.

Bereits im Juli wurden im Zweckverbandsgebiet Bad Segeberg-Wahlstedt 7400 Meter Hauptkanal mit insgesamt 160 Schächten und 720 Anschlusskanälen gereinigt und untersucht. Ergebnis: In der Oldesloer Straße in Bad Segeberg muss auf 230 Metern saniert werden. In Wahlstedts Neumünsterstraße, im Surahammar- und im Danziger Weg stehen rund 1500 Meter auf dem Arbeitsplan.

Nach der gründlichen Reinigung wird der eingeführte Gewebe-Schlauch (Wandstärke 3,7 Millimeter) mit Luft aufgebläht, so dass er sich an das alte Rohr anschmiegen kann. Anschließend fährt eine Art UV-Lichterkette mit 10000 Watt durch ihn hindurch und löst eine chemische Reaktion aus, die das Material extrem aushärtet.

„Das muss man sich wie ein überdimensionales Solarium vorstellen“, sagt Daniel Baasch von der Firma Rohrsanierung Jensen. Ob ein alter Kanal im Inliner-Verfahren saniert werden könne, werde am Schadensbild festgemacht, aber die Art der Sanierung werde immer beliebter. „Wenn der Kanal zu stark nach innen deformiert oder gar teilweise eingestürzt ist, hat das natürlich keinen Sinn“, ergänzt er. Gleich zwei große Vorteile biete dieses Verfahren: Die Straße muss nicht großflächig aufgebuddelt werden, und es geht sehr schnell, was enorme Kosten spare. Kein Wunder also, dass das Bordesholmer Unternehmen in ganz Europa unterwegs ist. Braasch: „Wir haben Arbeit für die nächste 100 Jahre.“

Und sie würden immer gute Leute suchen, ergänzt er. „Das ist nicht so einfach, denn sie sind viel auf Montage. Kanalsanierer haben zudem viel mit Dreck und Fäkalien zu tun.“ Das sei nicht jedermanns Sache, und gefährlich sei der Job auch. Darum stünden Sicherheit und Arbeitsschutz ganz weit oben. „Außerdem muss man für diese Arbeit wirklich topfit sein“, so Braasch zum Anforderungsprofil.

Bauleiter Moritz Meis hat derweil in Wahlstedt das meiste hinter sich, wie auch die Autofahrer. Heute sollen die Leitungen fertig werden. Anschließend sind die Schachtanbindungen an der Reihe. Und für die sei statt mehrerer großer nur ein kleiner Lkw nötig und die Verkehrsbehinderung somit nur gering, so Meis: „Ende der 37. Kalenderwoche sind wir fertig.“

Heike Hiltrop

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