Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Kinderhospizdienst sucht dringend Ehrenamtliche
Lokales Segeberg Kinderhospizdienst sucht dringend Ehrenamtliche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:21 05.04.2017
„Wir suchen händeringend nach neuen Ehrenamtlichen“, betont Muschel-Mitarbeiterin Alexandra Preuße. Quelle: Domann
Anzeige
Bad Segeberg

Begleitung von schwerstkranken Kindern, Jugendlichen oder Elternteilen, Trauergruppen und Öffentlichkeitsarbeit, die Angebote „Der Muschel“, ein ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst, sind vielfältig. Derzeit sind im Verein etwa 40 Ehrenamtliche aktiv, die sich in den verschiedenen Aufgabengebieten engagieren. Nicht genügend, um den Bedarf zu decken.

„Wir suchen händeringend nach neuen Ehrenamtlichen“, betont Muschel-Mitarbeiterin Alexandra Preuße. Gerade im Bereich der schwerstkranken Elternteile ist viel Beratung nötig. Derzeit werden drei Familien mit erkrankten Elternteilen betreut, für weitere Familien fehlt die Kapazität.

„Viele Menschen engagieren sich gerade ehrenamtlich im Flüchtlingsbereich, da haben wir wie auch andere Vereine Probleme, neue Ehrenamtler zu gewinnen“, sagt Alexandra Preuße, deshalb würden sie sich nun vermehrt an die Medien wenden, um mehr Menschen zu erreichen.

Voraussetzung für eine Mitarbeit bei der Muschel ist die Teilnahme an einem Befähigungsseminar mit Zertifikat. 150 Euro kostet das Seminar und dauert etwa 1,5 Jahre. Alle 14 Tage dienstagabends (18 bis 20.30 Uhr) treffen sich die zukünftigen Ehrenamtler in den Lübecker Räumlichkeiten der Muschel. Sie lernen dort Ausbildungsinhalte wie Grundsätze der Kinderhospizarbeit, medizinische, rechtliche, seelsorgerische, psychologische und ethische Aspekte. Als Krankenschwester mit einer Palliativ-Care-Weiterbildung für Kinder und Jugendliche ist Alexandra Preuße für das Thema Erkrankungen zuständig, außerdem begleitet sie die Teilnehmer durch das Seminar. Auch ein Praktikum in einer Muschelfamilie oder einem integrierten Kindergarten gehört zum Befähigungskursus.

„Es ist eine tolle Ausbildung, man nimmt viel für die eigene Persönlichkeit mit und entwickelt sich weiter“, schwärmt Alexandra Preuße. Die Ehrenamtlichen würden gut betreut, ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch untereinander finde statt. „Unsere Ehrenamtlichen können uns immer telefonisch erreichen, viele sind von Anfang dabei und hochmotiviert.“

Vier Männer gehören zum Muschel-Team, auch Jürgen, der „Muschel-Opa“. „So nennt er sich selbst, nun ist er über 70 Jahre alt und hat die Betreuung gegen Öffentlichkeitsarbeit getauscht“, erzählt Alexandra Preuße. Deshalb wäre es schön, wenn sich auch einige Männer für eine ehrenamtliche Mitarbeit interessieren würden.

Wer Lust und Zeit für eine ehrenamtliche Mitarbeit bei der Muschel hat, keine Berührungsängste vor dem Tod hat und Einfühlungsvermögen und Empathie mitbringt, kann sich an Alexandra Preuße unter ☎ 04551/8023030 wenden. Im persönlichen Gespräch wird Weiteres erörtert. Das kommende Befähigungsseminar beginnt im Herbst. „Hoffentlich mit mindestens zwölf Teilnehmern, das jetzige wird nur von sechs besucht“, sagt Alexandra Preuße.

 Silvie Domann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige