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Segeberg Kindheitsträume aus kleinen, bunten Steinen
Lokales Segeberg Kindheitsträume aus kleinen, bunten Steinen
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00:49 12.02.2016
Da schlagen die Herzen von kleinen, aber großen Baumeistern höher: Die Lego-Ausstellung aus ungezählten Steinen ist noch bis zum 24. April im Norderstedter Feuerwehrmuseum zu sehen. Quelle: Fotos: Fuchs

Da werden Kindheitsträume wach. In einer in dieser Art wohl deutschlandweit einmaligen Ausstellung von ganzen Landschaften, Siedlungen, Kriegsschlachten, Verkehrsprojekten, Flugzeugen Raketen und sogar Meeresstränden aus Legosteinen dürfte das Feuerwehrmuseum in Norderstedt wieder einen Publikumserfolg landen. Das Highlight der Ausstellung erwartet die Besucher gleich im Eingangsbereich des Stadtmuseums am Friedrichsgaber Weg, wo ein fast sieben Meter langer Flugzeugträger der US-Marine aus einer halben Million kleinen Legosteinen zusammengebastelt ist, mit zahlreichen Flugzeugen, Matrosen und Soldaten darauf. Sogar eine Computersteuerung hat der Kieler IT-Spezialist und Lego-Narr Malle Hawking in acht Monaten liebevoller Bastelarbeit da hineingebaut.

„Kinder träumen davon, die große Welt mit kleinen Steinen nachzubauen.“

Hajo Brandenburg, Museumsleiter

„Jedes Kind träumte davon, die große Welt mit diesen kleinen Steinen nachzubauen“, sagt Museumsleiter Hajo Brandenburg. Außerhalb von Legoland im dänischen Billund habe man eine solche Ausstellung von selbstkreierten Legostein-Modellen wohl noch nicht gesehen, preist er diese Ausstellung. Denn keines der Objekte sei ein Bausatz. Jeder dieser selbst ernannten Lego-Architekten habe sich seine eigene Lego-Welt nach völlig eigenen Vorstellungen erschaffen.

 Da wirkt die Strandszene von St. Peter Ording an der Nordsee mit Leuchtturm und Häusern auf Stelzen wie in Natur, die Tim Knickrehm in 140 Stunden aus 18000 Legosteinen zusammenbaute. Oliver Lange fertigte aus 15000 Teilen in eineinhalb Jahren Arbeit die U-Bahnstation samt Brücke von Kiwittsmoor in Hamburg-Langenhorn originalgetreu an. Und Bernd Timm dachte sich aus 13000 Legosteinen in drei Monaten einen Raumschiffhafen für Norderstedt aus, wie er irgendwann einmal in der Zukunft aussehen könnte. Der faszinierte den Museumschef natürlich besonders. „In der Zukunft wird ein Brand offenbar nicht mehr mit Wasser, sondern mit Laserstrahlen gelöscht.“

Aber auch der Pariser Eiffelturm, ein Jumbo-Jet Boeing 747, die New Yorker Freiheitsstatue oder gleich die Schlacht von Waterloo, bei der sich der französische Kaiser Napoleon Bonaparte 1815 gegen die Armeen von Preußen, England, Österreich und Russland geschlagen geben musste, sind hier im Lego-Nachbau ausgestellt.

Ob der dänische Tischlermeister Ole Kirk Christiansen geahnt hatte, wie er die Kinderzimmer mit seiner Erfindung „leg godt“ (zu Deutsch: spiel gut) vor 80 Jahren revolutionierte, die offenbar bis heute auch erwachsene Tüftler in ihren Bann zieht? Mit 12000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 3,4 Milliarden Euro ist die dänische Lego-Company jedenfalls heute einer der größten Spielzeughersteller der Welt.

Die Lego-Ausstellung im Feuerwehrmuseum wird begleitet von einem Rahmenprogramm. So werden 24 Animationsfilme gezeigt, die sich rund um die kleinen Bausteine drehen. Sonntags lädt Ferdinand Vetter von 11 bis 16 Uhr Kinder zum Mitbasteln an Technik-Modellen ein. Am Sonntag, 13. März, sind von 11 bis 18 Uhr die Tüftler der Ausstellungsmodelle vor Ort und berichten über ihre Leidenschaft und mit welchen Mühen sie die Modelle zusammengebastelt haben. Und Sonntag, 17. April, ist von 14 bis 17 Uhr großer Spielzeugflohmarkt von Kindern für Kinder im Museum.

Die Lego-Ausstellung ist bis zum 24. April im Feuerwehrmuseum im Friedrichsgaber Weg 290 zu besichtigen. Das Museum ist mittwochs bis sonnabends von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Zu Ostern ist es geschlossen. Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Kinder bis zwölf Jahre haben freien Eintritt.

Burkhard Fuchs

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