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Segeberg Karl-May-Spiele zeigen erste Szenen aus „Old Surehand“
Lokales Segeberg Karl-May-Spiele zeigen erste Szenen aus „Old Surehand“
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21:42 16.06.2017
Szenen aus dem neuesten Stück am Kalkberg. Quelle: OLIVER VOGT
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Bad Segeberg

Was das „spektakuläre, noch nie dagewesene Finale“ sein wird, das Kalkberg-GmbH-Geschäftsführerin Ute Thienel unlängst für die Karl-May-Spiele 2017 versprochen hat, blieb auch gestern bei der Vorführung der ersten Szenen für die Presse noch ein Geheimnis. Nur so viel: Eine über die Arena gespannte Seilbahn und ein hölzernes Soldatenfort werden dabei eine wichtige Rolle spielen.
Ansonsten dürfte auch die 2017er-Inszenierung mit dem Titel „Old Surehand“ wieder genau das bieten, was die vielen Zuschauer – im vergangenen Jahr immerhin mehr als 366 000 – erwarten: die seit Jahren bewährte Mischung aus Action, Humor, Romantik, Drama und einer guten Prise Frieden-und-Harmonie-Rhetorik.

Karl-May-Spiele Bad Segeberg 2017, "Old Surehand", Pressekonferenz mit ersten Szenen

Stichwort Humor: Ob der bei den Besuchern in diesem Jahr zünden wird, bleibt abzuwarten. Autor Michael Stamp hat mit dem Meisterkoch Francois (Patrick Schmitz) den klassischen Klischee-Franzosen ins Drehbuch beschrieben. Der kämpft – natürlich – mit Baguettes statt Waffen, agiert mit viel Chichi und aufgesetztem Dialekt („’usch, ’usch“). Zum Mitklatschen intoniert er noch Édith Piafs „Milord“ in einer Albern-Version. Nun ja.

Als Gegengewicht zum ansonsten hochdramatischen Inhalt des Stücks mag das zu verschmerzen sein. Mit einem Massenmord an den Comanchen und ihrem Häuptling Vupa Umugi (Harald Wieczorek) setzt Regisseur Norbert Schultze jr. gleich in der ersten von insgesamt 22 Szenen ein tragisches Ausrufezeichen. Das Gemetzel, angeordnet vom schurkischen General Douglas (elegant und fies: Mathieu Carrière), ist der Ausgangspunkt der gut zweistündigen Handlung. Durch einen Irrtum wird der Westmann Old Surehand (Alexander Klaws) des Mordes an den Comanchen beschuldigt. Ein Todesurteil.

Karl-May-Spiele

Zum Glück sind da Winnetou (zum fünften Mal: Jan Sosniok) und die Indianer-Schönheit Lea-tshina (Sila Sahin), die von der Unschuld des jungen Helden überzeugt sind und den Kampf gegen die Schurken und ihre finsteren Pläne aufnehmen werden. Derer gibt es in diesem Jahr sogar drei: An der Seite von Chef-Gangster Mathieu Carrière kämpfen noch der zwielichtige „Cowboykönig“ Old Wabble (Joshy Peters) und der verschlagene Medizinmann Tibo-taka (Ben Bremer) an der Antagonisten-Front. Am Ende ist das Trio natürlich chancenlos: Ein Happy End ist ebenso programmiert wie die filmreife Kuss-Szene zwischen Surehand und Indianer-Freundin Lea-tshina. Dazwischen gibt es brutale Zweikämpfe, Reiter-Action, Explosionen, einen Postkutschen-Überfall und einen fliegenden Seeadler – neu erfunden werden die Karl-May-Spiele auch 2017 nicht. Das Bewährte wird aber in gewohnt professioneller Form auf die Bühne gebracht und dürfte sicher nicht enttäuschen.
Ebenso wenig wie das Bühnenbild: 600 000 Euro hat die Kalkberg-GmbH in Kulisse und Technik investiert. „Etwas mehr als sonst“, sagt Ute Thienel. Markante Bausteine sind das Soldaten-Fort, vollgestopft mit Spezialeffekten, ein drehbarer Felsen und das Westernstädtchen „Sandycreek“.

Oliver Vogt

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