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Kapelle ist rostig wie ein alter VW-Käfer

Bad Segeberg Kapelle ist rostig wie ein alter VW-Käfer

Seit Jahren wird bei der Stadt Bad Segeberg und den Umlandgemeinden über Sanierung oder Neubau der Ihlwaldkapelle diskutiert. Passiert ist nichts. Inzwischen verfällt die 50 Jahre alte Kirche immer mehr. Und droht jetzt sogar zum Sicherheitsrisiko für Trauernde zu werden.

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Seit Jahren wird in Bad Segeberg und Umlandgemeinden über Sanierung oder Neubau der Kapelle diskutiert.

Bad Segeberg. Das jetzt bekannt gewordene Protokoll einer Begehung der Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung und des Bauausschusses der Kirchengemeinde Segeberg vom 16. Mai ist alarmierend. Die seitliche Glasfassade der Kapelle sei irreparabel geschädigt, heißt es dort. Schönheitsreparaturen an der alten Konstruktion seien nicht sinnvoll. Hier sei nur eine Erneuerung der alten Fenster-Metall-Konstruktion wirtschaftlich und technisch vernünftig.

LN-Bild

Seit Jahren wird bei der Stadt Bad Segeberg und den Umlandgemeinden über Sanierung oder Neubau der Ihlwaldkapelle diskutiert. Passiert ist nichts. Inzwischen verfällt die 50 Jahre alte Kirche immer mehr. Und droht jetzt sogar zum Sicherheitsrisiko für Trauernde zu werden.

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„Mit fortschreitender Schädigung der Fassadenkonstruktion kann eine Sicherheitsproblematik hinsichtlich der Standsicherheit bei Windbelastung entstehen“, heißt es in dem Protokoll, verfasst von Architekt Achim Kölbel. Eine gutachterliche Beurteilung der Standsicherheit oder eine zügige Erneuerung der betroffenen Bauteile sei „dringend angeraten“. Verantwortlich dafür sei nicht die Kirchengemeinde. Denn die Gebäudesubstanz sei Aufgabe der Stadt und der angebundenen Umlandgemeinden. Die Kirche sei nur für Schönheitsreparaturen zuständig. Angesichts des Gebäudezustands habe es aber keinen Sinn, hier mit Farbe und Pinsel zu arbeiten und marode Fensterrahmen anzumalen, gibt Kölbel den LN gegenüber zu verstehen. „Ich kann nicht Brief und Siegel dafür geben, dass die Wand so stabil ist, wie sie sein sollte.“ Die noch vorhandene Stärke der Stahlprofile müsse erst ermittelt werden. Kölbel: „Wenn man unten an die Stahlprofile fasst , bröselt das wie bei einem alten VW-Käfer.“

Tatsächlich köchelt das Thema Ihlwaldkapelle seit Jahren in den politischen Gremien der Umlandgemeinden. In der Sitzung der Stadtvertretung am 3. März wurde der Tagesordnungspunkt „Sanierung/Neubau der Ihlwaldkapelle“ abgesetzt, um die Thematik erst mit dem Amt Trave-Land abzuklären. Nun liegen nach Mitteilung der Stadt zumindest von Blunk, Klein Rönnau, Schackendorf, Traventhal und Stipsdorf Zustimmungen für einen Neubau vor. So plädiert also die Mehrheit der beteiligten Gemeinden für einem Kapellen-Neubau. Groß Rönnau fordert demnach erst neue Zahlen, Negernbötel, Klein Gladebrügge und auch Stipsdorf würden sich an einer Sanierung finanziell beteiligen.

Während diskutiert und gestritten wird, verfällt die Friedhofskapelle immer mehr, rieselt der Rost weiter. Immerhin wurde der kleine Glockenturm saniert. Einige zerbrochene Fenster mussten schon ausgetauscht werden, weil die Metallprofile korrodierten und sich dabei verformten, berichtet Architekt Kölbel. Starken Schlagregen könnte die Fassade gar nicht mehr abhalten. Es müssten endlich seitens der Politik Entscheidungen fallen.

Wie berichtet, wird ein Neubau der Kapelle auf 665 700 Euro kalkuliert. Eine Mindestsanierung würde etwa 270 000 Euro kosten. Dabei würde man aber nur die Außenhülle sanieren. Architekt Achim Kölbel zweifelt, ob die veranschlagten Kosten – die Kalkulation ist einige Jahre alt – heute überhaupt noch gültig sind. Die Preise sind in der boomenden Baubranche gestiegen. Immerhin werden sich nächste Woche die städtischen Ausschüsse mit der sich zuspitzenden Situation beschäftigen.

Kölbel stört sich nicht nur an der maroden Bausubstanz, der mangelnden Sicherheit. Er empfindet die Ausstrahlung der Kapelle für Trauergottesdienste als „spröde“, wenig tröstlich. Die Kapelle stehe zwar mitten im Grünen, aber davon könne man drinnen nichts sehen.

Von Wolfgang Glombik

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