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Segeberg Kein glückliches Ende für den Storch ohne Fuß
Lokales Segeberg Kein glückliches Ende für den Storch ohne Fuß
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22:04 26.07.2018
Storchenvater Holger Möckelmann holte den jungen Vogel, der nur einen Fuß hatte, aus dem Nest. Quelle: hfr
Blunk

Gleich mehrere Einwohner der kleinen Gemeinde hatten Bürgermeisterin Wiebke Bock darauf angesprochen, dass „irgendwas mit einem der Jungstörche nicht stimmt“. Was genau das Problem war, konnte zwar auch die Bürgermeisterin nicht erkennen, die schließlich Holger Möckelmann vom Storchenschutz des Naturschutzbundes (Nabu) zur Hilfe rief.

Das war großes Kino für Blunks Kindergartenkinder, als am Mittwoch Nabu-Storchenvater Holger Möckelmann mit der Drehleiter der Segeberger Feuerwehr in luftige Höhen gehievt wurde, um einen der beiden Jungstörche aus dem Nest neben dem Gemeinschaftshaus nehmen zu können.

Möckelmann, der schon so manchen Storch wieder auf Vordermann gebracht hat, bat die Feuerwehr Bad Segeberg um Hilfe, die schließlich am Mittwochmorgen samt Drehleiter vor dem Gemeinschaftshaus stand und entsprechend für Aufmerksamkeit sorgte. „Die Kinder vom Kindergarten wollten natürlich sehen, was vor sich ging und haben alles genau beobachtet“, erzählte Wiebke Bock.

Der zweite Jungstorch ergriff sofort die Flucht, als der Leiterwagen in Höhe des Nestes war. Der zweite Jungvogel aber blieb sitzen. Erst bei genauerem Hinsehen entdeckte Holger Möckelmann, was das Problem des Jungsvogels war: Von einem Bein fehlten gute fünf Zentimeter. Nach einer angeborenen Fehlbildung sah das nicht aus. Ganz offensichtlich hatte der Jungstorch seinen Fuß erst nach dem Schlüpfen verloren.

„Wie das passiert sein könnte, darüber kann man nur spekulieren“, sagte der Storchenvater. „Möglich ist alles. Vielleicht ist die Blutversorgung unterbrochen gewesen und das Bein abgestorben.

Vielleicht aber hat auch ein Greifvogel in dem jungen Storch eine gute Mahlzeit gesehen. Das ist schwer zu sagen“, so Möckelmann, der zuerst den Kindergartenkindern alles zeigte und den Weißstorch anschließend zum Wildpark Eekholt brachte.

Dort schaute sich Tierpfleger André Rose das Tier genau an, hatte aber gleich keine Hoffnung für den schwer beeinträchtigten Storch. „Damit hat er keine Chance. Wenn er in einem Teich steht und auf Nahrungssuche ist, was dann? Er kann keine Balance halten. Wenn er umkippt, ertrinkt er noch“, sagte Rose. Dass es Versuche mit Prothesen gegeben habe, die in Einzelfällen auch gut ausgegangen seien, weiß er. „Das meiste jedoch ist Quälkram für die Tiere. Das sollte man ihnen nicht antun“, bedauerte der Tierpfleger. Der junge Storch ist inzwischen eingeschläfert worden.

pd

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