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Segeberg Neustart für Planung am Nelkenweg
Lokales Segeberg Neustart für Planung am Nelkenweg
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16:24 03.12.2018
Was kommt hier hin? Die Nachbarn in den Wohngebieten nahe am Nelkenweg gewannen im September 2017 den von ihr initiierten Bürgerentscheid gegen die geplante massive Bebauung. Jetzt geht die Politik mit neuen Plänen in die Bauleitplanung. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

Eine Premiere. Eigentlich hätte ein Tusch erklingen müssen oder ein Trommelwirbel, aber es ging im Bürgersaal geschäftsmäßig nüchtern zu, als Bauausschussvorsitzender Wolfgang Tödt (BBS) den Tagesordnungspunkt Bebauungsplan Nummer 94 am Nelkenweg aufrief. Stimmt – da war doch etwas. Im September 2017 gab es parallel zur Bundestagswahl für die Bad Segeberger einen Bürgerentscheid zu diesem Plan. Das mit großer Mehrheit gefasste Votum der Bürger ersetzte den alten Beschluss der Stadtvertretung, der noch auf den Plänen des Investors fußte, dort 100 Wohnungen zu bauen. Es gab Proteste seitens der Anlieger im Wohngebiet. Es folgte ein Bürgerbegehren, dann ein erfolgreicher Bürgerentscheid. Der Investor hatte sich vergebens mit ganzseitigen Anzeigen-Kampagnen an die Öffentlichkeit gewandt. Auch für die nördlich gelegene, 2400 Quadratmeter große Fläche von einem anderen Unternehmer wurde auf die „Reset-Taste“ gedrückt. Dort war auch mehrgeschossiger Wohnungsbau geplant. Die neue Zielsetzung nach dem Bürgerentscheid für diese Flächen lautet nun: Ein- und Zweifamilienhäuser in maximal zweigeschossiger Bauweise.

Bauleitverfahren kann noch Änderungen bringen

Diesem Votum der Bürgerschaft soll im Rahmen des Bauleitverfahrens mit einem frühzeitigen Beteiligungsverfahren gefolgt werden. Bauamtschefin Antje Langethal ergänzte: „Das ist ein Novum für Bad Segeberg.“ Der Aufstellungsbeschluss entspreche jetzt noch dem Bürgerentscheid, müsse sich aber nun im Bauleitverfahren allen Abwägungen unterziehen – wie auch sonst. Da könne also noch viel passieren. „Wir sind in einem ganz frühen Stadium“, stellte Langethal fest. All die Abwägungen würden später den Politikern vorgelegt, die entscheiden müssten, wie es mit dieser großen Fläche planerisch weitergehe. Jetzt im Vorentwurf seien – wie im Bürgerentscheid beschlossen – nur Einzel- und Doppelhäuser mit einer Firsthöhe von 9,50 Metern zugelassen. Die ursprüngliche Planung der Investoren ging von wesentlich höheren Wohnblöcken aus.

Dunkelkorridor für Fledermäuse vorgesehen

Die Detailplanung zum neuen Baugebiet sei noch offen, auch von welcher Straße her das neue große Wohngebiet erschlossen werden solle. Zumindest hinsichtlich des Fledermaus-Artenschutzes gab es aber für die Politiker schon einige wichtige Infos. Der Gutachter, Biologe Stefan Greuner-Pönicke, unterschied zwischen nicht lichtempfindlichen Fledermausarten, die gerne über den erleuchteten Parkplatz der benachbarten Berufsschule fliegen, und höchstempfindlichen Myotis-Arten, die das Licht scheuen, wie der Teufel das Weihwasser. Jetzt sei die Frage zu klären, wie weit die geplante Bebauung an die Kalkberg-Hauptflugroute dieser geschützten Arten heranreichen dürfe. Der südliche Teil der Häuser solle deshalb möglichst abgeschottet werden. So könnte dort mit begrünten Wänden ein Dunkelkorridor eingerichtet werden, schlägt der Biologe vor.

Wolfgang Glombik

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