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Katastrophenplan: Segeberg ist gerüstet

Bad Segeberg Katastrophenplan: Segeberg ist gerüstet

Feuerwehr-Chef Mark Zielinski: Es gebe keinen Grund zur Verunsicherung - aber Vorbereitung sei immer gut.

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Solche Sirenen gibt es in jeder Gemeinde. Sie kommen zum Einsatz, wenn akute Schadenslagen drohen oder zusätzliche Kräfte erforderlich sind.

Quelle: dpa

Bad Segeberg. Die Vorstellung eines neuen Konzeptes für die zivile Verteidigung durch Innenminister Thomas de Maizière (CDU), in der die Bürger unter anderem aufgefordert werden, Lebensmittelvorräte anzulegen, hatte in der Bevölkerung zu viel Verunsicherung geführt. Wie sehr, das zeigten die Reaktionen auf die beiden Feueralarme während der Übung im Levo-Park am Mittwoch und dem Einsatz an den Segeberger Kliniken am Donnerstag (die LN berichteten). Bad Segebergs Wehrführer Mark Zielinski musste danach am Telefon zahlreiche Menschen beruhigen, die die Sirenen in direkten Zusammenhang mit de Maizières Plänen stellten – und schon an das Schlimmste dachten.

LN-Bild

Feuerwehr-Chef Mark Zielinski: Es gebe keinen Grund zur Verunsicherung – aber Vorbereitung sei immer gut.

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„Es gibt aber überhaupt keinen Grund zur Besorgnis“, betont Zielinski. Grundsätzlich sei ein solches Schutzkonzept nicht neu. Zu einer Bevorratung mit Lebensmitteln könne man zwar immer raten, aber das habe nichts mit dem Dritten Weltkrieg zu tun. Auch für sehr viel wahrscheinlichere Szenarien sei ein solcher Vorrat angebracht. „Was de Maizière sagen wollte, ist doch, dass man auf solche Situationen vorbereitet sein sollte“, sagt Zielinski. Mit Ladenöffnungszeiten bis 22 Uhr sei für die Menschen von heute schon alles zu selbstverständlich. „Vorräte hat kaum noch jemand zu Hause“, vermutet er.

An Krieg und Erdbeben denkt Zielinski nicht. Aber andere Katastrophen könnten die Menschen im Norden ereilen. „Wir wissen, dass Unwetter zunehmen. In Amerika fällt dadurch bereits immer öfter eine großflächige Stromversorgung aus. Dafür muss man das Bewusstsein öffnen“, sagt er und verweist auf die Folgen, die ein andauernder Stromausfall hätte: Es gäbe kein Licht, Supermärkte würden schließen, weil keine Kasse funktioniert, der Brenner für die Heizung würde ausgehen, Trink- und Abwasser nicht mehr fließen, das Telefon bliebe stumm und irgendwann seien die Handy-Akkus auch leer.

„Auf solche Katastrophen sind wir aber vorbereitet. Segeberg ist in der Planung sehr weit“, beruhigt er. Für die kritische Infrastruktur wie Wasser und Abwasser gäbe es einen Pumpenplan. Sogar Notfallstationen, wo sich die Menschen aufwärmen und versorgt werden könnten, seien vorbereitet. Dafür seien das Städtische Gymnasium und die Kreissporthalle vorgesehen. „Dort haben wir eine Fremdeinspeisung, damit es bei Minustemperaturen ein warmes Plätzchen gibt. Außerdem können die Bürger dort mit Nahrung versorgt werden, wenn zu Hause die Schränke leer sind“, sagt Mark Zielinski.

An markanten Punkten im Stadtgebiet wird sich im Katastrophenfall die Feuerwehr in Position bringen, damit über Funk Verbindung hergestellt oder Hilfe gerufen werden könne. Weil ohne Strom auch die Tankstellen ihren Betrieb einstellen müssten, würden im zwei Tankstellen mit Notstrom versorgt. Wo sich diese befinden, will Zielinski allerdings nicht verraten: „An denen dürfen nur Einsatzfahrzeuge betankt werden.“ Auch die Segeberger Kliniken und das Feuerwehrhaus verfüge über eine Notstromversorgung. Das Feuerwehrhaus würde zum Lagezentrum und zur Basis für den Krisenstab.

Die Verunsicherung, nachdem an zwei Tagen die Sirenen schrillten, kann der Wehrführer verstehen: „Wenn wir mit Blaulicht durch die Stadt fahren, weiß jeder, dass wir zu einem Einsatz unterwegs sind.

Sirenen kennen die meisten aber nicht. Sie werden eingesetzt, um zusätzliche Kräfte zu rufen.“

Radio und Warn-Apps

Wer über Schadenslagen informiert werden möchte, denen rät Mark Zielinski dazu, das Radio einzuschalten. Gut seien zudem Warn-Apps, die auf Unwetter hinweisen oder Meldungen weitergeben, wenn die Bevölkerung bei Rauchentwicklung die Fenster schließen sollen.

Solche Apps, als Beispiel sind hier „NINA“ und „KatWarn“ genannt, sind lokal für einzelne Orte aufgestellt. Sie und weitere Warn-Apps gibt es für Apple-Geräte im App-Store oder für Smartphones mit Android-Betriebssystem im jeweiligen Play-Store. pd

 Petra Dreu

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