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Segeberg Kanaltwiete: Ruine soll Mehrfamilienhaus weichen
Lokales Segeberg Kanaltwiete: Ruine soll Mehrfamilienhaus weichen
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20:34 30.06.2017
Bald soll der Abrissbagger kommen und ganze Arbeit leisten. Was genau entstehen wird, ist noch unklar, Pläne liegen nicht vor. GLOMBIK Quelle: FOTOS:
Bad Segeberg

Neue Gebäude, erst recht in zentraler Lage, sind in Bad Segeberg fast immer Anlass für Diskussionen. Nun plant Grundstückseigentümer Uwe Diedrichsen, der Teile seiner Flächen nach eigener Aussage inzwischen an zwei Mitstreiter verkauft hat, an der Kanaltwiete gegenüber vom Parkplatz Schweinemarkt ein Stück seines Gebäudes (Seestraße 3) abzureißen und dafür ein 10,2 Meter hohes Wohnhaus mit etwa zwölf Wohnungen zu errichten.

Kritik der CDU an fehlender Veranschaulichung zum Ausmaß des geplanten Gebäudes – Grüne monieren enorme Versiegelung.

„Wegen der expliziten Hanglage der Baufläche soll der Bauherr hier mehr Skizzen und Ansichten vorweisen.Michael Hintz

CDU-Stadtvertreter

Dazu ist eine Änderung im Bebauungsplan notwendig. Hier steckt die Stadt noch mitten im Bauleitverfahren, Bürger können demnächst Unterlagen einsehen – wenn die Stadtvertretung dem nächsten Verfahrensschritt zustimmt. An der dachlosen Ruine, die jetzt nach den Regenfällen sicher komplett durchfeuchtet sein dürfte, ist kaum etwas erhaltenswert – indes die CDU, voran Stadtvertreter Michael Hintz, ist misstrauisch gegenüber dem, was dort geplant wird. Hintz wollte im Bauaussschuss nicht die Eckpunkte im B-Plan einfach absegnen, sondern forderte zur Veranschaulichung des Vorhabens vom Planer mehr Unterlagen.

Es ist ein sensibles Terrain. Denn zum landschaftlich schönen Naturtal Richtung Großer Segeberger See fällt das Gelände fast steil ab, der geplante Bau auf dem Hanggrundstück würde aus Sicht von der Backofenwiese mächtig wirken. Von der Straße Kanaltwiete aus sind nach dem Entwurf des Bebauungsplans 10,2 Meter Gebäudehöhe erlaubt, drei Geschosse mit Flach- oder Pultdach. Die Stadt weist darauf hin, dass so verhindert werde, dass in der schmalen Straße Kanaltwiete später „eine Häuserschlucht“ entstehe, da auf der gegenüberliegenden Seite der Kanaltwiete sogar eine Höhe von 14,45 Metern zulässig sei. Zurzeit sind dort noch die Parkplätze auf dem Schweinemarkt. Hintz forderte im Ausschuss mehr „aussagekräftige Unterlagen“. Die CDU möchte auch, dass das Grundstück bebaut werde, „aber wegen der expliziten Hanglage soll der Bauherr schon einmal Schnitte vorweisen“. Annelie Eick (Grüne) kritisierte die geplante „enorme Versiegelung“ der Flächen, die früher Gartenland waren. Im rückwärtigen Teil des Grundstückes sind reichlich Stellplätze geplant, die über eine Zufahrt von der Kanaltwiete erreichbar sein sollen. Das wiege auch die klein geratene Ausgleichsfläche mit Gehölzen nicht auf.

Zu erwarten ist, dass auch bei anderen hinteren Grundstücksflächen an der Seestraße Bauten geplant sind. Diedrichsen habe auf seiner Zufahrt ein Wegerecht eintragen lassen, erfuhren die LN. Die 1000 Quadratmeter samt Zufahrt sind also strategisch auch für die Nachbarn Gold wert. Wie das landschaftlich schöne Tal später aussehen wird, steht auf einem anderen Blatt. Gegen die CDU stimmte eine Mehrheit im Ausschuss dafür, das Bauleitverfahren wie geplant fortzusetzen.

Wolfgang Glombik

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