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Keine „halben Sachen“ im Silgen Bargen

Bornhöved Keine „halben Sachen“ im Silgen Bargen

Auch zweiter Gutachter empfiehlt keine oberflächliche Sanierung der Bornhöveder Straße.

Bornhöved. Muss der Silgen Bargen nun tatsächlich ausgebaut werden? Oder reicht eine oberflächliche Sanierung? Mit Spannung wurde das zweite Gutachten zur Tragfähigkeit der Straße am Rande Bornhöveds erwartet. Etwa 80 Zuschauer kamen zur Vorstellung der Untersuchung im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung in die Aula der Sventana-Schule. Stefan Dockwarder, stellvertretender Bürgermeister, fasst das Ergebnis zusammen: „Der Gutachter bestätigt, dass die Straße tragfähig ist, also nicht absackt, aber sie entspricht nicht heutigen technischen Vorgaben.“

So sei etwa keine Frostschutzschicht vorhanden, die jedoch vorgeschrieben sei bei Straßen, verdeutlicht Dockwarder (CDU). Das heißt im Klartext: Mit einer oberflächlichen Sanierung, abfräsen der schadhaften Asphaltschicht und einer neuen Decke, ist es nicht getan, wenn der Silgen Bargen ausgebaut wird. „Es muss richtig gemacht werden.“ Diese Konsequenz schien nicht allen Zuhörern klar zu sein. Aber auch der Gutachter vom Ingenieurbüro Reinberg habe vorgetragen, dass er eine oberflächliche Sanierung nicht empfiehlt, berichtet Dockwarder. Für ihn ist der Ausbau, zu dem die Anlieger einen großen Anteil zuzahlen müssten, weiterhin die einzige Lösung. Und in diese Richtung werde auch weitergeplant. Denn beschlossen worden sei mehrheitlich, dass die Ergebnisse der neuen Untersuchungen und Optimierungsvorschläge von den Straßenplanern in das Bauprogramm eingearbeitet werden sollen. Dieses werde dann nach der Sommerpause erneut im Gemeinderat beraten und gebenenfalls beschlossen. Er und die CDU seien dafür, der Silgen Bargen sei das letzte Mal im Jahr 1973 „angefasst“ worden, die Straße habe ihre durchschnittliche Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren bereits überschritten. Für große Diskussionen im Silgen Bargen sorgte die unterschiedliche Kostenbeteiligung der Anlieger. Zu etwa zwei Dritteln wird die geplante Baumaßnahme als Ausbau behandelt, bei der die Anlieger knapp die Hälfte der Kosten selbst tragen müssen. In einem Drittel aber gilt die Maßnahme als Erschließung – weil unter anderem Gehweg und Beleuchtung fehlen. Hier müssten die Anlieger sogar 90 Prozent der Kosten tragen. Da werden in einigen Fällen wegen der großen Grundstücke sechsstellige Summen fällig – die LN berichteten.

Hier jedoch will die Gemeinde die Ausbausatzung ändern, denn der Silgen Bargen sei eine sehr alte Straße. In diesem Sonderfall soll am Ende die ganze Straße als Ausbaumaßnahme behandelt werden, mit den gleichen Ausbaubeiträgen für alle pro Quadratmeter, so Dockwarder, der diesen Tagesordnungspunkt leitete, da der Bürgermeister selbst Anlieger des Silgen Bargen ist und damit befangen. Auch an der Oberflächenentwässerungssatzung soll noch etwas geändert werden, damit die Anlieger mehr Wasser auf den eigenen Grundstücken versickern lassen dürfen. Auch das soll die Kosten für die Maßnahme etwas senken. Wenn sie denn beschlossen wird: Zwei Fraktionen, WGB und BBI, sind derzeit gegen die Beteiligung der Bürger an Straßenausbaumaßnahmen.

„Wir können aber nur mit geltendem Recht planen“, so Dockwarder. Und selbst wenn die neue Landesregierung die Pflicht zur Beitragsumlage auf die Anlieger aufhebe, eine Fehlbedarfsgemeinde wie Bornhöved könne so eine Maßnahme nicht komplett selbst bezahlen, wenn nicht woanders Geld dafür bereitgestellt werde. Und das stehe bisher nicht in Aussicht. Bisher wurde die Ausbaumaßnahme der Straße auf 1,6 Millionen Euro geschätzt.

Nadine Materne

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