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Segeberg Kaum Freude über tolles Geschenk
Lokales Segeberg Kaum Freude über tolles Geschenk
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20:34 18.05.2017
Durchgang zwischen Seminarweg und Fußgängerzone, vorbei am neuen Anbau mit dreidimensionaler Holzverschalung. SKIZZE: MIßFELDT+KRAß ARCHITEKTEN
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Bad Segeberg

Die Baugenehmigung liegt vor, im Juli soll der Anbau an die Stadtbibliothek zur Schaffung neuer Räume und eines attraktiven Innenhofs quasi mitten in der Fußgängerzone beginnen. Zu 90 Prozent aus Fördermitteln finanziert. Ein Glücksgriff für die klamme Stadt möchte man meinen. Von Freude über die Aufwertung der Innenstadt war im Bauausschuss am Mittwoch jedoch wenig zu spüren. Stattdessen wurde der Verlust von Parkplätzen bedauert und der Graffiti-Teufel an die noch nicht vorhandene Fassade gemalt.

An mangelnder Begeisterung des Lübecker Architekten Tobias Mißfeldt kann es eigentlich nicht gelegen haben. Die Bad Segeberger sollen in dem neu gestalteten Hof „eintauchen können wie in einen Garten“, trug dieser enthusiastisch vor. Der mit Lärchenholz verkleidete Anbau soll „Textur“ schaffen. Eine kleine Böschung zum Untergeschoss wird Licht in das dort ansässige Stadtarchiv lassen sowie einen weiteren Zugang möglich machen. Durchlässigkeit ist ein großes Thema im Design – auch ganz praktisch: Die Kita bekommt einen Fahrstuhl, außerdem eine Treppe über das Flachdach des Anbaus. Eine Twiete wird es weiterhin möglich machen, am Gebäude vorbei zu den Geschäften zu gehen. Außerdem wird das Gebäude einen weiteren, großzügigen Eingang auf der Rückseite bekommen – wo zudem eine öffentliche, behindertengerechte Toilette entstehen wird.

Mit das Erste, was dem Ausschussvorsitzenden Wolfgang Tödt (BBS) nach der Präsentation des Architekten einfiel: „Hier werden 20 Parkplätze vernichtet.“ Tatsächlich bleibt nur eine kleine Reihe für Stellplätze direkt am Haus vorhanden. Andererseits kann bei der Sparkasse nebenan kurz geparkt werden, der große Parkplatz bei Kaufland ist nur 150 Meter entfernt. Der Zuschauer wurde den Eindruck nicht los, dass einige Gremienvertreter das Haar in der Suppe suchten: Warum sich die Architekten mit der Holzfassade „selbst verwirklichen“ wollen, fragte das bürgerliche Ausschussmitglied Michael Hintz (CDU). Architekt Mißfeldt widersprach. Man habe einen „Rückzugsraum mit Aufenthaltsqualität“ schaffen wollen, Holz sei ein Sympathieträger und kostentechnisch das günstigste Material.

„Aber ist das Holz farbabweisend?“, wollte Annelie Eick (Grüne) wissen. So eine große Fläche könnte womöglich das Interesse von Sprayern wecken. Und Horst Rönnau vom Seniorenbeirat störte sich an der offenen Treppe zur Kita, die im Winter vereisen könnte. Dann gibt es einen Fahrstuhl als Alternative, so der Architekt.

„Fragen über Fragen“ stellten sich dem Ausschuss, die Verwaltung hätten ihn mehr einbinden sollen, kritisierte der Vorsitzende. Die Verwaltung habe für den Förderantrag unter „extremen Zeitdruck“

gestanden, sagte Bauamtsleiterin Antje Langethal auf LN-Nachfrage. Zwischen April und September 2016 mussten alle beteiligten Büros per Ausschreibung bestimmt und dann sehr detaillierte Projektunterlagen eingereicht werden. „Über die Sommerferien.“ Die Architekten hätten erst im Juni starten können. Projekte wie dieses seien nur leistbar, wenn man auf die Experten vertraue. Da könne man nicht jedes Detail mitentscheiden.

Nadine Materne

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