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Kino-Umbau: „Oft mehr Herz als Verstand“

Bad Segeberg Kino-Umbau: „Oft mehr Herz als Verstand“

„Cineplanet“-Chef Frank Häfner steckt mitten in der dritten großen Erweiterung seines Filmpalastes. Die LN haben den 53-Jährigen auf der Baustelle besucht. Einen Bericht lesen Sie in der Segebergausgabe vom Sonnabend.

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Frank Häfner (53) erklärt, wie der 400-Quadratmeter-Erweiterungsbau später aussehen wird. Im November soll Eröffnung sein.

Quelle: Fotos: Vogt/paehr/hfr

Bad Segeberg. Der Unbeteiligte sieht nichts weiter als eine Baustelle, ein Gebäude in der Rohbauphase – kahle Gasbetonwände, Gerüste, Werkzeuge und Maschinen dazwischen. Durch die Augen von Frank Häfner betrachtet, ist dagegen alles schon fertig. Wo jetzt blanke Rohrgestänge stehen, erkennt er eine großzügige Glasfront vor dem lichtdurchfluteten Foyer, in dem die Besucher auf bequemen Stühlen miteinander plaudern; ein Stapel Paletten wird in seinem Kopf zum weitläufigen Getränketresen, ein kahler, rechteckiger Raum ohne Dach zum neuen Kinosaal – auf der Leinwand der neueste Blockbuster aus Hollywood. Häfner deutet hierhin, zeigt dorthin, gestikuliert, zieht mit ausgestreckten Armen imaginäre Wände ein. „Und hier kommt dann die neue Kasse hin, da entsteht der Eingang, hier gehen dann die Gäste lang . . .“

LN-Bild

„Cineplanet“-Chef Frank Häfner steckt mitten in der dritten großen Erweiterung seines Filmpalastes. Die LN haben den 53-Jährigen auf der Baustelle besucht.

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„Das ist eine Riesen-Nummer für uns und natürlich auch ein Risiko.“ Frank Häfner, Kino-Chef

Vor 30 Jahren hat Häfner im alten Bad Segeberger Kinocenter angefangen. Zunächst als Hilfskraft, die den Hof fegte, später als Filmvorführer. Das war zu einer Zeit, als Marty McFly noch „Zurück in die Zukunft“ unterwegs war und man über Otto Waalkes ersten Film lachte. Seither hat sich viel getan. Während die Menschen früher mit Stereo-Ton und grieseligem Projektorbild vollkommen zufrieden waren, müssen die Kinos heute deutlich mehr auffahren, um am umkämpften Markt bestehen zu können. Frank Häfner und seine Frau Ute haben aber offenbar alles richtig gemacht. Während andere Kleinstadt-Kinos unter dem Druck der Multiplex-Konkurrenz mit ihren 1000-Platz-Hightech-Dolby-Surround-Kinosälen nach und nach aufgeben mussten, halten die beiden mit ihrem „Cineplanet 5“ nicht nur wacker mit, sie expandieren sogar. Nach 1999 und 2003 läuft nun die dritte große Erweiterung unter ihrer Ägide.

Das Bemühen, bei Ausstattung, Technik und Design immer auf der Höhe der Zeit zu bleiben, für das Familienunternehmen eine große Belastung. Mitte der Neunziger, als in der umgebauten Lübecker Stadthalle das erste moderne Kino der Region eröffnete, wäre die Segeberger Kino-Ära deshalb beinahe zu Ende gewesen. „Das hat uns sehr zugesetzt. Wir mussten damals ernsthaft überlegen, aufzugeben.“

Zum Glück für die Segeberger Kinogänger fassten die Häfners neuen Mut, traten die Flucht nach vorn an. 1999 wurde das alte „Kino-Center“, wie es früher hieß, grundlegend um- und ein dritter Saal angebaut. 2003 folgte ein weiterer Anbau mit zwei Sälen, darunter das große „Kino 5“ mit 184 Plätzen. Später kam noch ein sechster Kinosaal hinzu. Jeder Umbau ein großes Wagnis. „Bei allem war wohl oft mehr Herz als Verstand dabei“, sagt der Kino-Chef rückblickend.

Daher sieht der 53-Jährige die Tatsache, dass sein Kino in all den Jahren immer weiter bestehen konnte, gar nicht so sehr als eigenen Erfolg an. „Vor allem waren es die Menschen aus der Stadt und der Region, die uns die Treue gehalten haben, sodass wir existieren konnten.“ Und womöglich halte auch der alte Wilhelm Rehder, der Großvater seiner Frau, der 1938 das erste Kino in Bad Segeberg eröffnete, noch schützend die Hand über sie, fügt Häfner mit einem Lächeln hinzu. Der neue 400-Quadratmeter-Erweiterungsbau – „eine Riesen-Nummer für uns und natürlich ein Risiko“ – ist eine Wette darauf, dass beides auch in Zukunft so bleiben wird.

Zunächst holt Häfner aber die Gegenwart auf der Baustelle ein. Kurz vor der nächsten Baubesprechung klingelt sein Handy. Die Handwerker melden ein „Problem“. Für einen Kabelschacht müsse ein Loch in die Außenwand gebohrt werden – ausgerechnet in das Büro des Kino-Chefs, das gegenwärtig nur mit einer Bauplane vom Flur abgetrennt ist. Dass er jetzt auch noch ein neues Guckloch in seinem Büro hat, durch das man einen unfreiwillig guten Blick auf den Rohbau hat, ficht den 53-Jährigen aber nicht weiter an. „Alles in allem läuft es gut, wir sind im Plan.“ Irgendwann im November soll das Segeberger Kino-Publikum Häfners Vision dann mit eigenen Augen sehen können.

Endgültig „fertig“ dürfte das Kino aber auch dann nicht sein. Häfner tüftelt bereits an neuen Plänen für die Zeit danach. „Für mich ist ein Kino wie ein Theater“, sinniert er. Live-Übertragungen von Opern seien ohnehin geplant. Noch weiter gedacht könnte irgendwann einer der Säle mit einer eigenen Bühne ausgestattet werden. „Es gibt noch einiges, was wir tun können, um das Kino zu einem Kultur-Hotspot in Bad Segeberg zu machen“, sagt Häfner – und sieht in seinem Kopf gewiss alles schon vor sich.

 Oliver Vogt

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