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Kann nur ein Bürgerbegehren das Bahnhofsprojekt stoppen?

Bad Segeberg Kann nur ein Bürgerbegehren das Bahnhofsprojekt stoppen?

BBS-Fraktionsvorsitzender Heino Pfeiffer will dafür seine Wählergemeinschaft gewinnen. Hitzige Debatte in der Bad Segeberger Stadtvertretung um umstrittenen Bebauungsplan.

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Mit ihren roten Stimmkarten votierten Grüne und BBS-Fraktion geschlossen gegen den geplanten Fachmarkt am Bahnhof.

Quelle: Foto: Glombik

Bad Segeberg. Kommt jetzt ein Bürgerbegehren gegen den Bau des geplanten Fachmarktes am Bad Segeberger Bahn-Haltepunkt? Heino Pfeiffer, BBS-Fraktionsvorsitzender, will hierzu seine Wählergemeinschaft und andere Bürger animieren. „Das hab ich im Fokus“, sagt er gestern den LN. Denn in der Bad Segeberger Stadtvertretersitzung gab es vorgestern für das umstrittene Bahnhofsprojekt eine Mehrheit. Bis auf Stadtvertreter Björn de Vries stimmten die gesamte SPD-Fraktion, die FDP und die CDU (Ausnahme Enthaltung von Thomas Krüger) für das Projekt und den Satzungsbeschluss des Bebauungsplanes. Nach einer Auslegungsfrist und Baugenehmigung wäre dann der Weg frei für den Investor Brezel GmbH, den jetzt noch als provisorischen Pendlerparkplatz genutzten Platz zu bebauen.

Es gab vor 40 Bürgern, die vor allem die Gegner des Projektes beklatschten eine angeregte Diskussion im Bürgersaal. Für die Bahnpendler sei das „eine massive Verschlechterung der Situation“ schimpfte de Vries. Er frage sich, warum man nicht — wenn schon so etwas geplant sei — eine Umfrage bei den Pendlern gemacht habe. Bäcker, Drogerie und Schuhgeschäft gebe es in Bad Segeberg reichlich. „Warum setzt man am Bahnhof nicht gleich auch noch einen Optiker und eine Eisdiele hin. Ich kenne keinen Menschen, der den Zug benutzt, der Verständnis für diese Planung hat.“ Doch sein Fraktionschef Joachim Wilken-Kebeck verwies auf Bad Segebergs „desolate Finanzsituation“. Die Stadt könne sich keinen eigenen Bahnhof mit Wartesaal leisten und den Folgekosten leisten. „Jedes Quartal steigen unsere Miesen schon jetzt um eine Million Euro.“ Er gab zu, dass die Planung „suboptimal“ sei, aber die Gebäude würden dort aller Voraussicht nach nicht ewig stehen. „Dieser Bahnhof ist nicht die endgültige Lösung für die nächsten 50 Jahre.“ Das wiederum rief überall Verwirrung hervor, weil die Stadt ihr Grundstück ja verkaufe und damit keinen Einfluss mehr auf die Bebauung hat. Ein Bürger rief wütend in den Saal: „Ich hoffe, dass das hier durch ein Bürgerbegehren gestoppt wird.“ Thorsten Bohlmann (BBS) stellte klar, dass die Bürger den Fachmarkt an der Stelle nicht wollten. Annelie Eick (Grüne) betonte, dass „wir nicht dem Investoren verpflichtet sind, sondern unseren Bürgern“. Befürworter Hermann Westphal (FDP) sprach von „reinem Populismus“. „Wir sind dem Bürger gegenüber auch verpflichtet, nicht so viele Schulden zu machen.

CDU-Fraktionsvorsitzende Petra Kröger (CDU) verwies auf die vergangenen 15 Jahre und die vergeblichen Versuche einen Investoren zu finden. „Jetzt haben wir endlich einen, der den Parkplatz bebauen will.“ Doch Wolfgang Tödt (BBS) empfahl, statt eines Fachmarktes dort lieber einen Parkplatz zu belassen — „bis wir eine bessere Lösung gefunden haben“.

„Jetzt haben wir endlich einen, der hier bauen will.“
Petra Kröger (CDU)

Wolfgang Glombik

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