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Segeberg Kein Nachfolger aus der Familie: Firma Baer hört auf
Lokales Segeberg Kein Nachfolger aus der Familie: Firma Baer hört auf
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20:18 02.11.2017
Jetzt ist Ausverkauf angesagt: Firma Baer schließt zum Jahresende. Nicht nur der Handel, auch der technische Bereich wird aufgelöst. Quelle: Foto: Glombik
Bad Segeberg

Zum Jahreswechsel soll nun Schluss sein. Vorher startet noch ein Räumungsverkauf im Geschäft an der Hamburger Straße, kündigt das Unternehmen an. Dabei ist der über die Jahre geschrumpfte Laden, der jetzt fast nur „weiße Ware“, also Hausgeräte wie Waschmaschinen und Kühlschränke anbietet, eigentlich nur die Spitze des „Eisberges“ Firma Baer. In der Hauptsache geht es um die Installation von elektrischen Anlagen. In diesem Segment sind die meisten der 45 Mitarbeiter beschäftigt. Doch hier möchte sich der 73-jährige Seniorchef Lutz Marxen zur Ruhe setzen. Für diesen wichtigen Bereich Elektroinstallation fand sich kein Nachfolger innerhalb der Familie, und ein Betrieb Handelsgeschäft ohne eine anhängende Dienstleistung sei für die Familie nicht vorstellbar. Deshalb habe man sich entschlossen, sowohl den Handel mit Hausgeräten als auch die Installation von elektrischen Anlagen zum Jahresende aufzugeben, teilte Hauke Marxen auf LN-Nachfrage mit. Klar verspüre er dabei auch Wehmut, „wir gehören ja zu den ältesten Unternehmen in der Stadt“. Aber in den 103 Jahren des Firmenbestehens habe sich „die Familie immer den Gegebenheiten angepasst“, konnte so immer geschäftlich überleben.

Firma Baer habe Produktgruppen dazugenommen, Trends nachvollzogen, aber auch Produkte aufgegeben. „Es war eine ständige Anpassung an eine sich immer verändernde Welt.“ Heute lohne es sich nun mal nicht, CDs anzubieten. Hauke Marxen selbst ist Kaufmann und nicht Elektronikfachmann. „Wir sind ein Fachmarkt, wir haben Mitarbeiter, die Probleme lösen und Kunden helfen.“ Handel und Installation funktionierten nur zusammen. Das gehe auch nur mit Fachkräften als Führungspersonal im Hintergrund. Und diese Nachfolge gebe es nun nicht mehr bei der Sparte Technik in der Familie, „deshalb hören wir damit auf“.

Die Firma Baer werde übrigens weiter existieren, sich jetzt aber um andere Geschäfte kümmern, zum Beispiel um Immobilien. Hauke Marxen: „Es ist so wie es ist.“ Mit dem Gedanken, das Geschäft aufzugeben, trage sich die Familie schon Monate. Zurzeit habe das Unternehmen etwa 45 Mitarbeiter. Für deren Weiterbeschäftigung in anderen Unternehmen habe seine Familie gesorgt, betont Marxen. Ihm sei wichtig, „dass das eine Entscheidung ist, die wir selbst treffen – und nicht andere für uns“.

 Von Wolfgang Glombik

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